Palomino ist ein kleines Dorf im Norden von Kolumbien auf der Halbinsel La Guajira. Palomino ist ca. 90 Kilometer von Santa Marta entfernt und hat knapp 2.000 Einwohner. Besonders Backpacker verschlägt es hierhin und wenn ihr in den nahe gelegenen Tayrona Nationalpark gehen wollt, ist Palomino ein guter Ausgangspunkt. Aber auch für das River Tubing ist Palomino sehr bekannt. Was es hier sonst noch so gibt erzählen wir Euch in unserem Palomino Reisebericht.

Die Anreise | Wie komme ich nach Palomino?

Die Anreise nach Palomino ist wirklich extrem einfach. Ihr werdet wahrscheinlich aus der Richtung Cartagena bzw. Santa Marta kommen. Wenn ihr aus Cartagena anreist, müsst ihr zuerst nach Santa Marta kommen. Wie ihr das hinkriegt, das haben wir im Detail in diesem Reisebericht beschrieben.

In Kürze kann man den Weg aber so beschreiben:

  • Ihr nehmt den Berlinastur Bus von Cartagena nach Santa Marta
  • Ihr werdet an einem Einkaufszentrum raus gelassen.
  • Von dort nehmt ihr ein Taxi zum Mercado Publico. Dies kostet ca 8.000 COP (ca. 2,20 €)

Vom Mercado Publico in Santa Marta müsst ihr danach den großen Bus nehmen, um in knapp 2 Stunden für 10.000 COP (2,70 €) nach Palomino fahren. Auf Eurer Fahrt kommt ihr auch am Tayrona Nationalpark vorbei. Die Busse fahren dabei im 20-Minuten Takt und halten unterwegs immer an, wenn ein Fahrgast aus- oder einsteigen will.

Palomino, Kolumbien
Der Rio Palomino

Die Busse sind sehr einfach und mit Glück ergattert ihr einen Sitzplatz. Euer Gepäck wird dabei meistens in einem Laderaum hinten oder an der Seite des Busses transportiert.

In Palomino werdet ihr an der örtlichen Tankstelle raus gelassen, an der der Bus auch definitiv hält. Ihr müsst also nicht extra Bescheid sagen. Von hier aus könnt ihr dann zu Euren Hotel laufen oder für knapp 4.000 COP (1€) ein Moto-Taxi nehmen.

Wo sollte man in Palomino übernachten?

Ich würde die Optionen grob in 2 Alternativen aufteilen. Entweder sucht ihr Euch ein Hotel im Bereich zwischen Hauptstraße und dem Strand oder südlich der Hauptstraße.

Nördlich der Hauptstraße ist mehr HalliGalli und es gibt Restaurants, Souvenirläden und Bars. Ich würde zwar nicht so weit gehen zu sagen, dass hier der Bär steppt, aber es ist einfach mehr los. Wenn ihr das mögt und auch mitten im Leben sein wollt, dann solltet ihr Euch ein Hotel hier suchen.

Wollt ihr mehr Ruhe, dann sucht Euch ein Hotel südlich der Hauptstraße. Dort gibt es nur wenige Hotels, keine Restaurants und Souvenirläden und nur wenige Läden, wo ihr Lebensmittel kaufen könnt. Das hat den Vorteil, dass es hier sehr entspannt zugeht. Aber auch, dass ihr für Restaurants oder zum Bummeln zurück Richtung Hauptstraße laufen müsst. Per Mototaxi geht aber auch das sehr günstig und schnell.

Sentido Sexto in Palomino, Kolumbien
Das Hotel Sentido Sexto in Palomino

Wer die Natur mag und auch in einer tollen Umgebung übernachten will, der sollte sich ein Hotel südlich der Hauptstraße suchen. Wir können das Sexto Sentido sehr empfehlen. Es wird von 2 Franzosen geführt und bietet wunderbare Ausblicke auf die Natur und es gibt sogar einen süßen verspielten Hund.

Was kann man in Palomino machen?

Man kann in Palomino weniger unternehmen als wir anfangs gedacht hatten. Der Strand fällt aufgrund der riesigen Wellen und der starken Strömung zum Schwimmen schon mal raus. Es gibt aber noch den tollen Fluss und die tolle Natur. Hier haben wir 5 Vorschläge für Euch:

#1 River Tubing am Rio Palomino

Das ist definitiv die Hauptattraktion und das Highlight in Palomino. Beim River Tubing treibt ihr auf alten Autoreifen den Fluss entlang bis zu Meer. Wir hatten dies schon in Semuc Champey in Guatemala gemacht und wussten daher ungefähr was auf uns zukommt.

Diesen Trip könnt ihr überall in Palomino buchen und auch direkt in Eurem Hotel. Die Anbieter bzw. Preise unterscheiden sich nicht wirklich. Der einzige Unterschied könnte sein, ob ihr in einer Gruppe oder z.B. nur als Pärchen unterwegs seid. Wenn ihr alleine (mit einem Guide) auf dem Fluss treiben wollt, dann solltet ihr das vorher abklären und entsprechend Euren Anbieter auswählen. Sonst kann es sein, dass ihr in einer Gruppe von 4-8 Leuten unterwegs seid.

Um zum Fluss zu gelangen werdet ihr erstmal knapp 10 Minuten tief in den Dschungel gefahren und müsst dann noch ca. 30 Minuten bergauf (mit einem tollen Ausblick auf die Umgebung) und dann wieder bergab zum Fluss wandern. Die Wanderung ist relativ anstregend, aber wunderschön. Wir haben auch viele Affen unterwegs gehört und gesehen.

Am Fluss angekommen wird man auf die Reifen verteilt und geht dann ins mäßig kalte Wasser. Bei unserem Trip waren wir mit einem anderen Pärchen und 2 Guides unterwegs. Die Guides achten darauf, dass ihr nirgendwo hängen bleibt und schubsen Euch an, wenn der Fluss mal nicht tief genug ist. Auch können sie Fotos von Euch machen während ihr so auf Euren Reifen treibt.

River Tubing auf eigene Faust am Rio Palomino
River Tubing auf eigene Faust am Rio Palomino

Am Anfang ist der Fluss noch wunderschön in die Natur eingebettet und windet sich links und rechts durch den Urwald. Man kommt aus dem Gucken gar nicht mehr raus. Etwa nach einer Stunde wird der Fluss gerade und die letzte Stunde geht es schnurgerade in Richtung Meer. Das letzte Stück ist dann weniger aufregend und es geht nur noch sehr langsam voran.

Am Meer angekommen muss man noch etwa 1 Kilometer laufen, um zum Hauptstrand zu kommen, um von dort wieder Richtung Palomino zu laufen. Wenn ihr also eh einen Strandspaziergang vor hattet, dann habt ihr jetzt 2 Fliegen mit einer Klappe geschlagen.

River Tubing auf eigene Faust

Ihr könnt Euch übrigens auch mit Eurem eigenen Reifen den Fluss entlang treiben lassen. Wir hatten unseren knallgelben Schwimmreifen dabei, den wir in Bacalar in Mexiko gekauft hatten und hatten damit auch einigen Spaß auf dem Fluss. Ihr könnt entweder selbst den Weg bis zum eigentlichen Start der Wanderung laufen (lauft dazu einfach die einzige Nebenstraße, die von der Hauptstraße weg vom Strand führt bis zum Ende durch) oder Euch per Mototaxi hinfahren lassen. Alternativ startet ihr einfach an einer anderen Stelle des Flusses. Ihr müsst Euch auch nicht bis zum Meer treiben lassen, sondern könnt vorher aussteigen und Euch per Mototaxi zurück bringen lassen.

#2 Schwimmen im Fluss

Das ist die Alternative zum Schwimmen im Meer, die auch von den Einheimischen sehr gerne betrieben wird. Es gibt mehrere Stellen, wo ihr sehr gut an den Fluss gelangen könnt. Dort könnt ihr am Kieselstrand entspannen und Euch im braunen Flusswasser erfrischen. Der Rio Palomino ist sehr flach und an vielen Stellen noch nicht mal knöcheltief.

Mitten im Fluss könnt ihr aber schon relativ gut schwimmen und könnt Euch von der Strömung in Richtung Meer treiben lassen.

#3 Spazieren am Strand

Wenn ihr schon nicht im Meer schwimmen könnt, dann solltet ihr zumindest einen langen Spaziergang am Strand einlegen. Dieser ist kilometerlang und mit der rauen See auf der einen und den Palmen auf der anderen Seite kann man einige Stunden am Strand entlang wandern.

Palomino Strand, Kolumbien
Der Rio Palomino trifft auf das Meer

#4 Zum Tayrona Nationalpark fahren

Wenn ihr auf dem Weg nach Palomino nicht eh schon hier wart, dann solltet ihr den Ausflug zum Tayrona Nationalpark von Palomino aus unternehmen. Die Anreise ist denkbar einfach. Ihr steigt an der Hauptstraße von Palomino einfach in den Bus Richtung Santa Marta (der erste fährt übrigens um 6 Uhr morgens) und steigt beim El Zaino Eingang aus. Das Ticket kostet 6.000 COP (1,50 Euro) pro Person.

Was ihr so alles im Tayrona Nationalpark machen könnt, haben wir in einem separaten Reisebericht zusammengefasst:

#5 Einen Ausflug zu einem Wasserfall machen

Der Quebrada Valencia Wasserfall liegt etwa eine Stunde nördlich von Palomino und kann mit einer 2-3 stündigen Wanderung erlebt werden. Steigt dazu einfach in den Bus in Richtung Santa Marta und sagt dem Busfahrer dass ihr an dem Wasserfall aussteigen wollt. Die Busfahrt sollte 8.000 COP (ca. 2,20 €) pro Person und Strecke kosten.

Wir haben diesen Ausflug nicht gemacht, da uns die Entfernung zu groß erschien und wir uns einfach mal ausruhen wollten.

Kann man schwimmen in Palomino?

Palomino Strand, KolumbienNein, zumindest nicht im Meer! Wir hatten das im Vorhinein auch nicht geglaubt, aber die Wellen am Strand sind wirklich derartig hoch und stark, dass keiner im Meer schwimmt, da es auch lebensgefährlich wäre. Auch der Strand lädt nicht wirklich zum Entspannen und liegen im Sand ein.

Wenn ihr Euch aber abkühlen wollt, dann kann ein Bad im nahen Rio Palomino eine Alternative sein. Der Fluss ist zwar nicht sehr tief (maximal Knie- bis Hüfthoch), aber für entspanntes Planschen reicht er allemal aus.

Palomino, Kolumbien
Der Strand in Palomino

Tipps zu Palomino

  • Es gibt keinen Geldautomaten in Palomino. Ihr solltet also genügend Bargeld mitnehmen. Falls euer Bargeld zur Neige gehen sollte, könnt ihr per Mototaxi 20 Minuten in die nächste Stadt (Mingueo) fahren, und am dortigen Geldautomaten Gelb abheben. Für die Fahrt zahlt ihr knapp 20.000 COP (ca. 5,50 €).
  • In vielen Hotels könnt ihr nicht per Kreditkarte bezahlen. Nehmt daher genügend Bargeld mit!
  • Im Meer könnt ihr nicht Schwimmen, geht daher lieber im Fluss baden
  • Zwischen Meer und der Hauptstraße ist sehr viel los. Wollt ihr es ruhig, dann sucht Euch ein Hotel auf der anderen Seite der Hauptstraße

Unsere Erlebnisse

Palomino war der vorletzte Stopp unserer 111 Tage Reise durch Lateinamerika. Wir hatten uns vorgenommen die letzte Woche unserer Reise entspannt und ohne Hektik zu verbringen. Dazu passte der kleine Ort an der Karibik-Küste im Norden Kolumbiens perfekt.

Wir wussten im Vorhinein nicht genau, ob man denn nun wirklich im Meer schwimmen kann oder nicht. Dass dies nicht möglich war, fanden wir dann aber nicht weiter schlimm. Wir hatten uns mit dem Sexto Sentido ein wirklich sehr idyllisch gelegenes Hotel ausgesucht und haben die Zeit auf unserer Terrasse super zum Bloggen und Relaxen genutzt. Wir haben auch viel selbst gekocht in unserer kleinen Außenküche und haben mit dem Hund der Hotelbesitzter gespielt. Ein ziemlich großer, aber noch sehr junger, Hund, der nur Quatsch im Kopf hatte.

Nur sehr selten sind wir in die “Stadt” gegangen, um z.B. etwas einzukaufen und fühlten uns ansonsten super wohl in unserem kleinen Paradies im Paradies. Die River Tubing Tour hat uns besonders gefallen, auch wenn Sabrina auf der Wanderung zum Fluss umgeknickt ist und nach dem Tubing die 1km am Strand entlang humpeln musste. Da unsere Unterkunft nahe am luss war habe ich die saftig grüne Gegend ausgiebig mit meiner neuen Drohne erkundet.

Es war einfach herrlich unsere lange und stellenweise auch sehr anstregende Reise mit so einer Oase der Ruhe und Abgeschiedenheit ausklingen zu lassen. Wir hatten sogar das Glück, dass das Zimmer in dem wir nächtigten brandneu war und wir somit die allerersten Gäste dort waren. Sowas hatten wir noch nie.

Wir haben die 4 Tage in Palomino sehr genossen und sind danach zum wirklich allerletzten Stopp unserer Reise nach Minca aufgebrochen.


Was habt ihr so in Palomino erlebt? Habt ihr Fragen zu unserem Palomino Reisebericht? Haben Euch unsere Informationen geholfen? Wir würden uns über einen Kommentar freuen.

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