Die Sorapissee Wanderung ist eine der spektakulärsten Wanderungen der Dolomiten und ein absolutes Highlight von Venetien, der Nachbarregion von Südtirol. Das eigentliche Highlight ist aber unserer Meinung nach nicht der See selbst, sondern der Weg dorthin. Der Wanderweg zum Sorapissee führt nämlich nicht einfach nur durch den Wald, sondern zusätzlich auch entlang von steil abfallenden Steilhängen und mit Ausblicken auf die Bergwelt der Dolomiten, die wirklich einzigartig ist.
Zuletzt aktualisiert: Juli 2026
Der Sorapissee in den Dolomiten
Der Sorapis See liegt nur 12 km von Cortina d’Ampezzo entfernt und ist für die türkise Farbe seines kristallklaren Wassers berühmt. Das Wasser, das diesen See speist, entstammt einem nahen Gletscher und erreicht auf unterirdischem Weg eine große Felsschwelle, von wo es in den hoch aufragenden Wasserfall „il Piss“ mündet. Dieser Wasserfall ist auch der Namensgeber für den Sorapissee (Sora el Piss = über dem Piss).
Der See liegt auf 1.925 Metern Höhe am Fuße der Punta Sorapis (3.205 m) und ist Teil des berühmten Höhenwegs Alta Via delle Dolomiti Nr. 3. Erreichen könnt ihr ihn ausschließlich zu Fuß – eine Straße oder Seilbahn gibt es nicht.
Die Wanderung zum Sorapissee
Wie sieht die Strecke im Detail aus?
Die Wanderung lässt sich grob in drei Abschnitte einteilen. Die ersten ca. 2 km führen auf breitem Waldweg mit wenig Höhenunterschied – ein entspannter Einstieg. Zwischen Kilometer 2 und 4 wird der Weg schmaler und steiler, hier warten die ersten anspruchsvollen Passagen mit Stahlseilen. Ab Kilometer 4 bis zum See wechseln sich schmale, exponierte Abschnitte am Steilhang mit ruhigeren Wegstücken ab. Rechnet für den Hinweg mit ca. 2 Stunden, für den Rückweg – da überwiegend bergab – mit etwas weniger.
Anreise zum Startpunkt der Sorapissee Wanderung
Wie kommt man zum Startpunkt der Wanderung?
Der Start der Wanderung zum Sorapissee liegt am Passo Tre Croci, ca. 15 Autominuten (10 km) von Cortina d’Ampezzo entfernt. Ihr habt drei Optionen, dorthin zu kommen:
- Mit dem eigenen Auto oder Mietwagen: Über die SR48 direkt zum Pass. Ideal, wenn ihr flexibel bleiben und die Dolomiten weiter erkunden wollt.
- Mit dem Bus: Die DolomitiBus-Linie 30/31 verbindet Cortina d’Ampezzo mit Misurina und hält direkt am Passo Tre Croci. Zwischen 6 und 11 Uhr fährt stündlich ein Bus, am Nachmittag bis ca. 17:45 Uhr zurück. Praktisch, wenn der Parkplatz voll ist – aktuelle Fahrpläne auf der DolomitiBus-Website.
- Zu Fuß von Cortina: Für sehr sportliche Wanderer, deutlich längere Gesamtstrecke.
Wo kann man am Passo Tre Croci parken?
Es gibt keinen offiziellen großen Wanderparkplatz, aber drei praktikable Möglichkeiten:
- Direkt an der Straße (Google Maps Link) – kostenlos, aber begrenzt und in der Hauptsaison ab ca. 8:30 Uhr meist voll.
- Parkplatz beim Hotel Passo Tre Croci, ca. 200 Meter westlich – kostenlos, aber in einem schlechten Zustand mit tiefen Schlaglöchern.
- Schotterparkplatz „Parcheggio per Sorapis“ etwas weiter westlich auf der SR48 – oft übersehen und daher manchmal noch frei, wenn die anderen beiden schon voll sind.
Tipp: Startet vor 8 Uhr, dann bekommt ihr fast immer einen Parkplatz direkt an der Straße. Im Juli/August ist ab 9 Uhr an Wochenenden praktisch nichts mehr frei.
Unsere Erfahrungen bei der Sorapissee Wanderung
Der Weg zum Sorapis See in den Dolomiten startet anfangs noch recht freundlich mit breit ausgebauten Wegen durch den dichten Wald.
Doch schon nach einem Kilometer geht es über das Geröllfeld eines trockenen Flussbetts und danach geht es stetig bergauf. Der Weg wird immer abwechslungsreicher und man erhascht zwischendurch immer Mal wieder einen Blick auf das links von einem liegenden Tal, das von Millionen von Nadelbäumen gesäumt scheint. Saftiges Grün wohin man schaut.
Die Sorapis See Wanderung wird ab jetzt immer steiler und wir fangen das erste Mal an zu schwitzen und machen kleinere Pausen.
Es dauert nicht mehr lang und wir erreichen die Stelle wo der Wanderweg sich entlang von Steilhängen an den Berg zu schmiegen scheint.
Die Steilhänge
Wir hatten im Vorfeld schon von diesem Teil der Strecke gelesen, aber dass dieser wirklich so gefährlich und gleichzeitig so wunderschön sein würde hätten wir nicht gedacht. Auf dem Hinweg hat man rechts neben sich die Steilwand und links neben sich den Abgrund und meistens einen kilometerweiten Blick ins Tal in dem sich Tannen in den Himmel recken soweit man gucken kann.
Das ist der schöne Teil dieses Abschnitts der Wanderung. Der gefährliche oder zumindest sehr fordernde ist der schmale Weg mit dem Abgrund direkt neben sich und einem Stahlseil auf der rechten Seite, um sich abzusichern. Aber an manchen Stellen fehlt auch dieses Sicherungsseil. Und wenn man unvorsichtig ist oder abrutscht, weil es wegen Regens rutschig wird auf dem oft felsigen Weg, dann stürzt man unweigerlich in die Tiefe. Keine sehr schöne Vorstellung.
Wenn man sich aber daran gewöhnt hat hier sehr vorsichtig zu laufen, besonders mit kleinen Kindern oder Hunden, dann kann man diesen Weg sehr genießen. Auch wenn man bei Gegenverkehr oft warten muss, da an besonders engen Stellen keine 2 Leute nebeneinander passen.
Endlich am See angekommen
Nach fast 2 Stunden sind wir dann endlich am Ziel der Wanderung angekommen. Noch einen kleinen Hügel überqueren und schon offenbart sich der See vor uns. Es ist zwar bewölkt, aber dennoch wirkt dieser Bergsee sehr beindruckend auf uns. Nach der anstrengenden Wanderung schicken wir unseren Hund Aaro erstmal ne Runde schwimmen. Diese Aufforderung lässt er nicht zweimal geben und schwupps hüpft er ins glasklare Wasser.
Foto-Tipp: Das schönste Licht am Sorapissee gibt es morgens, wenn die Sonne hinter euch steht und ihr in Richtung See fotografiert. Nachmittags steht die Sonne dann eher entgegen, was die Aufnahmen schwieriger macht. Und: Das Wasser wirkt bei Sonnenschein deutlich türkiser und leuchtender als bei bewölktem Himmel – wie bei uns.
Nach einiger Zeit laufen wir etwas am Seeufer entlang und suchen uns eine schöne Stelle an der wir für uns allein sind und uns für den Rückweg stärken können. Man kann zwar auch auf einem schmalen Pfad einmal um den kompletten Sorapissee herum laufen, aber wir sind noch zu kaputt vom Hinweg.
Wenn ihr noch weitere Seen in Südtirol besuchen wollt gibt es hier eine Übersicht der schönsten Seen in den Dolomiten.
Rückweg im Regen
Nach ca. einer Stunde verlassen wir wieder den Sorapissee und treten den beschwerlichen Heimweg an. Plötzlich fängt es heftig an zu regnen. Die kleine Abkühlung finden wir gar nicht schlimm, aber dennoch wird durch den Regen der felsige Weg teilweise so rutschig, dass wir höllisch aufpassen müssen nicht auszurutschen und heil durch den Steilhang zu kommen.
Aber dann kommt die Sonne raus und wir können einen wunderschönen Regenbogen erleben, der einen kompletten Halbkreis im Tal neben uns bildet. Ein richtiger Wow-Moment und ein toller Abschluss eines besonderen Wandertags.
Die Rundwanderung über die Forcella Marcoira
Kann man den Sorapissee auch als Rundweg wandern?
Ja – statt auf demselben Weg zurückzulaufen, könnt ihr am See auf den Weg 216 wechseln und über die Forcella Marcoira (Bergsattel) auf Weg 213 zurück zum Passo Tre Croci wandern. Der Umweg fügt kaum zusätzliche Distanz hinzu (ca. 1,7 km mehr als der reine Hin- und Rückweg), dafür aber deutlich mehr Höhenmeter – insgesamt etwa 700 statt 450 Höhenmeter.
Der Aufstieg zur Forcella Marcoira ist steil und stellenweise mit leichter Kletterei verbunden, dafür werdet ihr mit einem fantastischen Blick von oben auf den türkisen Sorapissee und einem Panorama über die gesamte Sorapis-Gruppe belohnt – bei klarer Sicht reicht der Blick bis zu den Drei Zinnen. Der Wegabschnitt ist deutlich ruhiger als die Hauptroute, da die meisten Tagesausflügler direkt zum See und wieder zurücklaufen.
Unsere Einschätzung: Wer konditionell fit ist und keine Höhenangst hat, sollte den Rundweg definitiv in Erwägung ziehen – die Aussicht von der Forcella Marcoira gehörte für uns zu den Highlights der gesamten Dolomiten-Reise. Für Familien mit kleinen Kindern oder bei nassem Wetter empfehlen wir dagegen die klassische Hin-und-zurück-Route.
Wichtige Tipps zur Sorapissee Wanderung
Was solltet ihr für die Sorapissee Wanderung mitnehmen?
Welche Ausrüstung braucht man für die Wanderung?
Feste, knöchelhohe Wanderschuhe mit gutem Profil sind Pflicht – die Wege sind streckenweise felsig und bei Nässe rutschig. Wanderstöcke sind bei den steilen Passagen hilfreich, aber nicht zwingend nötig, da ihr an den kritischen Stellen ohnehin die Hände zum Festhalten am Stahlseil braucht. Rechnet mit mindestens 1,5 Litern Wasser pro Person – Nachfüllen ist nur an der Schutzhütte Rifugio Vandelli kurz vor dem See möglich. Sonnenschutz (Kopfbedeckung, Sonnencreme) ist wichtig, da große Teile der Strecke, besonders auf dem Rückweg und beim Rundweg über die Forcella Marcoira, komplett schattenlos sind. Klettersteigausrüstung braucht ihr trotz der Stahlseile nicht – die Wanderung ist keine offizielle Via Ferrata.
Lohnt sich die Sorapissee-Wanderung?
Ja, unbedingt – für uns war die Wanderung zum Sorapissee eines der Highlights unserer gesamten Dolomiten-Reise. Wir fanden sogar die Wanderung selbst schöner als das eigentliche Ziel, den See. Aber das sieht sicher jeder anders. Wir empfehlen jedem Urlauber in den Dolomiten oder Südtirol diese Wanderung.
Kommt man auch mit dem Auto direkt zum Sorapissee?
Nein, es ist nicht möglich, per Auto oder auf sonstige Weise direkt zum See zu gelangen. Die einzige Möglichkeit ist die Wanderung ab Passo Tre Croci.
Sind Hunde am Sorapissee erlaubt?
Ja, Hunde sind auf dem Weg zum Sorapissee erlaubt. Unser Hund Aaro war 2022 dabei und ist am See sogar geschwommen. Achtet auf jeden Fall auf die exponierten, schmalen Passagen am Steilhang – dort empfehlen wir, den Hund anzuleinen, damit er nicht abrutschen oder ausweichende Wanderer gefährden kann.
Sorapissee Wanderung mit Hund & Kindern
Oft wird die Wanderung zum Sorapissee als familienfreundliche Wanderung für Groß und Klein beschrieben. Wir können das allerdings keineswegs bestätigen. Wir empfanden die Wanderung mit ihren vielen steinigen, rutschigen und auch nahe am Abgrund liegenden Wegen als recht gefährlich. Es gibt zwar meistens Sicherungsseile an den gefährlichen Stellen, aber auch nicht überall. Und gerade wenn es nass war, konnten einige Stellen extrem rutschig sein.
Wir hatten mit unserem quirligen Hund schon so unsere Probleme, und mit mehreren kleinen Kindern könnte es hier auch schwierig werden. Sind eure Kinder oder Hunde kletter- und wandererfahren, dann sollte es keine Probleme geben. Macht euch aber auf jeden Fall auf eine an manchen Stellen herausfordernde Wanderung gefasst.
Ist der Sorapissee Wanderweg ein leichter Wanderweg?
Nein, wir empfanden die Wanderung nicht als leicht. Das lag einerseits an den fast 500 Höhenmetern, die zu überwinden sind, und auch an den sehr schmalen und rutschigen Stellen am Steilhang.
Nichtsdestotrotz ist die Wanderung super abwechslungsreich und eine der coolsten, die wir bisher gemacht haben.
Darf man im Sorapissee baden?
Nein, Baden ist im Sorapissee verboten, um die Natur zu schützen. Wir würden es auch nicht empfehlen, da das Wasser wirklich eiskalt ist. Mit Hunden gibt es übrigens kein Problem, und unser Aaro hat das Bad im kühlen Gletscherwasser nach der langen Wanderung sichtlich genossen.
Gibt es eine Hütte am Sorapissee?
Ja, direkt am See liegt die Schutzhütte Rifugio Vandelli, wo ihr euch in der Hauptsaison (i. d. R. Juni bis Mitte September) mit Getränken und Snacks versorgen könnt. Die Hütte hat weder Blick auf den See noch Öffnungszeiten außerhalb der Saison – bringt für ein Picknick am Ufer daher am besten eigene Verpflegung mit. Für eine Übernachtung solltet ihr vorab reservieren, da die Hütte in den Sommermonaten schnell ausgebucht ist.
Wann ist die beste Zeit für die Sorapissee Wanderung?
Die beste Zeit für die Sorapissee Wanderung ist Juni bis September – außerhalb dieser Monate liegt oft noch bzw. schon wieder Schnee auf dem Weg. Für wenig Andrang empfehlen wir, sehr früh am Morgen zu starten. Wir sind aufgrund einer etwas längeren Anreise erst mittags am Startpunkt angekommen und um 12 Uhr losgelaufen – zu diesem Zeitpunkt kamen uns die meisten Tagesausflügler bereits entgegen, kaum jemand ist mit uns gelaufen oder hat uns überholt. Daher bietet sich auch diese Zeit gut an.
Nachmittags waren wir natürlich auch nicht allein, aber es waren deutlich weniger Leute unterwegs als morgens, und so hatten wir ein viel schöneres Erlebnis. Wer den See dagegen möglichst menschenleer erleben will, sollte bereits vor Sonnenaufgang starten.
FAQ zur Sorapissee Wanderung
Wo ist der Startpunkt der Sorapissee Wanderung?
Der Startpunkt liegt am Passo Tre Croci, ca. 15 Autominuten von Cortina d’Ampezzo entfernt. Von dort führt Weg Nr. 215 zum See.
Wie lange dauert die Wanderung zum Sorapissee?
Für die klassische Hin-und-zurück-Route solltet ihr ca. 4 Stunden einplanen (ca. 2 Stunden pro Richtung). Für die Rundwanderung über die Forcella Marcoira braucht ihr 5–6 Stunden.
Ist die Sorapissee Wanderung für Anfänger geeignet?
Bedingt. Konditionell ist die Wanderung machbar, technisch anspruchsvoll wird es an den schmalen, exponierten Passagen am Steilhang mit Sicherungsseil. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit solltet ihr mitbringen.
Gibt es Parkplätze am Startpunkt?
Ja, aber keinen offiziellen großen Wanderparkplatz. Ihr könnt direkt an der Straße, beim Hotel Passo Tre Croci oder am etwas versteckten Schotterparkplatz „Parcheggio per Sorapis“ parken. In der Hauptsaison solltet ihr vor 8 Uhr da sein.
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