Weniger Verkehr, mehr Weite – die Helgelandskysten ist Norwegens vielleicht schönste Küstenstraße und gleichzeitig ein echter Geheimtipp. Über rund 650 Kilometer schlängelt sich die Kystriksveien zwischen Steinkjer und Bodø entlang zerklüfteter Inseln, tiefer Fjorde und schroffer Bergketten. Statt Tunnel und Autobahn erwarten dich Fähren, kleine Fischerdörfer, weiße Sandstrände und eine Natur, die sich ständig neu erfindet. Diese Route ist kein Ziel für Eilige, sondern für alle, die Norwegen intensiv erleben wollen. In diesem Artikel nehmen wir dich mit auf einen Roadtrip voller Freiheit, spektakulärer Ausblicke und echter Nordland-Magie – inklusive Highlights, Tipps und der schönsten Stopps entlang der Helgelandskysten.

Helgelandskysten Küstenstraße

Die Norwegische Landschaftsroute Helgelandskysten bzw. Kystriksveien verläuft über 433 km meistens entlang der wunderschönen Küste in Nord-Norwegen in der Region Helgeland. Ihr fahrt vorbei an Fjorden, Bergen, Stränden und wundervoller Natur.

Helgelandsküste: Norwegens schönster Geheimtipp für Roadtrip-Fans

Sie startet im Norden in Godøystraumen in der Nähe von Bodo und endet im Süden in Holm. Da euch in der, an Fjorden sehr reichen, Gegend 6 Fährverbindungen bevorstehen, braucht ihr für die Strecke mehrere Tage.

Aber nicht nur deswegen solltet ihr hier viel Zeit verbringen, denn die Landschaft hier ist wirklich wunderschön und sucht seinesgleichen im nördlichen Norwegen.

Alternative zur E6

Durch ihre Lage ist die Küstenstraße eine sehr schöne Alternative zur stark befahrenen Hauptstrecke E6, die durchs Landesinnere führt. Wenn ihr schnell vom Norden in den Süden (oder andersrum) kommen wollt, dann ist die Europastraße E6 die erste Wahl.

Dabei ist die Landschaft entlang der E6 zwar schon ziemlich schön (denn Norwegen ist überall sehr schön), aber man merkt, dass es die Hauptroute in Norwegen ist. Man fährt durch viele Ortschaften, es gibt viel LKW-Verkehr und und generell sind sehr viele Autos unterwegs.

Die Landschaftsroute Kystriksveien hingegen ist sehr ruhig, kaum befahren und man fühlt sich hier wie in einer anderen Welt. Deswegen würden wir auch jedem empfehlen, der z.B. auf dem Weg zu den Lofoten ist entweder für die Hin- oder die Rückfahrt auf diese Nebenstrecke auszuweichen.

Helgelandsküste: Norwegens schönster Geheimtipp für Roadtrip-Fans

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Welche Highlights gibt es auf der Helgelandskysten Küstenstraße?

Generell würden wir natürlich sagen, dass die gesamte Strecke ein einziges Highlight ist. Man fühlt sich hier so wie man sich das ursprüngliche Norwegen vorstellt. Wenig Verkehr, keine LKWs, alles ist entschleunigt. Dazu diese Natur um einen rum, man fühlt sich als müsste man sie mit keinem teilen.

Dennoch gibt es einige Highlights auf der Küstenstraße Kystriksveien, die ihr auf jeden Fall ansteuern solltet. Dazu gehören die folgenden Sehenswürdigkeiten:

Saltstraumen

Ziemlich am nördlichen Ende der Küstenstraße liegt der Saltstraumen. Das ist ein Gezeitenstraum und sogar der größte und stärkste der Welt. Ein Gezeitenstrom entsteht dann, wenn bedingt durch Ebbe und Flut Wasser durch eine Meerenge gedrückt wird. Je enger und flacher diese Meerenge ist desto stärker wird dieser Gezeitenstrom.

Der Saltstraumen ist ca. 150 Meter breit und fast 3 km lang. Der Hotspot dieses Gezeitenstroms befindet sich praktischerweise direkt unter einer riesigen Straßenbrücke von der man den Strudel sehr gut betrachten kann.

Helgelandsküste: Norwegens schönster Geheimtipp für Roadtrip-Fans

Ihr müsst hier nicht viel Zeit verbringen und es reicht sogar einmal mit dem Auto über die Brücke zu fahren, zumindest wenn ihr zur richtigen Zeit hier seid. Ansonsten solltet ihr am kostenlosen Parkplatz anhalten und Euch den Strudel aus der Nähe ansehen.

Alles zum Besuch des Saltstraumen erfahrt ihr in unserem Reisebericht: Saltstraumen Norwegen | Alles was ihr für Euren Besuch wissen müsst

Reipa Beach

Eigentlich hat dieser Strand (Google Maps) keinen offiziellen Namen, aber da er in der Nähe des Ortes Reipa liegt, nennen wir ihn mal so. Ihr kommt auf der Küstenstraße Helgelandskysten automatisch hier vorbei und wir wären auch fast vorbei gefahren, denn der Strand ist relativ unscheinbar.

Es gibt hier auch einen großen, kostenlosen Rastplatz von dem ihr den Strand wunderbar erkunden könnt.

Helgelandsküste: Norwegens schönster Geheimtipp für Roadtrip-Fans

Der Strand ist mehrere hundert Meter lang und nur wenige Meter breit, dennoch ist er wunderschön und lohnt einen Besuch. Der Sand ist hier so fein wie Puderzucker und man fühlt sich fast wie auf den Lofoten.

Der Strand fällt sehr flach ab und lädt damit auch zum Schwimmen ein. In Hintergrund thront eine große Gebirgskette und bei guten Wetter ist das Panorama einfach unbeschreiblich.

Svartisen Gletscher

Der Svartisen ist zwar nur der zweitgrößte Gletscher in Norwegen, hat aber die Besonderheit, dass kein anderer Festlandgletscher so nah am Meeresspiegel liegt. Das bedeutet auch, dass ihr besonders nah ran kommen und das Gletschereis sogar anfassen könnt.

Für uns war der Besuch des Svartisen Gletschers eine ganz besondere Erfahrung, die wir auf unserem Norwegen Roadtrip nicht missen wollen.

Helgelandsküste: Norwegens schönster Geheimtipp für Roadtrip-Fans

Die Anreise zum Gletscher ist schon ziemlich abenteuerlich, denn ihr müsst zuerst mit dem Boot über den Holandsfjord fahren und dann nochmal 5 km wandern, bis ihr zur Gletscherzunge gelangt. Dort kommt ihr wirklich unmittelbar bis an das Gletschereis was selbst in Norwegen nicht selbstverständlich ist.

Die Strecke unmittelbar in der Nähe des Gletschers ist wirklich eine der schönsten Abschnitte der Küstenstraße. Man fährt hier entlang des Holandsfjords und sieht die ganze Zeit diverse Gletscherarme und ist einfach nur beeindruckt von diesem Panorama.

Wir fanden die Wanderung zum Svartisen Gletscher (bzw. zu seiner Gletscherzunge Engabreen) das coolste Highlight auf der Küstenstraße Helgelandskysten und sogar eines der schönsten Sehenswürdigkeiten in ganz Norwegen. Es war für mich das erste mal, dass ich einen Gletscher wirklich anfassen konnte und das Erlebnis werde ich nicht mehr vergessen.

Was ihr tun müsst um auch dieses Erlebnis in Euren Erinnerungen zu speichern, erfahrt ihr hier: Svartisen Gletscher Wanderung I Der komplette Guide (Parken, Boot, Wanderung)

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Wie lange braucht man für die Strecke?

Da die gesamte Küstenstraße Kystriksveien über 400 km lang ist benötigt ihr mindestens 2 Tage, um die gesamte Strecke zu schaffen. Ihr fahrt dann aber auch fast den gesamten Tag. Besser ist es wenn ihr mehr Tage einplant, 3-5 Tage kann man hier verbringen.

Wenn ihr mit dem Wohnmobil oder Campervan unterwegs seid, dann findet ihr hier zahlreiche wunderbare Stellplätze mitten in der Natur und oft mit Blick auf das Meer.

Helgelandsküste: Norwegens schönster Geheimtipp für Roadtrip-Fans

Wir haben die Strecke in 2 Tagen geschafft, sind aber auch nicht die gesamte Landschaftsroute gefahren. Dazu mehr im nächsten Abschnitt.

Muss man die gesamte Landschaftsroute fahren?

Wir finden nein, und das nicht nur, weil die Kystriksveien so lang ist. Wir sind im Norden gestartet, als wir von unserem Lofoten Roadtrip wieder zurück nach Südnorwegen gefahren sind.

Da die Strecke von Norwegens Norden bis in den Süden sehr lang und zeitintensiv ist, konnten wir uns nicht super viel Zeit lassen.

Und da leider auch insgesamt 6 Fähren zu überwinden sind, kann sich das ganze auch ziemlich in die Länge ziehen. Die Fährfahrten sind zwar recht gut zu planen, da die Abfahrtszeiten auf Google Maps zu finden sind, aber Fähren fallen auch manchmal aus, oder es stehen schon so viele Autos vor Euch, dass ihr auf die nächste Fähre warten müssen.

Helgelandsküste: Norwegens schönster Geheimtipp für Roadtrip-Fans

All das kann die Fahrtzeit um Stunden verlängern und das ungeplant. Aber nicht nur deswegen müsst ihr nicht die gesamte Strecke der Helgelandskysten bis zum Ende durchfahren. Wir fanden den nördlichen Teil der Strecke viel spektakulärer als den südlichen Teil.

Daher könnt ihr, wenn ihr nicht soviel Zeit habt, auch nur die Strecke zwischen Leira (Google Maps) im Süden und Bodo im Norden fahren. Hier führt ein über 10 km langer, kostenpflichtiger (25 €) Tunnel zurück zur E6.

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