Kolumbien ist nicht gerade das erste Land, dass einem einfällt, wenn man eine Backpacking-Reise nach Südamerika plant. Vielen haben noch die schlimmen Bilder der gewalttätigen Drogenkartelle im Kopf und auch unsere Eltern haben uns erstmal abgeraten nach Kolumbien zu reisen. Das Land sei doch viel zu gefährlich und man müsse Angst haben vor Entführungen. Dass das heute nicht mehr so ist, wollen wir Euch in unseren Kolumbien Reisetipps mit auf den Weg geben.

Kolumbien ist heute viel sicherer als noch vor 10-20 Jahren. Es ist ein richtiges Backpacker-Paradies geworden durch das auch Familien mit kleinen Kindern gerne reisen. Außerdem wollen wir Euch mitteilen wann eigentlich die beste Reisezeit für Kolumbien ist, welche Impfungen ihr benötigt und ob ihr auch ohne Spanischkenntnisse gut durch das südamerikanische Land reisen könnt.

Diese und weitere wichtige Infos lest ihr nun in unseren Reisetipps zu Kolumbien.

PS: Seid ihr auf der Suche nach einer 3 Wochen Reiseroute durch Kolumbien, dann schaut Euch mal diesen Reisebericht von uns an.

Die beste Reisezeit für Kolumbien

Ein wichtiger Reisetipp für Kolumbien ist natürlich die beste Reisezeit für das Land. Da der Äquator durch Kolumbien läuft, liegt das Land in der tropischen Klimazone und weist nur geringe Temperaturschwankungen auf. Auch gibt es hier keine Jahreszeiten, sondern nur die Regenzeit (April bis Juni & Oktober bis November) und die Trockenzeit (Dezember bis März). Während der Regenzeit kann es zu Starkregen und sogar Erdrutschen kommen. Zudem können an der Karibikküste zwischen Juni und Dezember Wirbelstürmen auftreten.

Die Luftfeuchtigkeit ist in Kolumbien natürlich entsprechend hoch und nur in den bergigen Höhenlagen (z.B. in der Sierra Neva de Santa Marta) erträglicher.

Wann solltet ihr also nach Kolumbien reisen? Die Hauptreisezeit liegt sicherlich in den Monaten Dezember bis März. Aber auch die Preise sind hier entsprechend. In der Regenzeit gibt es aber auch zwei Monate (Juli & August) die sehr trocken und sonnig sind und etwas günstiger als die Monate um den Jahresanfang.

Durch die Lage am Äquator sind die Tage in Kolumbien alle relativ gleich lang. Die Sonne geht meistens zwischen 6-7 Uhr auf und verschwindet zwischen 18 und 19 Uhr wieder hinterm Horizont.

Welche Impfungen brauche ich für Kolumbien?

Es sind keine Impfungen explizit für die Einreise vorgeschrieben, aber eine Gelbfieberimpfung wird in vielen Gebieten des Landes empfohlen. Darüber hinaus solltet ihr alle möglichen Standardimpfungen (Tetanus, Diphtherie, Hepatitis etc.) haben, die ihr auch für viele andere Regionen dieser Erde benötigt.

Ein sehr gefährlicher Virus in Kolumbien – wie auch in vielen anderen Ländern der Welt – ist der Zika Virus. Dieser kann sehr gefährlich sein für Frauen die schwanger sind oder schwanger werden wollen. Es gibt gegen den Zika-Virus keine Impfung oder Schutz. Ihr könnt Euch nur vor Moskitobissen schützen so gut es geht. Nehmt also genügend gutes Anti-Moskito Spray mit nach Kolumbien.

Vor Eurer Reise solltet ihr aber auf jeden Fall auf den Seiten des Auswärtigen Amtes nachlesen, ob es aktuelle Hinweise gibt.

Kann man in Kolumbien ohne Probleme backpacken?

Besonders für Backpacker ist Kolumbien wegen der vielen Hostels und der – im Vergleich zu anderen südamerikanischen Ländern – günstigen Preise ein Traum. In Ländern wie Chile oder auch Costa Rica geht es deutlich teurer zu. Die öffentlichen Verkehrsmittel sind meistens sicher und z.B. die Reisebusse auch recht komfortabel. Wenn man die nötige Vor-, Um- und Rücksicht walten lässt, dann kann man Kolumbien als Mann oder auch als Frau problemlos alleine bereisen. Auch wir als Pärchen hatten auf unserer Backpacking-Reise durch Kolumbien nie eine Situation in der wir uns unsicher oder unwohl gefühlt haben.

Die Kolumbianer sind meistens sehr freundlich und wenn man ein wenig Spanisch spricht, dann kommt man mit ihnen schnell in Kontakt. Hotels muss man nicht lange im Voraus und Aktivitäten nicht im Internet buchen, sondern tut dies am besten bei den lokalen Anbietern vor Ort.

Kann man auch ohne Spanisch zu sprechen durch Kolumbien reisen?

Englisch spricht, wie in den meisten Ländern Südamerikas, fast keiner in Kolumbien. Daher sollte man zumindest ein paar Brocken Spanisch beherrschen. Aber auch die Verständigung mit Händen und Füßen kann Spaß machen. Manche Kolumbianer gestikulieren sehr ausführlich und so kann man oft einiges verstehen, wenn man nur einige Wörter aufschnappt und die Gesten seines Gegenübers genau beobachtet. Die meisten Kolumbianer sind zudem freundlich, hilfsbereit und sehr gastfreundlich. Könnt ihr einfache Sätze auf Spanisch formulieren, dann werdet ihr einigermaßen zurecht kommen.

Kolibri in Minca, Kolumbien
Kolibri in Minca, Kolumbien

Wir konnten bei unserer Reise auch nur sehr wenig Spanisch und mussten des Öfteren “Despacio” (Langsam) sagen, damit wir einigermaßen verstehen, was unser Gegenüber uns sagen will. Aber es hat Spaß gemacht und wir sind gut zurecht gekommen.

Aber klar ist auch, mit guten Spanischkenntnissen kommt ihr immer weiter, als wenn ihr ständig den Google Übersetzer fragen müsst.

Braucht man ein Visum für einen Backpacking-Trip durch Kolumbien?

Für die Einreise nach Kolumbien braucht ihr als deutscher Staatsbürger kein Visum, sondern lediglich einen noch mindestens 6 Monate gültigen Reisepass. Damit könnt ihr 90 Tage in Kolumbien bleiben und Euren Aufenthalt auch um weitere 90 Tage verlängern.

Es gibt außerdem weder Einreise- noch Ausreisegebühren in Kolumbien.

Was kostet Backpacking in Kolumbien?

Backpacking in Kolumbien kostet Euch um einiges weniger als in anderen Ländern Südamerikas oder in vielen Ländern Mittelamerikas (z.B. Costa Rica). Hotels, Transportmittel und auch Lebensmittel sind vergleichsweise günstig. Einfache Hostels sind schon ab 10 Euro pro Nacht zu kriegen. Die Billigfluglinie VivaColombia macht mit ihren Preisen Ryanair Konkurrenz und Bustickets beginnen schon bei ca. 1 Euro pro Person für eine Stunde Busfahren.

Auf unserer Lateinamerikareise war Kolumbien (neben Guatemala) das günstigste Land und auch Souvenirs konnten wir vergleichsweise preisgünstig ergattern. So konnten wir z.B. in Medellin an einem Straßenstand ein Pablo Escobar T-Shirt für nur 3 Euro kaufen und auch Taxifahrten sind recht erschwinglich.

Eine gute Webseite um die Preise verschiedener Länder miteinander zu vergleichen ist übrigens Precios Mundi. Hier könnt ihr ein beliebiges Land angeben und seht Standardpreise für diverse Dienstleistungen wie Restaurantbesuche, Taxifahrten und Lebensmittel.

Unsere detaillierten Reisekosten in Kolumbien

Wollt ihr detaillierte Infos zu den Kosten einer Reise durch Kolumbien, dann können wir Euch folgenden Bericht ans Herz legen:

Wie reist man am besten innerhalb von Kolumbien?

Per Bus

Eine perfekt ausgebaute Infrastruktur wie in Deutschland darf man in dem riesigen Flächenland Kolumbien natürlich nicht erwarten. Es gibt hier kein Eisenbahnnetz, sondern vor allem Fernbusse, die alle Orte in Kolumbien miteinander verbinden. Diese sind recht bequem und werden auch für Fahrten über Nacht angeboten. Aufgrund der teilweise großen Distanzen dauern die Fahrten aber mitunter sehr lang, weswegen Touristen gerne auf die zahlreichen Fluggesellschaften zurückgreifen.

Busse für kürzere Distanzen (bis ca. 2 Stunden) sind meistens wenig bequem und ihr könnt oft froh sein, wenn ihr einen Sitzplatz ergattert. Dafür seid ihr aber auch mit den Locals unterwegs.

Per Flugzeug

Eine sehr große und günstige Fluggesellschaft ist VivaColumbia (das kolumbianische Ryanair), die wirklich irrwitzig günstige Preise anbietet, aber einen entsprechend schlechten Ruf hat. Aber auch andere Gesellschaften bieten ihre Dienste teilweise sehr günstig an (Vorsicht: Gepäck ist in den meisten Preisen nicht inklusive) und man kommt so schnell und relativ günstig von A nach B.

Per Taxi

Taxis gibt es wie überall auf der Welt natürlich auch in Kolumbien. Und wie fast überall gibt es fast nie Taxameter, so dass ihr den Preis immer vorher verhandeln solltet, um keine böse Überraschung zu erleben.

Per Mototaxis

Für die sprichwörtliche letzte Meile gibt es besonders in den ländlichen Gebieten immer Motorrad Taxis. Ihr könnt einfach an der Straße eines anhalten oder steigt auf eines der überall bereit stehenden Exemplare. Der Preis ist meistens festgelegt, also bringt Handeln eigentlich nichts. Trotzdem solltet ihr Euch natürlich vorher nach dem Preis erkundigen.

Helme gibt es eigentlich nie und manchmal saßen wir auch schon zu dritt auf einem Motorrad. Erfüllt alles keine deutschen Sicherheitsstandards, aber man kommt günstig zum Ziel und Spaß macht es zudem.

Ist es sicher Kolumbien zu bereisen?

Viele Leute denken bei Kolumbien natürlich direkt an Drogen, Kokain, Pablo Escobar und Entführungen. So auch unserer Eltern, als wir ihnen von unseren Reiseplänen berichteten. Und es stimmt natürlich, noch vor wenigen Jahren war Kolumbien beherrscht von Bandenkriegen und Morde waren, besonders in Medellin, an der Tagesordnung.

Die Geschichte des Drogen-Kartells

Besonders in Medellins Stadtbezirk Comuna 13 gab es in den 90ern statistisch gesehen fast einen Mord pro Tag. Medellin war noch 1991 angeblich die Stadt mit der höchsten Mordrate weltweit und musste insgesamt 7000 Morde verzeichnen.

Kolumbien, und besonders Medellin, war vollständig in der Hand des Medellin-Kartells. Ständige, tödliche Auseinandersetzungen zwischen Drogenbanden, Paramilitärs und Sicherheitskräften, die sozialen Spannungen und hohe Arbeitslosigkeit brachten Kolumbien in einen extrem desolaten Zustand.

Auch nach dem Tod von Pablo Escobar im Jahr 1993 und der damit verbundenen Auflösung des Medellin-Kartells ging die Kriminalität nicht zurück. Die arbeitslosen Auftragskiller lieferten sich u.a. in Medellin blutige Kämpfe mit der kommunistischen Stadtguerilla. Auch Jahre nach dem Ende des Kartells war Medellin immer noch die Stadt mit der höchsten Mordrate weltweit.

Die Situation in Kolumbien heute

Erst nach und nach beruhigte sich die Lage in Kolumbien (und insbesondere in Medellin) ging die Mordrate nach der Jahrtausendwende signifikant zurück. Mit einem neuen Bürgermeister wurde viel in Medellin (und auch im restlichen Kolumbien) investiert und es ging langsam bergauf. Sprichwörtlich auch in der Comuna 13 in Medellin, denn im Jahr 2011 wurde in der Comuna 13 die berühmte Rolltreppe eingeweiht. Seitdem haben sich die Lebensbedingungen der dort lebenden Menschen enorm verbessert. Nach 50 Jahren Drogen- und Guerillakrieg stehen die Zeichen in Kolumbien nun endlich auf Frieden

Heute ist Kolumbien zu einer touristischen Destination geworden, die nicht nur für Backpacker, sondern auch für Familien mit Kindern aus den USA und Europa sehr interessant ist. Aber natürlich gibt es immer noch gefährliche Regionen, die nicht achtlos von Backpackern bereist werden sollten. Hier wäre z.B. die Grenzregion zu Panama zu nennen, weswegen es bis heute immer noch nicht möglich ist gefahrlos mit dem Auto oder Bus die Grenze nach Panama zu überqueren.

Informiert Euch auf jeden Fall vorher auf den Seiten des Auswärtigen Amts nach den aktuellen Reisehinweisen.

Cartagena, Kolumbien

Taschendiebstähle in Kolumbien

Natürlich gibt es in den größeren Städten Taschendiebstähle bzw. Räubereien. Man sollte daher seine Wertsachen (Handy, Schmuck) nicht unbedingt offen herum zeigen, wenn man durch die Straßen läuft. Aber das gilt ja eigentlich für die meisten Großstädte auf dieser Welt.

In Medellin wurde ich aber z.B. von einer Einheimischen darauf hingewiesen, mein Handy nicht so offen zu zeigen, da sowas hier gefährlich wäre. Und das während ich gerade auf einem großen Platz in der Innenstadt mit meinem Handy Fotos machte. Natürlich habe ich mein Handy direkt weg gepackt und mich erstmal erschrocken umgesehen.

Man muss aber erwähnen, dass uns auf unserer gesamten Reise durch Kolumbien nicht einmal etwas passiert ist und wir auch in keine brenzlichen Situationen gekommen sind.


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Habt ihr noch andere Reisetipps für Kolumbien, die unbedingt auf diese Liste gehören? Oder habt ihr Fragen zu unserer Reise? Schreibt uns doch einen Kommentar.

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