Der Tayrona Nationalpark im Norden Kolumbiens wird in allen Reiseführern und Blogs in den höchsten Tönen gelobt. Und es scheint fast als wäre es schon fahrlässig, wenn man den Park auf seiner Reiseroute durch Kolumbien außen vor lässt. Ob der Tayrona Nationalpark den Hype wirklich wert ist und was man bei einen Besuch dieses Highlights alles beachten sollte, wollen wir hier in unserem Reisebericht beschreiben.

Was erwartet Euch im Tayrona Nationalpark?

Im Tayrona Nationalpark erwarten Euch einige der schönsten Strände von ganz Kolumbien. Zusätzlich türkis-blaues Wasser und ein dichter, grüner Dschungel, der den Park von der nahen Zivilisation abschirmt.

Es erwarten Euch aber auch 1699 andere Touristen, die sich jeden Tag in den Park aufmachen.

Tayrona Nationalpark, Kolumbien

Wozu geht man in den Park?

Zuallererst natürlich wegen der tollen Strände, das ist klar. Aber wir dachten eigentlich, dass es viel mehr Wanderwege im Tayrona Nationalpark gibt. Es gibt einen Hauptweg, der vom Haupteingang Zaino gen Norden an den einzelnen Stränden vorbei führt. Aber abgesehen davon gibt es keine verschlungen Wege durch den Urwald und auch kein großes Netz von Wanderwegen, wie wir es z.B. in Costa Rica im Manuel Antonio Nationalpark bzw. Corcovado Nationalpark erlebt haben.

Die meisten Leute – und definitiv die vielen kolumbianischen Touristen – kommen in den Park, um einen tollen Tag am Strand zu verbringen. Viele einheimische Touristen haben wir mit großen Kühlboxen an uns vorbei laufen sehen. Die Strände sind dann dementsprechend auch sehr voll.

Fakten zum Tayrona Nationalpark

Eintrittskosten

Der Eintritt in den Tayrona Park ist gar nicht mal so billig, besonders für Ausländer. Ihr zahlt aktuell 53.500 COP (ca. 14 Euro) für eine Tageskarte pro Person.

Die zusätzliche Versicherung
Zusätzlich zum Ticketpreis müsst ihr eine Unfallversicherung abschließen. Diese könnt ihr zwar beim Online-Kauf optional abwählen, aber beim Parkeintritt wird dies kontrolliert und ihr müsst diese Versicherung nachweisen. Die Kosten hierfür betragen 3000 COP (80 Cent) pro Person.

Öffnungszeiten

Der Park hat täglich zwischen 8:00 und 17 Uhr für Tagesbesucher geöffnet. Wenn ihr im Park (auf den Campingplätzen) übernachten solltet, dann könnt ihr natürlich auch vor und nach dieser Zeit zu den Stränden bzw. durch den Park laufen.

Jedes Jahr schließt der Park übrigens für einen kompletten Monat, damit die Natur sich erholen kann. Meistens ist der Februar geschlossen. Informiert euch aber vor Eurem Besuch nochmal auf der Webseite des Parks.

Tayrona Nationalpark, Kolumbien

Die Strände des Tayrona Nationalparks

Im Tayrona Nationalpark gibt es viele Strände von denen aber nicht alle zum Schwimmen freigegeben sind. Manche dürfen noch nicht mal betreten werden. Welche Strände im Tayrona Park die schönsten sind und wo ihr Schwimmen gehen solltet, verraten wir Euch jetzt.

Arrecifes

Vom Start der Wanderung (falls ihr das Shuttle vom Eingang nehmt) lauft ihr ca. eine Stunde bis zum Strand Arrecifes. Der Strand selbst ist durch Zäune abgesperrt und darf wegen der starken Strömung nicht betreten werden. Schwimmen ist hier somit verboten. Im Vorbeigehen könnt ihr ein paar schöne Fotos schießen und lauft dann einfach weiter zum nächsten Strand, wo ihr endlich ins Wasser könnt.

Der nächste Strand lässt auch nicht lange auf sich warten. Leider weiß ich den genauen Namen nicht, aber der Weg dorthin ist sehr einfach. Nach dem gesperrten Strand führt der Weg vom Meer weg und ihr lauft wieder durch den Wald. Irgendwann kommt rechts ein Campingplatz, wo es auch einen ausgeschilderten Weg zu dem unten abgebildeten Strand gibt. Hier ist das Schwimmen auch verboten und es gibt auch sehr hohe Wellen. Aber viele Leute lassen sich den Spaß trotzdem nicht nehmen und gehen hier ins Wasser.

Ihr solltet aber auf jeden Fall vorsichtig sein, denn die Strömung ist schon sehr stark. Schwimmt also nicht zu weit raus.

Arrecifes, Tayrona Nationalpark
Arrecifes Strand, Tayrona Nationalpark

La Piscina

Der Name dieses Strandes ist hier Programm. La Piscina bedeutet übersetzt Schwimmbad und an diesem Strand könnt ihr auch endlich ins kühle Nass springen und das herrlich ruhige Wasser genießen.

Der Strand ist wirklich traumhaft und vorgelagerte Felsen brechen die starken Wellen ab, so dass das Wasser sehr ruhig ist… wie in einem Schwimmbad eben.

Trotz der Schönheit des Strandes sind hier gar nicht mal so viele Menschen unterwegs. Wenn ihr es also etwas ruhiger haben wollt, dann solltet ihr hier eine längere Pause am Strand einlegen.

Achtung: Im Wasser soll es häufiger Sichtungen von Feuerquallen geben. Diese können sehr schmerzhaft bei Berührungen sein, ihr solltet also vorsichtig sein.

La Piscina, Tayrona Nationalpark
La Piscina

Cabo San Juan

Einen knappen Kilometer entfernt von La Piscina liegt der Hauptstrand und sicherlich auch schönste Strand des Tayrona Nationalparks: Cabo San Juan.

Cabo San Juan, Tayrona NationalparkDie allermeisten Touristen (und auch Einheimische) laufen viele Kilometer durch den Park nur um hierhin zu gelangen. Dementsprechend voll ist es hier und man muss schon etwas suchen, um noch einen freien Platz im goldgelben Sand zu finden.

Der Cabo San Juan besteht aus zwei Buchten, die von einem auf hohen Felsen thronenden Aussichtspunkt getrennt sind.

Es gibt hier einen Campingplatz, ein Restaurant und einige Snack-Stände. Die Preise sind weit höher als außerhalb des Parks. Ihr solltet Euch deswegen Proviant und Wasser in den Park mitnehmen.

 Tayrona Nationalpark
Cabo San Juan, Tayrona Nationalpark

Für uns war dieser Strand der letzte auf unserer Wanderung durch den Tayrona Nationalpark. Gegen 14:30 Uhr haben wir uns auf den Rückweg gemacht. Wir waren zwar direkt bei Öffnung des Parks am Eingang und haben nicht stundenlang am Strand gelegen. Aber da man noch kilometerlang zurück zum Eingang wandern muss, hat uns diese Strecke für einen Tagesausflug vollkommen ausgereicht.

Weiter Richtung Norden wandern

Falls ihr noch mehr Zeit habt, weil ihr weniger rumgetrödelt habt als wir bzw. sogar im Park übernachten wollt, dann könnt ihr natürlich noch weiter Richtung Norden wandern.

Dort erwarten Euch unter anderem weitere Strände und eine alte Ruinenstadt namens Pueblito Chairama. Hier sind nur wenige Touristen unterwegs und dementsprechend ursprünglich und ruhig geht es hier zu.

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Lohnt es sich?

Im Endeffekt definitiv ja! Der Parkbesuch hat sich für uns am Ende ganz anders gestaltet, als wir es uns gedacht haben, aber trotzdem haben wir wunderschöne Strände und tolle Natur gesehen. In einer Region von Kolumbien, wo nicht jeder Strand zum Schwimmen geeignet ist (siehe Palomino) ist der Tayrona Nationalpark daher eine wirkliche Oase.

Gerade durch den Status als Nationalpark werden die Natur und auch die Tiere geschützt und einigermaßen vor dem Eingriff des Menschen bewahrt.

Auch wenn wir viel mehr im Park gelaufen sind als wir eigentlich gewollt hätten und am Ende des Tages ziemlich platt waren, können wir einen Besuch im Tayrona Nationalpark definitiv empfehlen. Es sind zwar sehr viele Menschen dort unterwegs und die Eintrittspreise auch recht hoch, aber die Strände sind einfach zu schön, um den Park nicht zu besuchen.

Die Anreise zum Tayrona Nationalpark

Bus von Palomino zum Tayrona NationalparkDie Anreise zum Tayrona Nationalpark ist wirklich sehr einfach. Es gibt nur eine Straße, die am Park vorbei führt und so kommt ihr entweder von Santa Marta oder aus Richtung Palomino zum Park.

Von Santa Marta aus fährt ein Bus vom Mercardo Publico ab und braucht etwa eine Stunde zu Tayrona Nationalpark. Die Kosten hierfür liegen bei 10.000 COP (ca. 2,5 Euro).

Von Palomino nehmt ihr den gleichen Bus (Richtung Santa Marta) und benötigt genauso fast eine Stunde und bezahlt auch hier 8000 COP (2 Euro). Generell könnt ihr den Bus aber auch irgendwo an der Straße per Handzeichen anhalten. Es gibt sowieso keine festen Haltestellen bei den Bussen in Kolumbien.

Dem Busfahrer (bzw. Ticketverkäufer) sagt ihr einfach ihr wollt zum Tayrona Park (El Zaino). Normalerweise wird er den Stopp dann auch ausrufen. Ihr werden aber sicherlich nicht die Einzigen sein, die hier aussteigen.

Unsere Tipps

Hier haben wir noch einige Tipps für Euch zusammengestellt, um Euren Besuch im Tayrona Nationalpark noch angenehmer zu machen.

#1 Welchen Eingang sollte ich wählen?

Besonders wenn ihr nur einen Tagesausflug in den Tayrona Nationalpark unternehmen wollt, würden wir Euch den Eingang El Zaino empfehlen. Dieser liegt am nächsten an den Stränden und Campingplätzen. Beim Online-Kauf deiner Eintrittskarten (siehe dazu den nächsten Abschnitt) wählst du für dein Ticket Taquilla Zaino aus.

Dieser Eingang liegt direkt an der Hauptstraße (an der auch der Bus zwischen Palomino und Santa Marta vorbei fährt), bietet einige Shops, Souvenirverkäufer und auch ein kleines Restaurant.

Nehmt das Shuttle anstatt zu Laufen

Von diesem Eingang kannst du entweder in einer Stunde bis zum Beginn der eigentlichen Wanderung laufen, was wir aber nicht empfehlen würden. Oder du nimmst für 3000 COP (80 Cent) einen kleinen Shuttlebus, der dich in wenigen Minuten dorthin bringt.

Die Straße führt zwar durch den Dschungel, ist aber durchgängig asphaltiert und zum selber Laufen einfach viel zu langweilig. Außerdem lauft ihr im Park noch genug, so dass ihr Eure Kraft sparen solltet.

#2 Wo kaufe ich die Eintrittskarten für den Tayrona Nationalpark?

Die Eintrittskarten kauft ihr am besten im Voraus online auf der offiziellen Webseite des Tayrona Nationalparks. Falls ihr ohne Eintrittskarte zum Eingang kommt kann es, besonders in der Hauptsaison, dazu kommen, dass ihr nicht hinein gelassen werdet.

Es reicht die Tickets 1-2 Tage vorher in Internet zu kaufen und dann vor Ort auf Eurem Mobiltelefon vorzuzeigen. Bringt außerdem Euren Pass mit.

  • Die Webseite zum Ticket-Kauf lautet: parquetayrona.com.co/
    • PS: Auf Mobil-Geräten solltet ihr in den Desktop-Modus schalten, da die Seite ansonsten nicht richtig funktioniert!

Hinweis: Wenn ihr ein Online-Ticket habt, dann gibt es vor Ort eine separate Schlange. Ihr müsst Euch also nicht in die längere Schlange einreihen bei den Leuten, die sich noch ein Ticket kaufen müssen.

#3 Brauche ich eine Gelbfieberimpfung für den Tayrona Nationalpark?

Offiziell und Theoretisch ja, praktisch Nein! Es wird natürlich empfohlen und ist sicherlich generell für eine Reise in die Tropen ratsam, aber bei unserem Besuch wurden weder wir, noch jemand anders um uns herum nach einem Impfpass oder der Gelbfieberimfpung gefragt.

Informiert Euch aber nach notwendigen Impfungen bei einem Tropenarzt oder dem Auswärtigen Amt.

Tayrona Nationalpark

#4 Gibt es Essen & Trinken im Park zu kaufen?

Am Hauptstrand Cabo San Juan gibt es ein richtiges großes Restaurant und auch einige kleinere Stände, die Snacks verkaufen. Zwischendurch gibt es auch immer mal wieder Getränke zu kaufen. Meistens leckere Sachen, wie selbst gemachte Limonade und frische Kokosnüsse.

Ihr solltet Euch aber wegen der hohen Preise euren Proviant selber mit in den Park nehmen. Aber Vorsicht: Ihr dürft weder Glasflaschen noch Alkohol in den Park mitnehmen. Kontrolliert wurde dies bei unserem Besuch aber nicht.

#5 Sind Drohnen erlaubt im Tayrona Nationalpark?

Offiziell natürlich nicht, so wie in allen Nationalparks in Kolumbien. Ich habe meine Drohne aber mitgenommen und es wurde weder am Eingang kontrolliert, noch gab es Kontrollen oder Aufpasser innerhalb des Parks. Wenn ihr also umsichtig und kontrolliert fliegt, dann könnt ihr wirklich grandiose Drohnenaufnahmen im Tayrona Nationalpark machen.

#6 Was solltet ihr auf Euren Tagesausflug in den Tayrona Nationalpark mitnehmen?

  • Genug Wasser und Getränke
  • Sonnencreme und gutes Moskitospray
  • Badesachen
  • Ein Badetuch, um Euch an den Strand zu legen.
  • Bargeld, um euch bei Bedarf Snacks bzw. eine Kokosnuss zu kaufen.

Habt ihr noch Fragen zu euren Besuch des Tayrona Nationalparks? Über einen Kommentar unter unseren Reisebericht würden wir uns sehr freuen.

Eine Idee zu “Tayrona Nationalpark | Unsere Tipps & die schönsten Strände

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