Wenn man sich über eine Rundreise durch Kolumbien informiert, springen einem immer wieder zwei kleine Inseln ins Auge: San Andres und Providencia. Auf Fotos sehen diese beiden Inseln wie das wahrhaftige Paradies aus: grün bewachsene Hügel, Traumstrände und karibisches Feeling. Auf der Karibikinsel Providencia waren wir insgesamt eine Woche unterwegs. Und wir können mit Fug und Recht behaupten, dass Providencia von allen Orten und Inseln, auf denen wir auf unserer 111-tägigen Großen Reise durch Lateinamerika waren, am schönsten war und dem Paradies am nächsten kam. Um euch einen Überblick zu verschaffen, findet ihr hier unseren Reisebericht zu Providencia.

Wir haben anfangs etwas gezögert, da die Anreise nach Providencia nicht ganz einfach ist… aber gerade das macht wohl den Charme der Insel aus. Auch die Preise auf der Insel für Übernachtungen, Lebensmittel usw. sind etwas höher als auf dem Festland. Aber das ist unserer Meinung nach gerechtfertigt, denn Providencia liegt weit draußen im karibischen Meer.

In unserem Reisebericht zu Providencia wollen wir Euch von unseren Erfahrungen auf unserer Reise berichten und auch ein paar Tipps loswerden. Damit ihr wisst, wo die besten Strände auf Providencia sind, wo ihr übernachten solltet und was man so alles auf dem kleinen Eiland unternehmen kann, haben wir einen Guide für Providencia erstellt. Los geht’s!

Was macht Providencia zum Paradies?

Man liest diese Aussage in vielen Blogs und über viele Inseln oder Strände auf der Welt. Das Paradies! Aber was heißt das schon, wenn es so inflationär benutzt wird wie heutzutage? Wahrscheinlich benutzen wir selbst diesen Begriff auch zu häufig. Aber zumindest war Providencia der einzige Ort auf unserer gesamten fast 4-monatigen Reise, für den wir diesen Begriff wirklich in den Mund nehmen würden.

Providencia mit der Drohne, Kolumbien

Es gibt einige Gründe, warum wir Providencia so unglaublich toll fanden. Die wichtigsten wollen wir Euch hier vorstellen:

#1 Die Abgeschiedenheit | Wo liegt Providencia überhaupt?

Politisch gehören San Andres und Providencia zu Kolumbien, aber geografisch liegen die beiden Inseln viel näher an Costa Rica und Nicaragua als an dem großen südamerikanischen Land. Man merkt der Insel deutlich die karibischen Einflüsse an, die stark denen in Tortuguero (Costa Rica) oder Bocas del Toro (Panama) ähneln.

Es gibt viele dunkelhäutige Einwohner auf der Insel und die Sprachen Englisch und Kreolisch sind weit verbreitet. Spanischkenntnisse sind (zum Glück für uns) auf Providencia nicht notwendig.

Um nach Providencia zu kommen, müsst ihr von Kolumbien aus 2 verschiedene Flugzeuge besteigen oder statt des zweiten Flugzeugs eine Fähre nehmen. Providencia liegt mehrere hundert Kilometer entfernt vom kolumbianischen Festland. Klingt alles schon mal nicht so einfach.

San Andres wird sehr viel und sehr häufig von diversen kolumbianischen Städten angeflogen, die meisten Touristen bleiben dann aber auch dort. Weiter nach Providencia fliegen nur die wenigsten. Und das ist auch gut so!

Bei unseren Rollerfahrten um die Insel haben wir wirklich nur sehr wenige Touristen gesehen und wenn, dann augenscheinlich immer die gleichen. Providencia scheint der Geheimtipp in Kolumbien zu sein.

Southwest Bay Beach, Providencia
Southwest Bay Beach, Providencia

#2 Providencia ist komplett untouristisch

Auf Providencia gibt es z.B. keinerlei Souvenirläden, keine aufdringliche Verkäufer am Strand oder Touristen-Restaurants. Es ist alles total ursprünglich und authentisch.

Man merkt, dass die Insel nicht für Touristen errichtet wurde, sondern die Einheimischen einen als Besucher einfach für eine bestimmte Zeit auf ihrer Insel aufnehmen.

Wir fanden das klasse und fühlten uns pudelwohl. Und auch wenn wir schon von vielen Orten gelesen haben, dass sie “nicht so touristisch” (z.B. bei der Isla Mujeres) oder “untouristisch” sein sollen. Bei Providencia hat das zum ersten Mal voll und ganz gestimmt.

#3 Die tolle Natur | Klein-Hawaii

Sabrina hat mir da zwar bis zuletzt nicht zugestimmt und es ist vielleicht auch etwas komisch, weil wir noch nie auf Hawaii waren. ABER, Providencia erinnert mich total an die hügeligen Inseln von Hawaii. Zumindest so wie ich es mir in meinem Kopf vorstelle.

Ich hatte mir gedacht, dass Providencia eher flach ist wie viele Inseln. Aber es ist sehr bergig bzw. hügelig. Und alle Hügel sind komplett mit saftig-grünen Bäumen bewachsen. Von oben bis unten. Das sieht total phantastisch aus.

Und es liegt auch daran, dass sich die Bebauung von Providencia auf die, an der Küste entlang führende, Ringstraße konzentriert. Im Inneren der Insel gibt es eigentlich nur Natur. Am besten sieht man dies von einem Boot aus, wenn man die Insel umrundet. Oder natürlich mit meiner Drohne. Sehr viele Akkus habe ich komplett leer geflogen, da ich mich an der Aussicht von oben gar nicht satt sehen konnte.

Providencia mit der Drohne

Die Natur auf Providencia ist noch sehr unberührt. Es gibt nur zwei offizielle Wanderwege, die ins Innere der Insel führen. Einer davon ist die Wanderung auf The Peak, auf den ich später noch zu sprechen komme. Ich hätte mir bei unserem Aufenthalt zwar gewünscht, dass das Innere der Insel mit mehr Wanderwegen erschlossen wäre, aber das ist wohl auch der Preis, wenn man auf eine Insel fliegt, die so wenig touristisch erschlossen ist.

Krabbenwanderung

Eine weitere Besonderheit auf Providencia ist die alljährlich stattfindende Krabbenwanderung. Zwischen Mai und Juli wandern innerhalb von 2 Wochen Abertausende Krabben aus den Bergen, um dort ihre Eier abzulegen. Danach verschwinden sie wieder in die Berge. 1-2 Wochen später schlüpfen die Baby-Krabben und folgen ihren Eltern zurück in die Berge.

Southwest Bay, Providencia
Southwest Bay, Providencia

Während dieser Zeit herrscht Ausnahmezustand auf Providencia. Die Straßen sind zum Schutz der Tiere gesperrt, da die Krabben wirklich überall sind. Ein verrücktes Schauspiel muss das sein, wenn man das Glück (oder Pech) hat genau zu dieser Zeit dort zu sein.

Wenn man jetzt aber glaubt die Einwohner schützen die Krabben auf besondere Weise oder passen immer auf, dass sie auch wieder heile in die Berge kommen: Falsch gedacht. Die schwarzen Krabben gelten als Delikatesse auf Providencia.

Crab Cay, Providencia
Crab Cay, Providencia

San Andres oder Providencia? Wo ist der Unterschied?

Wir haben uns vor unserer Reise auch gefragt, ob wir auf beide Inseln fahren sollen oder nur auf eine von beiden. Und wenn nur auf eine, dann San Andres oder Providencia?

Nachdem wir aber beide Insel gesehen haben, können wir uns ein Urteil erlauben und auch die Unterschiede erklären. Auch wenn wir von San Andres nur einen kleinen Teil um die Hauptstadt herum gesehen haben können wir sagen, dass wir die Insel viel zu touristisch und voll fanden.

Klar hat San Andres auch eine wunderschöne Natur und viele tolle Highlights wie wunderschöne Strände zu bieten, aber durch die leichte Erreichbarkeit ist die Insel total überlaufen mit, meistens kolumbianischen, Touristen. Auch gibt es dort das gesamte Touri-Programm von Jet-Skis, über nervige Strandverkäufer, Bettenburgen bis hin zu aneinander gereihten Schirmen am Strand.

Das fanden wir echt zu viel. Für uns war San Andres nicht die paradiesische Karibikinsel, als die sie häufig bezeichnet wird.

An Providencia kommt San Andres unserer Meinung nach auf keinen Fall heran. Wollt ihr eine paradiesische Insel ohne viele Touristen und mit wunderschöner Natur, dann fliegt nach Providencia.

Fazit
Wollt ihr Duty-Free shoppen, günstig anreisen, Jet-Ski fahren und nach Herzenslust in verschiedenen Restaurants und Eisdielen schlemmern, dann seid ihr auf San Andres richtig.

Wie komme ich nach Providencia?

Von Festland-Kolumbien nach San Andres zu kommen ist nicht sehr schwer. Von fast allen großen Flughäfen (Medellin, Bogota, Cartagena etc.) fliegen viele Airlines (auch Billigflieger) nach San Andres. So kommt ihr auch schon ab 25 € p.P. auf die Insel. Einen günstigen Flug könnt ihr z.B. hier bei Skyscanner buchen. Es gibt nur einen kleinen Flughafen auf San Andres. Ihr könnt Euch also eine Umsteigeverbindung (2-3 Stunden sollten ausreichen) suchen, wenn ihr keine Zeit auf San Andres verbringen wollt. Müsst ihr etwas mehr Zeit tot schlagen, dann könnt ihr vom Flughafen San Andres innerhalb von 10 Minuten zum nahe gelegenen Strand laufen. Ihr braucht dafür kein Taxi!

Das Komplizierte an der Anreise ist von San Andres bis nach Providencia zu gelangen. Aber das erklären wir euch jetzt gleich mal in Ruhe.

Von San Andres nach Providencia

Ihr habt grob gesagt 2 Möglichkeiten, um von San Andres nach Providencia zu kommen. Per Fähre oder per Flugzeug.

Mit der Fähre von San Andres nach Providencia

Das ist die günstigere von beiden Optionen, aber auch die unruhigste. Von vielen Reisenden haben wir gehört, dass das Meer zischen San Andres und Providencia oft sehr unruhig ist, was zu sehr holprigen Überfahrten führen kann. Ihr kriegt wohl standardmäßig Pillen gegen Seekrankheit und es soll auf diesen Fähren sogar ein Mitarbeiter einzig und allein dafür zuständig sein, volle Kotztüten einzusammeln. Da uns dies zu sehr an unsere Norwegen-Reise mit der Kotzfähre erinnert hat, kam diese Option für uns nicht in Frage. Euch wollen wir aber gerne erklären, wie ihr per Fähre nach Providencia übersetzen könnt.

Die Fähre benötigt 3.5 Stunden um von San Andres nach Providencia zu kommen und kostet 380.000 COP (ca. 100 Euro) für die Hin- und Rückfahrt.

Fünfmal pro Woche (Montag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag & Sonntag) könnt ihr Euch somit jeweils um 8 Uhr morgens auf die Reise machen. Die Rückfahrt nach San Andres findet an den gleichen Tagen jeweils um 14 Uhr statt.

Im Flugzeug nach Providencia

Per Flugzeug von San Andres nach Providencia

Es gibt 2 Fluggesellschaften, bei denen ihr ein Ticket nach Providencia online kaufen könnt. Die eine ist Satena. Die Tickets für diese Gesellschaft muss man aber weit im Voraus buchen. Wir haben uns daher für die relativ neue Gesellschaft San German Express entschieden, die Flugzeuge von Searca chartert. Hier kriegt man noch einige Tage im Voraus ausreichend Tickets.

Wollt ihr mehr Infos zur Anreise nach Providencia? Dann lest doch unseren separaten Reisebericht hierzu:

Was kann man auf Providencia unternehmen?

Die Hauptbeschäftigung auf Providencia sollte natürlich aus Entspannen und am Strand liegen bestehen. Das versteht sich im Paradies fast von selbst. Aber wenn ihr etwas Action wollt oder die Insel kennen lernen möchtet, dann gibt es noch ein paar andere Aktivitäten auf Providencia, die wir hier für Euch zusammengeschrieben haben.

Wandert auf The Peak

Die Wanderung auf The Peak ist eines der Highlights von Providencia und eigentlich auch die einzige richtige Wanderung auf der Insel. Ihr wandert dabei auf die höchste Erhebung der gesamten Insel und habt einen wunderbaren Panoramablick auf ganz Providencia. Wir hatten uns schon im Vorhinein über die Wanderung informiert und wollten sie auf jeden Fall machen. Der Hike auf The Peak ist mit 1,5 Stunden relativ schnell erledigt und so habt ihr genügend Zeit, um oben die Aussicht zu genießen.

The Peak, Providencia

Was ist The Peak überhaupt?

The Peak (manchmal auch The Hill) ist eine Wanderung auf den höchsten Berg auf der Insel Providencia, die Euch eine der spektakulärsten Ausblicke der ganzen Insel bietet. Der Wanderweg ist insgesamt 7 Kilometer lang und wirklich sehr gut ausgebaut, was sich durch hölzerne Brücken und über den gesamten Weg verteilte Schutzhütten äußert. Selbst wenn Euch ein Unwetter oder Starkregen überraschen sollte, kann man sich so sicher unterstellen.

Der Weg bis ganz nach oben dauert ca. 1,5 Stunden und ist zuerst noch nicht so wirklich steil. Erst später geht es richtig steil hoch und man merkt, dass man wahrscheinlich bald einen ziemlich guten Ausblick haben wird. Die meiste Zeit läuft man durch dichten Wald, anfangs sogar an Wiesen und Feldern vorbei und passiert wunderbare Landschaften.

Lest hier unseren Reisebericht zur Wanderung auf The Peak:

Besucht Santa Catalina Island

Santa Catalina ist eine kleine Insel am nördlichen Ende von Providencia und ist nur durch eine kleine Ponton-Brücke (Lover’s Bridge) mit der Hauptinsel verbunden. Ihr kommt daher auch nur zu Fuß nach Santa Catalina. Per Roller oder Auto ist es nicht möglich hinüber zu gelangen. Alternativ könnt ihr natürlich per Boot übersetzen oder bei einer geführten Tour mit dem Boot einzelne Sehenswürdigkeiten der Insel gezielt ansteuern.

Die Ponton-Brücke hat sicherlich schon bessere Tage gesehen, aber man kommt einigermaßen sicher auf die andere Seite der Bucht. Dort angekommen gibt es einige Restaurants und Posadas (Unterkünfte). Auf Santa Catalina gibt es nur einen Weg, der am südlichen Ende der Insel entlang führt. Ihr könnt also nicht um die Insel herum laufen!

Providencia, Lovers Bridge
Lovers Bridge

Fort Warwick

Geht hier direkt hinter der Brücke nach rechts, kommt ihr nach einigen hundert Metern zu einer alten Kanone. Die ist aber nicht so mega spektakulär. Geht man den Weg zurück und folgt ihm bis zum Ende, dann kommt man, nachdem man einige Stufen hochgeklettert ist, zum Fort Warwick. Ein wirkliches Fort ist das natürlich nicht mehr, eher ein paar alte Steine und natürlich die obligatorische Kanone oben drauf. Das Fort bietet aber einen tollen Ausblick aufs Meer und das gegenüber liegenden Providencia.

Lovers Bridge, Santa Catalina, Providencia
Lovers Bridge

Fort Bay

Läuft man noch ein paar Meter weiter dann kommt man runter zu einem kleinen aber feinen Strand, Fort Bay genannt. Dort kann man Schnorcheln, am schmalen Strand entspannen und natürlich schwimmen. Ab und zu kommt auch eine geführte Bootstour vorbei und es wird am Strand gegrillt. Dann ist es zwar mit der Ruhe vorbei, aber abgesehen davon ist dieser kleine Strand wirklich sehr schön und bietet eine tolle Abkühlung.

Angeblich gibt es noch einen Fußweg der einen weiter zum Morgan’s Head führt. Dies ist ein großer Felsen, der vom Meer aus wie ein Kopf eines berühmten Piraten (Captain Morgan) aussehen soll. Wir haben leider keinen Fußweg dorthin gefunden, aber per Bootstour kommt ihr definitiv dorthin.

Mit dem Kajak nach Crab Cay

Crab Cay war sicherlich eines der Highlights unserer Providencia-Reise. Crab Cay ist eine wirklich sehr kleine Stein-Insel, die ca. 1 km vor Providencia liegt und nur per Boot oder Kajak besucht werden kann. Alternativ wäre es natürlich auch möglich hinüber zu schwimmen, aber das würde ich aufgrund der starken Strömung wirklich keinem raten.

Crab Cay per Drohne, Providencia
Crab Cay

Schon von weitem sieht die Insel spektakulär aus, wie sie da wie eine kleine Stein-Pyramide in mitten des türkis-blauen Meeres thront. Wenn man mit einer Drohne über die Insel fliegt sieht man unzählig viele Blautöne und es sieht noch viel phantastischer aus, da in einem weiten Umkreis um Crab Cay wirklich nichts ist, außer dem wunderschön blauem Wasser!

Crab Cay, Providencia

Wie kommt ihr nach Crab Cay?

Die einfachste Variante um nach Crab Cay (Cayo Cangrejo) zu kommen ist sicherlich ein Motorboot, dass ihr direkt am Hotel Deep Blue (📍 Google Maps Link) anheuern könnt. Ihr zahlt je nach Verhandlungsgeschick 35.000 – 50.000 COP (ca. 9-12 €) pro Person für die Hin- und Rückfahrt. Mit Glück kriegt ihr auch kostenlos eine Schnorchelausrüstung dazu.

Alternativ könnt ihr Euch auch ein Kajak mieten und selbst hinpaddeln. Das macht ziemlich viel Spaß und geht auch recht schnell. Ebenfalls am Hotel Deep Blue könnt ihr ein Kajak für knapp 30.000 COP (ca. 8 €) mieten und seid damit in ca. 20-30 Minuten auf Crab Cay. Ihr solltet dann aber zusätzlich einen kleinen Umweg zu der gelben Boje machen, die sich einige hundert Meter rechts von Crab Cay befindet. Dort könnt ihr Euer Kajak befestigen und an den umliegenden Korallen schnorcheln. Die Strömung ist zwar recht stark, aber die verschiedenen bunten Fische und die tollen Korallen entschädigen für die kleine Anstrengung.

Wollt ihr mehr Infos zur Crab Cay? Dann lest doch unseren separaten Reisebericht hierzu:

Tauchen auf Providencia

Wenn ihr auf Providencia seid, dann solltet ihr auf jeden Fall einige Tauchgänge unternehmen. Das Meer vor der Insel ist wirklich wunderschön und lädt einen geradezu zum Tauchen ein. Direkt vor Providencia befindet sich außerdem das drittgrößte Barrierreef der Welt. Bei unseren beiden Tauchgängen haben wir u.a. ein altes Schiffswrack besucht, welches sich bis zu 22 Meter unter der Wasseroberfläche befindet. Das Wrack kann zwar nicht von innen besichtigt werden, ist aber unter Wasser trotzdem eine tolle Attraktion.

Außerdem waren wir am Manta Point (wo es aber hauptsächlich Stachelrochen und keine Mantas gibt) und an einem Ort wo tausende Röhrenaale leben. Das sind kleine wurmartige Aale, die im Meeresgrund leben und wie kleine Pflanzen aus dem Meeresboden heraus gucken. Wenn man ihnen zu nahe kommt ziehen sie sich blitzartig wieder ins den Boden zurück. Ein sehr lustiges Schauspiel!

Unsere Empfehlung für eine Tauchschule

Tauchschulen gibt es gar nicht mal so wenige auf der Insel und viele befinden sich in der Nähe von Southwest Bay. Hier eine Liste von guten Tauchschulen auf Providencia:

Wir haben uns für unseren Tauchgang aber für einen Neuling unter den Tauchschulen entschieden. Bei Anda Di Wata bekommt ihr schon für 230.000 COP pro Person (ca. 60 Euro) 2 Tauchgänge und die Besitzer sind ein super nettes schweizerisch-kolumbianisches Pärchen. Sie haben eine sehr moderne Ausrüstung und jeder Taucher bekommt sogar einen eigenen Tauchcomputer. Das hatte ich bisher noch nie. Wir hatten einen super Tag auf dem Meer und konnten so die Insel aus einem ganz anderen Blickwinkel sehen.

Schnorcheln

Schnorcheln gehört zu den Top-Aktivitäten auf Providencia. Es gibt sehr viele super Schnorchel-Spots auf der Insel, die teilweise auch ohne Boot erreichbar sind. Der beste Platz zum Schnorcheln ist sicherlich Crab Cay und die etwas weiter entfernte gelbe Boje mitten im Meer.. Wie ihr dort hin kommt könnt ihr weiter oben lesen.

Ein weiterer guter Spot ist Morgans Head bzw. Fort Bay auf Santa Catalina Island. Dort kommt ihr zu Fuß (Fort Bay) bzw. am besten per Boot bei einer geführten Bootstour (Morgans Head) hin.

Aber auch am Southwest Bay Beach könnt ihr vom Strand aus Schnorcheln gehen. Am schönsten ist dies unserer Meinung nach, wenn ihr bis zum linken Ende des Strandes lauft und dort ins Wasser geht.

Wo sollte man auf Providencia übernachten?

Wir haben uns vor unserer Reise nach Providencia auch sehr lange durch die recht überschaubare Liste an Unterkünften gescrollt und uns gefragt, in welchen Teil der Insel wir denn wohl übernachten sollen. Es gibt kaum eine Häufung von Hotels an einem bestimmten Ort, sondern diese sind fast schon gleichmäßig über die Insel verteilt. Zwar gibt es einen Hauptort auf der Insel (Santa Isabel), aber dort ist keineswegs der Hotspot der Insel. Es gibt dort wohl eine Häufung von Häusern und Supermärkten, aber ansonsten keinen Grund direkt dort zu übernachten.

Providencia mit der Drohne

Bei vielen Unterkünften stand in den Bewertungen, dass diese weit entfernt vom nächsten Strand, oder weit vom nächsten Restaurant bzw. Supermarkt sind.

Wir haben überlegt, was uns wohl das wichtigste bei unserem Aufenthalt sein würde. Die Nähe zu vielen Supermärkten (von denen es eh nicht viele gibt) oder die Nähe zu einem tollen Strand? Relativ schnell wurde uns klar, dass wir vermutlich mehr Zeit beim Entspannen am Strand verbringen würden als beim Shoppen im Supermarkt.

Southwest Bay

Also fingen wir an nach Hotels zu suchen, die in Laufweite von einem Strand liegen und möglichst auch nicht zu weit weg von Supermärkten sind. Denn wir wollten uns selbst verpflegen. Unsere Wahl fiel auf Southwest Bay (Bahia Suroeste) im Süden der Insel. In diesem kleinen Teil der Insel gibt es einen wunderschönen Strand, und auch einige kleinere Supermärkte und auch Restaurants. Außerdem ist dieser Stadtteil abseits der Hauptstraße, was einem nochmal mehr Ruhe beschert.

Wenn man zu anderen Teilen auf der Insel will, dann benötigt man sowieso einen Roller. Aber für das Alltägliche hat man alles in Laufweite und kann vor allem zum nahe gelegenen Strand laufen.

Unsere Unterkunft auf Providencia

Wir haben auf Providencia bei Miss Portia in der Southwest Bay übernachtet. Es gab eine leistungsfähige Klimaanlage (nicht zu unterschätzen bei der Hitze), ein eigenes Bad und eine Gemeinschaftsküche mit großem Kühlschrank und  Wasserspender.

Crab Cay, Providencia
Crab Cay, Providencia

Die Strände auf Providencia

Es gibt einige wirklich schöne Strände auf Providencia. Die beiden größten und auch schönsten Strände von Providencia sind im Süden der Insel zu finden: Southwest Bay und Manzanilla Beach. Aber auch die anderen Strände, die über die Insel verteilt sind, haben natürlich ihre Vorzüge. In unserem Reisebericht wollen wir Euch die Strände nun kurz vorstellen.

Tipps zu allen Stränden
An fast jedem Strand gibt es viele Mücken und kleine Sandfliegen. Die Stiche tun nicht sehr weh, sind aber sehr nervig. Daher solltet ihr unbedingt Moskitospray zum Strand mitnehmen.

South West Bay

Unserer Meinung nach ist dies der schönste Strand von Providencia. Und das nicht nur weil wir in Laufweite zu diesem Strand übernachtet haben. Der Strand an der Souhwest Bay ist mehrere hundert Meter lang und von Palmen gesäumt. Es gibt hier mehrere Bars, Restaurants und man kann direkt vom Strand aus Schnorcheln. Dazu geht man am besten zum ganz linken Ende des Strands und schwimmt an den dortigen Klippen entlang.

Man kann dabei einige Seesterne und Fische sehen. Am linken Ende des Southwest Bay Strands ist man zudem fast alleine, da sich die meisten anderen Touristen weiter auf der rechten Seite des Strands tümmeln. Inklusive einiger Beachbars die ihre Musik auch mal etwas lauter aufdrehen.

Southwest Bay Beach, Providencia
Southwest Bay Beach

Man kann übrigens mit dem Auto oder Scooter direkt bis zum (und sogar auf den) Strand fahren. Das nutzen einige Motorradfahrer aus, um über den kompletten Strand zu düsen. Das ist leider etwas nervig.

📍 South West Bay findet ihr hier bei Google Maps.

Manzanillo Bay

Manzanillo Beach, ProvidenciaAuch zum Manzanillo Beach (Manchaneel Beach) kann man direkt mit dem Auto fahren. Man muss dafür kurz hinter der Abbiegung zum Peak eine Seitenstraße nehmen und dieser ein paar Kilometer bis zum Meer folgen. Auch hier gibt es ein Restaurant und an Palmen aufgehängte Schaukeln mit denen man über dem Wasser hin und her schaukeln kann.

Der Strand ist knapp 300 Meter lang und wird manchmal sogar als Piste für Pferderennen genutzt.

📍 Manzanillo Bay findet ihr hier bei Google Maps.

Almond Bay

Almond Bay auf Providencia, KolumbienDer Strand an der Almond Bay ist nicht wirklich groß und auch ziemlich weit von der Straße entfernt. Das macht den Strand natürlich sehr ruhig, da der mögliche Straßenlärm weit entfernt ist. Von der Straße, wo es auch einige wenige Parkplätze (direkt neben einer großen Plastikkrake) gibt, müsst ihr noch 350 Meter bergab laufen. Wegen dieser Tatsache und da der Strand nicht so mega spektakulär ist, war dies nicht unser Lieblingsstrand auf Providencia.

📍 Almond Bay findet ihr hier bei Google Maps.

Fresh Water Bay

Fresh Water Bay ist ein weiterer schöner und sehr langer Strand mit einigen Hotels, der aber leider direkt an der Hauptstraße liegt. Trotzdem ist der Strand sehr pittoresk durch viele im Wasser liegende Felsen und viele Schatten spendende Palmen. Zum Fotos machen eignet sich dieser Strand daher sehr gut.

📍 Fresh Water Bay findet ihr hier bei Google Maps.

Freshwater Bay Beach
Freshwater Bay Beach

Pash Bay

Pash Beach ist ein wirklich sehr sehr kleiner Strand, der auch direkt an der Straße liegt. Es gibt dort einen kleinen Pavillon und der Strand ist vielleicht 100 Meter lang. Es ist also kein Strand wo man extra hin fährt, um dort den Tag zu verbringen. Aber wenn ihr eh gerade eine Tour um die Insel macht, dann solltet ihr der Pash Bay auf jeden Fall einen Besuch abstatten.

📍 Pash Bay findet ihr hier bei Google Maps.

Pash Bay Beach, Providencia

Fort Bay

Dieser Strand befindet sich auf Santa Catalina Island. Um hierhin zu kommen, müsst ihr nach Santa Catalina hinüber laufen und nach links bis zum Ende des Weges gehen. Dann kommt ihr unweigerlich zu diesem Strand. Er ist auch sehr klein und grenzt direkt an den dichten, grünen Wald der Insel. Hier ist es sehr ruhig, da Fort Bay ziemlich abgelegen ist. Auch Schnorcheln kann man hier sehr gut.

📍 Fort Bay findet ihr hier bei Google Maps.

Tipps zu Providencia

Taxis und Moto-Taxis

Taxis gibt es nur wenige auf der Insel und sie sind nicht so einfach als Taxi zu erkennen, da sie keine besondere Farbe o.ä. haben. Aber zumindest der Preis ist Standard, und zwar egal wo ihr auf der Insel hin wollt. Ihr bezahlt immer 25.000 COP (ca. 6,50Euro) pro Fahrt.

Bei Mototaxis ist es etwas günstiger. Ihr könnt meistens irgendein Motorrad auf der Straße anhalten. Die Kosten sind 5000 COP (ca.1,50 Euro) pro Person und es werden auch 2 Personen auf einem Moto-Taxi mitgenommen. Ihr sitzt dann also (inkl. Fahrer) zu dritt auf dem Motorrad. Etwas komisch, aber man gewöhnt sich dran.

Geldautomaten auf Providencia

Es gibt 2 Geldautomaten auf Providencia, beide befinden sich in Santa Isabel im Norden der Insel. Bei unserem Besuch gab es keinerlei Probleme an Bargeld zu kommen, wie es sonst in Südamerika häufig so ist.

Tanken

Aktuell gibt es nur eine einzige Tankstelle auf Providencia, welche sich kurz vor dem Hauptort (Santa Isabel) auf der westlichen Seite der Insel befindet.

Roller bzw. Golf Cart mieten auf Providencia

Ein Roller oder Scooter wird normalerweise Euer Fortbewegungsmittel #1 auf dem kleinen Eiland sein. Es macht super Spaß um die Insel zu cruisen und einfach anhalten zu können, wo man will. Verfahren könnt ihr Euch auch nicht, da es nur eine Hauptstraße auf Providencia gibt. Wenn ihr keine Stopps einlegt, könnt ihr theoretisch in knapp 45 Minuten einmal um die Insel herum fahren. Das verdeutlicht wie klein die Insel doch eigentlich ist.

Helme gibt es übrigens nicht. Ihr solltet also vorsichtig fahren. Ihr zahlt ca. 80.000 COP (ca. 22 €) pro Tag und könnt zu zweit auf einem Roller sitzen.

Falls Euch das zu gefährlich erscheint oder ihr zu mehreren seid, dann könnt ihr Euch ein Golf Cart leihen. Dort passen 4+ Leute rein und ihr könnt sogar noch Gepäck transportieren. Für einen Tag zahlt ihr ca. 160.000 COP (ca. 45 €).

Eure Unterkunft wird Euch sehr gerne weiterhelfen, wenn ihr ein Golf Cart oder einen Roller mieten wollt. Die meisten Unterkünfte haben sogar eigene Roller, was das ganze noch unkomplizierter macht.

Boots-Ausflüge von Providencia

Teilweise liest man im Netz Informationen zu Ausflügen zu unbekannteren Inseln in der Umgebung von Providencia wie Roncador, Serrana und Serranilla. Nach unserer Recherche sind diese jedoch zwischen 100 und 400 km von Providencia entfernt und somit leider keine Option für einen Tagesausflug. Wenn ihr aber mehr Zeit (und wahrscheinlich auch Geld) haben solltet, dann könnte einer dieser einsamen Inseln eine Option für Euch sein. Erkundigt Euch hierzu am besten bei Eurer Unterkunft oder am Hafen.

Willst du eine Rundreise durch Kolumbien machen? Dann lies doch folgende Reiseberichte:


Habt ihr noch Fragen zu unserem Providencia Reisebericht oder ganz andere Erfahrung auf der Traum-Insel der Karibik gemacht? Schreib uns doch einen Kommentar!

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