Semuc Champey ist definitiv eines der Highlights von ganz Guatemala. Die knapp 11 km vom Dorf Lanquin entfernten, natürlichen Pools erstrecken sich über ca. 300 Meter und sind, was die meisten nicht wissen, eine natürlich entstandene Kalkstein-Brücke über einem unterirdisch verlaufenden, reißenden Fluss. Das klingt total verrückt, aber man kann vor Ort auch genau sehen, wie der Fluss sich unter lautem Getöse seinen Weg unter die natürlichen Pools des Semuc Champey bahnt. Oben baden die Leute im kristallklaren, türkis-blauen Wasser und unter ihnen rauscht der Rio Cahabon hinweg. Eine verrückte Vorstellung.

Semuc Champey liegt etwas versteckt, zwischen wunderbar grünen Hügeln und saftigem Regenwald und befindet sich etwa auf halber Strecke zwischen Antigua und Tikal, den anderen beiden großen Highlights von Guatemala. Wenn man also sowieso auf der Standardroute durch Guatemala unterwegs ist (Antigua, Lago Atitlan, Flores, Tikal), dann darf die Sehenswürdigkeit Semuc Champey auf keiner Reiseroute fehlen.

Ein zusätzliches cooles Highlight direkt bei den Pools von Semuc Champey sind die Kan’Ba Höhlen. Dort kann man zwar nur mit einem Guide rein gehen, aber der Clou ist, dass die Höhe allein durch Kerzen erhellt wird. Sowas hatten wir noch nicht erlebt.

Lohnt sich die weite Anreise nach Semuc Champey? Wie kommt man dort hin? Kann man das ganze auch ohne Guide machen? Und was kann man alles dort machen? Diese und weitere Fragen wollen wir nun gerne in unserem Reisebericht klären.

Wie kommt man am besten nach Semuc Champey?

Um zu den natürlichen Pools von Semuc Champey zu gelangen, müsst ihr erstmal bis zum kleinen Dorf Lanquin, etwa 11 km entfernt von den Pools, kommen.

Von Antigua nach Lanquin

Am einfachsten ist es mit einem Touristen-Shuttle direkt von Antigua nach Lanquin zu fahren. Alternativ könnt ihr dies natürlich auch mit dem Chickenbus mit mehrmaligem Umsteigen machen, aber das würden wir euch nicht empfehlen.

Das Touristen-Shuttle gibt es bei jedem Touranbieter in Antigua zu buchen. Wir haben etwas rumgefragt und einen ganz guten Preis von 125 Quetzales pro Person bekommen, inkl Abholung vom Hostel. Abgeholt wird man gegen 8 Uhr und angekommen sind wir erst um 18 Uhr in Lanquin. Wir haben also knapp 10 Stunden gebraucht, inkl. einer 40-minütigen Pause in Coban. Das war eine ganz schön anstrengende Reise, aber unser Minibus hatte sogar einen kleinen Fernseher eingebaut und als einzige nicht spanisch-sprachige Mitfahrer durften wir uns die Filme (mit englischer Tonspur) sogar aussuchen. Was für ein Service!

Von Guatemala City nach Lanquin

Hier soll der Monja Blanca Bus eine gute Möglichkeit sein, um in 5 Stunden für ca. 70 Quetzales nach Coban zu kommen. Von dort müsst ihr dann einen Shuttle oder einen local Bus (am Mercado de Terminal) nehmen, der dann in 2-3 Stunden für Q 30 bis nach Lanquin weiterfährt.

Von Lanquin bis zum Semuc Champey kommen

Wahrscheinlich befindet sich euer Hotel in Lanquin und so habt ihr noch eine halbe Stunde Fahrtzeit vor Euch, um bis nach Semuc Champey zu kommen. Ihr könnt euch entweder einer Tour anschließen, oder ein local Taxi (4×4 Pickup Truck) für Q 25 nehmen. Das ist total einfach und sogar noch etwas abenteuerlich, da ihr wahrscheinlich auf der Laderampe des Pickups fahren müsst. Also immer gut festhalten! Was kann man alles in Semuc Champey unternehmen?

Plantschen, Rutschen und Schwimmen

Das ist natürlich das Highlight von Semuc Champey. Es gibt 6 natürliche Pools, die wirklich aus kristallklarem Wasser bestehen. Echt Wahnsinn wenn man bedenkt, dass der Rio Cahabon ansonsten eher schlammig-braun durch den Dschungel fließt.

Die traumhafte Kulisse von Semuc Champey erinnerte uns auch stark an unseren Kroatien Roadtrip vor ein paar Jahren, wo der Plitvice Nationalpark sehr ähnlich aussieht und das Wasser auch so herrlich blau ist.

Es gibt hier im Semuc Champey verschiedene Stellen, wo man von Pool zu Pool Rutschen kann. Manche Stellen sind gerade mal tief genug, um darin  mit Wasser bedeckt zu sein und wiederum andere sind so tief, dass man sogar vom Rand hineinspringen kann. Ein Mordspaß! Hier kann man mehrere Stunden verbringen. Uns hat auch ein kurzzeitiger Regenschauer nicht aus der Ruhe gebracht. Wir fanden es sogar eher faszinierend, wie nach jedem Regentropfen aus dem Wasser eine kleine Luftblase aufstieg.

Die Pools sind dabei so groß bzw. der Rand nicht so einfach zu Fuß begehbar, dass man auch Stellen etwas weiter weg findet, an denen man etwas ungestörter ist.

Es gibt zwar keine Umkleidekabinen vor Ort, aber dafür abschließbare Schließfächer, wo ihr euer Zeug verstauen könnt. Nehmt ein Vorhängeschloss mit, falls ihr eins habt.

Der Mirador in Semuc Champey

Den Aussichtspunkt am Semuc Champey solltet ihr aus Gründen der Anstrengung als erstes Morgens früh machen, denn es ist echt unfassbar anstrengend sich die mehrere hundert Meter den Berg hoch zu quälen. Gerade bei der hohen Mittagshitze. Unterwegs kann sich zwar mit Getränken und Kokosnüssen versorgen, trotzdem merkt man oben, was man geleistet hat.

Oben befindet sich dann meistens schon eine große Gruppe Touristen, denn auf die Plattform, von der man den besten Blick hat, dürfen nur 7 Personen gleichzeitig. Ein Wachmann achtet auch darauf, dass die Leute sich daran halten.

Runter kann man übrigens einen anderen Weg gehen als hinauf, so dass man, wenn man den Aufstieg direkt am Eingang des Parks genommen hat, am letzten Pool raus kommt, wenn man zum Abstieg den anderen Weg wählt.

K’an Ba Höhle

Die Höhle empfanden wir eigentlich noch cooler, als die natürlichen Pools draußen. Sowas hatten wir noch nicht gemacht. Okay, die Höhle ist bestimmt nicht die größte oder tiefste Höhle ins ganz Mittelamerika. Aber das besondere Highlight ist, dass sie weder künstlich beleuchtet wird, noch geht ihr mit Taschenlampen hinein. Einzig und allein Kerzen erhellen das Dunkel in der Höhle. Das erzeugt eine Wahnsinns Atmosphäre.

Die Höhle liegt außerhalb des Nationalparks und kostet separat Q 60 Eintritt inklusive Guide und Kerze. Schwimmschuhe  bzw. Sandalen könnt ihr Euch vor Ort für Q 25 ausleihen. Wir haben unsere Wandersandalen die ganze Zeit angehabt und das hat wunderbar funktioniert.

Nachdem ihr einige Meter bergauf und dann in die Höhle rein gewandert seid, geht das Abenteuer schon los. Ihr müsst abwechselnd Schwimmen, durch brusthohes Wasser laufen oder Euch an Seilen, die an der Wand befestigt sind, entlang hangeln. Alles nur beleuchtet durch Eure eigene Kerze. Am Ende habt ihr sogar die Möglichkeit einen etwa 3 Meter tiefen Abhang hinunter zu springen und durch eine kleine Höhle zu rutschen. Wir haben uns das nicht getraut, aber einer aus unserer Gruppe hatte den Mut und hat es anscheinend auch nicht bereut.

Nach ca. 1 Stunde kamen wir wieder aus der Höhle raus und waren einfach nur geflasht. Das war echt der mega Hammer! Wir hatten super viel Spaß bei unserem kleinen Höhlen-Abenteuer und haben uns gefühlt wie Indiana Jones.

Unser Tipp: Eine Actioncam sieht in der stockdunklen Höhle leider gar nichts. Daher solltet ihr, falls ihr Fotos machen wollt, euer Handy in einem wasserdichten Beutel mitnehmen. Ihr werdet nur sehr schwer verhindern können, dass ihr komplett untertaucht, daher ist eine normale Kamera auch keine gute Idee.

Als wir aus der Höhle kamen war uns erstmal ziemlich kalt. In der Höhle sind es bestimmt 15 Grad weniger als draußen, außerdem ist das Wasser, durch das man schwimmen muss, mega frisch.

Direkt neben der Höhle konnten wir uns übrgens noch von einer bestimmt 10 Meter hohen Schaukel, die an einem Baum befestigt war, in den Fluss schwingen. Nachdem ich anfänglich etwas Schiss hatte und dem an einem Ast weit über mir befestigten Seil nicht so ganz vertraute, habe ich mich dann doch getraut. Und es war mega lustig.

Zusatztipp: Die meisten geführten Touren von Lanquin besuchen die Höhle zuerst, bevor sie zu den Pools gehen. Ihr solltet die Höhle also eher Nachmittags besuchen.

River Tubing

Am Schluss konnten wir noch für Q 10 pro Person zusätzlich ein kurzes Stück auf einem Autoreifen den Fluss hinunter treiben. Normalerweise dauert das ganze ca. 15 Minuten und ihr lauft danach zurück zur Höhle, um dort die Reifen wieder abzugeben. Da unser Hotel, das Pachamaya, in Laufweite des Semuc Champey und direkt am Fluss ist, sind wir einfach an unserem Hotel an Land gegangen und der Guide, der übrigens die ganze Zeit bei uns war, hat die Reifen selbst zurück zur Höhle getragen.

Uns hat die kurze Zeit Tubing auf dem Rio Cahabon gereicht, da das Wasser sehr kalt war und wir noch vom Besuch der Höhle froren.

Ihr könnt aber auch in jedem Hotel eine längere Tubing-Tour buchen. Dann zahlt ihr für 45 Minuten ca. 45 Quetzales. Mit einem Auto werdet ihr dann wieder zurück zum Ursprungsort gebracht.

Was ist die beste Reisezeit für Semuc Champey?

Generell ist natürlich die Hauptreisezeit für ganz Mittelamerika auch die beste Zeit für Guatemala: nämlich Januar bis April/Mai. Dann habt ihr bestes Wetter und die wenigsten Regentage. Zu dieser Zeit gibt es aber auch viel mehr andere Touristen im Land und die Preise sind entsprechend höher.

Wir waren im Juni in Guatemala unterwegs und hatten bis auf einen kleinen, heftigen Schauer in Semuc Champey, kaum Regen auf unserer Rundreise durch Guatemala. Aber selbst wenn es mehr geregnet hätte, durch die geringere Anzahl an Touristen und die geringeren Hotelpreise wird dieser Nachteil sehr gut wett gemacht.

Wir haben es nicht bereut in der Nebensaison bzw. in der Regenzeit durch Guatemala gereist zu sein.

Wo kann man am besten in Semuc Champey übernachten?

Die meisten Hotels befinden sich im kleinen Dorf Lanquin, dass sich etwa 30 Minuten holprige Autofahrt von Semuc Champey entfernt befindet. In Lanquin habt ihr auch genügend Restaurants, Souvenirshops und andere Geschäfte des täglichen Bedarfs.

Es gibt aber auch einige Hotels in direkter Laufweite von Semuc Champey. So auch unseres, das direkt am Fluss gelegene Hostel Pachamaya. Die einzelnen Bungalows sind zwar sehr einfach gehalten, aber die tolle Lage direkt am Rio Cahabon und die geringe Entfernung zu Semuc Champey machen dieses Hostel zu einem sehr guten Ausgangspunkt.

 

Wenn ihr ein Hotel außerhalb von Lanquin bucht, muss Euch klar sein, dass ihr euch dort nicht selbst versorgen könnt. Es gibt dort keine Supermärkte und auch keine Restaurants. Ihr seid also auf das Essen in eurem Hotel angewiesen.

Fazit und Kurzinfo

Wir fanden das Plantschen in den Pools von Semuc Champey sehr entspannend und den Besuch der nahegelegenen Höhle Kan’Ba super cool und hatten besonders in der Höhle eine super abenteuerliche Zeit. Wir finden Semuc Champey sollte zu jeder Reiseroute durch Guatemala gehören.

Hier nochmal zusammengefasst die wichtigsten Infos:

  • Direkt vor dem Eingang zu Semuc Champey werden Euch eine Vielzahl von Snacks, Getränken und auch richtiges Essen angeboten.
  • Besucht den Mirador zuerst, am besten bevor es zu heiß wird
  • Geht erst Nachmittags zur Höhle, dann sind die Touren schon wieder weg

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