Unsere Große Reise durch Lateinamerika haben wir mit einem abenteuerlichen Roadtrip durch den Norden Chiles und Nordwesten Argentiniens begonnen. Im Vorfeld haben wir lange recherchiert welcher Mietwagenanbieter der Richtige für uns ist. Trotz vieler negativer Bewertungen haben wir uns schlussendlich für Wicked Campers in San Pedro de Atacama (Chile) entschieden. Wie unsere Erfahrungen waren, was der Roadtrip gekostet hat und wie Wicked Campers bei Problemen mit dem Campervan reagiert hat erfahrt ihr in unserem Reisebericht.

Unser Mietwagen von Wicked Campers

Da wir einen Großteil der Nächte in der Puna de Atacama nicht in Hotels verbringen wollten, haben wir uns für einen Campervan entschieden. In unserem Fall ein offroadfähiger Geländewagen mit Dachzelt. So konnten wir unser Zelt aufschlagen, wo wir es wollten und konnten uns mit unserem kleinen Campingkocher mitten in der Natur was leckeres zu Essen machen. Einfach phantastisch!

Unsere Wahl bei der Suche nach einem Mietwagen-Anbieter für die Atacama-Wüste fiel dabei auf die Firma Wicked Campers. Diese gibt es schon länger in den USA und Australien und seit einigen Jahren auch in Chile. Wicked Campers bietet kleine Campervans, aber auch große geländegängige Allradwagen an. Meistens mit knalligen und auffälligen Designs. Die Zielgruppe sind also eher jüngere Leute, was man wegen der relativ hohen Preise zuerst gar nicht glauben würde. Aber teuer ist in Chile eh das meiste.

Vanlife Puna de Atacama
Vanlife in der Puna de Atacama

Die Standard Mietwagen bei Wicked Campers sind kleine Minibusse, die eher weniger für schroffe Gelände geeignet sind, wie wir sie auf unserer Rundreise vorfinden würden. Für etwas mehr Geld haben wir daher einen geländegängigen Allradwagen genommen, bei dem wir sicher sein konnten, dass unser Wagen bei den krassen Straßenbedingungen in der Einöde Argentiniens nicht schlapp macht.

Wie läuft die Buchung des Campervans ab?

Ihr besucht einfach die Webseite vom Wicked Campers und schaut Euch die aktuellen Angebote an. Oft gibt es Vergünstigungen wie Rabatt auf den Mietpreis oder kostenlose Abholung vom Flughafen.

Ihr wählt das von Euch gewünschte Mietdatum aus und wählt eine Verleihstation. Wenn ihr den Norden von Chile und Argentinien besuchen wollt, dann solltet ihr San Pedro de Atacama auswählen.

Dann müsst ihr Euch für einen Mietwagen entscheiden. Je größer und offroad-fähiger desto teurer. Ein paar beispielhafte Modelle wollen wir Euch hier mal vorstellen. Alle Wagen von Wicked Campers findet ihr auf deren Webseite.

Die Mietwagen von Wicked Campers

2 Seater Iconic
Das sind die günstigsten Camper und gleichzeitig die buntesten. Diese kleinen Kastenwagen sind buntbemalt und haben im Innenraum ein voll ausgestattetes Camping-Interior. Die Sitzflächen könnt ihr zu einem Bett umbauen und ihr habt alle Utensilien, die zum Kochen benötigt werden. Der Wagen hat keinen Allradantrieb und auch keine dicken Reifen und ist damit für unwegsames Gelände eher ungeeignet. Dafür hat dieser Wagen den Vorteil, dass man nicht sieht, wenn ihr drin schlaft.

Bei einem Wagen mit Dachzelt ist das schon viel offensichtlicher. Daher gibt der kleine Kastenwagen schon etwas mehr Sicherheit und Privatsphäre.

Cool Car 4 Travel
Dieser Wagen ist kleiner als der Iconic, hat dafür aber ein Dachzelt. Ihr könnt Euch also nicht so gut im Wagen aufhalten, außer beim Fahren natürlich. Ansonsten sitzt man vor dem Auto in den Campingstühlen und zum Schlafen kriecht man in sein Dachzelt.

Der Wagen hat zwar Allrad, aber ist meiner Meinung trotzdem nicht für die krassesten Untergründe geeignet, da er nicht nicht so dicke Reifen hat und auch nicht mega stabil aussieht. Trotzdem hätte er für uns ausgereicht und wir hätten ihn für unseren Roadtrip durch Argentinien und Chile auch genommen, wenn wir nicht kostenfrei ein Upgrade bekommen hätten.

Bigfoot 4WD
Diesen Wagen hatten wir auf unserer Rundreise. Es ist zwar ein chinesisches Fabrikat (Great Wall), und nicht von allerbester Qualität. Aber zumindest hat bei uns alles funktioniert und wir haben dem Wagen auch zugetraut durch extrem unwegsames Gelände zu kommen. Ein paar Schrauben und Verschlüsse haben den Strapazen zwar nicht stand gehalten. Trotzdem haben wir uns sicher aufgehoben gefühlt.

Der Wagen hat ein sehr großes Dachzelt und einen extrem großen Kofferraum. Er könnte zwar etwas mehr PS haben, aber es hat zumindest gereicht um alle Steigungen erklimmen zu können.

Overlander 4×4
Das ist die Krönung unter den Campervans und gleichzeitig einer der teuersten. Gegenüber den oben genannten hat er aber den einzigartigen Vorteil, dass ihr im hinteren Aufbau wirklich die Ausstattung eines kleinen Wohnwagens habt. Ihr braucht kein Dachzelt, da ihr im hinteren Aufbau schlaft und kocht. Ihr seid damit den Witterungen nicht so sehr ausgesetzt und habt auch etwas mehr Komfort und Privatsphäre.

Wenn Geld bei uns keine Rolle gespielt hätte, dann hätten wir diesen Wagen gewählt.

Zusätzliche Kosten

Am Ende der Buchung könnt ihr noch eine Versicherung abschließen. Hier solltet ihr die teuerste Variante (Damage Liability Reduction B) wählen, um auf Nummer sicher zu gehen. Außerdem könnt ihr hier direkt die Dokumente beantragen, die ihr benötigt, um den Wagen nach Argentinien zu überführen (Documents to travel to Argentina).

Ihr braucht diese Papiere auf jeden Fall und habt auch keine Möglichkeit diese auf eigene Faust zu besorgen (es sei denn es ist Euer eigenes Fahrzeug). Deswegen solltet ihr die Überführungspapiere definitiv dazu buchen.

Argentinien Roadtrip
Puna de Atacama in Argentinien

Einwegmiete

Ein weiterer großer Vorteil bei Wicked Campers ist auch, dass Einwegmieten nicht soviel kosten, wie bei den meisten anderen Autovermietungen. Wenn ihr den Wagen nicht an dem Standort in Chile zurückgebt, an dem ihr ihn abgeholt habt zahlt ihr bei Wicked Campers ca. 400 Euro. Klingt teuer, ist im Vergleich zu anderen Anbietern aber wirklich günstig. Eine Einwegmiete kam bei unserer Route zwar nicht in Betracht, aber es ist gut zu wissen, dass dies auch recht kostengünstig möglich gewesen wäre.

Campervans vs. normaler Mietwagen?

Mit einem normalen Mietwagen meine ich einen nicht per Allrad angetriebenen Wagen. Das sind in Chile bzw. Argentinien meistens trotzdem größere Geländewagen z.B. in Form eines Toyota Pickups. Ein normaler Mietwagen, wie man ihn sich auch in Europa ausleihen würde, ist hier zwar auch zu bekommen, aber wir würden ihn nur empfehlen, wenn man ausschließlich auf befestigten Straßen (z.B. zwischen Salta und Cafayate) unterwegs ist. Ansonsten sind solche Autos den Straßenbedingungen nicht gewachsen. Die wenigstens Straßen in dieser Region sind geteert.

Übernachten im Campervan

Bei einem Campervan hat man den Vorteil, dass man in ihm oder auf ihm schlafen kann. Also auf einer Matratze im Wagen oder in einem Dachzelt. Man kann damit also relativ problemlos wild campen. Wann und wo man will. Und das ist in Chile und Argentinien überall erlaubt, außer auf Privatgelände natürlich. Man spart damit also nicht nur Geld gegenüber einer Hotelübernachtung, sondern hat auch einzigartige Naturerlebnisse sicher.

In Gegenden, wo es nachts sehr kalt wird, ist es natürlich weniger angenehm im Zelt oder auch im Auto zu übernachten. Vielleicht sind wir auch einfach nicht hartgesotten genug, aber bei über 3500 m über dem Meeresspiegel wird es sehr leicht nachts unter Null Grad. Und der starke Wind tut dann sein übriges. Für solche Fälle kann auf Herbergen (Hospedajes) zurück gegriffen werden, die fast überall zu finden sind.

Desierto del Diablo, Argentinien
Desierto del Diablo, Argentinien

Hotels gibt es in den großen Städten wie San Pedro de Atacama, Salta und Cafayate genügend. Aber auch in den einsamen Gegenden der Puna de Atacama gibt es einige wenige Unterkünfte, in die man sich vor der Kälte in der Nacht flüchten kann. Die Preise für einfache Unterkünfte (die man auch nicht im Internet findet) liegen bei ca. 15-25 Euro für ein Doppelzimmer. Wenn man auf mehr Komfort wert legt, muss man mindestens 50 Euro pro Nacht investieren.

Schlafplatz finden

Wenn man in sehr abgelegenen Gegenden unterwegs ist, helfen einem die bekannten Portale zum Buchen eines Hotels/Hostels nicht weiter. Die App iOverlander solltet ihr Euch daher auf jeden Fall runterladen. In ihr sind zahlreiche Campingplätze und Stellen zum wild campen verzeichnet. Oft auch mit Bildern und aktuellen Kommentaren von anderen Nutzern.

Habt ihr stattdessen einen guten Platz gefunden, der noch nicht in der App ist, könnt ihr diesen auch hinzufügen. Wichtig hierbei ist es die Karte in iOverlander einmal vorab zu laden für alle Regionen in denen ihr unterwegs seid. So könnt ihr auch in Regionen ohne Handyempfang Stellplätze finden.

Ansonsten gilt in Chile und Argentinien ähnliches wie auch bei einem Roadtrip durch Norwegen: Ihr könnt Euch überall hinstellen, solange ihr keinen stört und nicht auf Privatgelände seid.

Dachzelt in Chile
Camping in Nord-Chile

Die Kosten des Mietwagens

Trotz der hohen Preise, war Wickel Campers als Mietwagenanbieter immer noch der günstigste unter den Verfügbaren. Gerade wenn man eine Einwegmiete im Betracht zieht.

Beim Campervan haben wir bewusst nicht die kleinste Variante genommen, da wir ein etwas stabileres Fahrzeug mit Allrad und genügend Platz für unser Zeug wollten. Zusammen mit der Versicherung und den Kosten für die Überführung nach Argentinien lagen wir bei knapp 100 Euro pro Tag (ca. 1500 Euro für 15 Tage).

Benzinkosten

Unsere Wagen (Bigfoot 4WD) verbrauchte wahnsinnige 12 Liter pro 100 km, was uns bei Benzinpreisen von ca. 1 Euro pro Liter einen Gesamtpreis für Benzin von knapp 250 Euro für 2409 gefahrene Kilometer beschert hat.

Da der Benzinpreis in Argentinien und Chile aber immer noch viel günstiger ist als in Deutschland kommt ihr immer noch relativ günstig weg, trotz des hohen Verbrauchs.

Erfahrungsbericht – Autoreparatur

Am sechsten Tag unserer Rundreise durch Chile und Argentinien verbrachten wir unplanmäßig länger in Cafayate in Argentinien, da wir uns wegen der bevorstehenden Offroad-Passagen in der Puna unsicher waren, ob wir diese nur mit Zweiradantrieb schaffen würden. Wir hatten nämlich – viel zu spät natürlich – den Allradantrieb ausprobieren wollen, leider vergeblich. Der Wagen fuhr zwar ganz normal, wir konnten aber nicht auf die heilsamen Kräfte des 4×4-Antriebs hoffen.

Früh morgens riefen wir also die Wicked Camper Roadside Assistance an und schilderten das Problem. Nach einigem hin und her, wie wir denn den Allradantrieb alternativ einschalten könnten (kurz drücken, lange drücken, beim drücken rückwärts fahren etc.) wurde der Dame am Telefon klar, dass der 4×4-Antrieb wirklich kaputt war. Sie suchte uns eine Werkstatt in der Nähe raus zu der wir fahren sollten.

Gesagt getan. Die Wohngegend am Rande von Cafayate, wo sich die Werkstatt befinden sollte, sah so gar nicht nach Autowerkstatt aus. Nach mehrmaligem Fragen in der Nachbarschaft wurden wir zu einem ganz normalen Haus geschickt. Wir klingelten und versuchten der freundlichen Dame zur verklickern, dass unser Auto Hilfe bräuchte. Sie meinte nur, dass ihr Sohn, der Mechaniker, kommen müsse. Das dauere etwa 20 Minuten. Die Zeit nutzen wir daher, um noch etwas Geld von der Bank abzuheben.

Nachdem wir nach mehreren Anläufen endlich Bargeld hatten, fuhren wir wieder zurück zur Werkstatt. Dort guckte sich der Mechaniker bestimmt 1 Stunde den Wagen und meinte nur, dass es ein elektronisches Problem wäre und wir dazu in eine andere Werkstatt fahren sollten, die aber erst um 16 Uhr (Siesta sei Dank) öffne.

Der finale Reparaturversuch

Als wir kurz nach 16 Uhr an der anderen Werkstatt waren, ging ein langer Marathon los: Rumschrauben am Auto, Testfahrten, wilde Übersetzungen mit Google Translate und Telefonate mit der Wicked Roadside Assistance, dem Wicked Mechaniker und den Mechanikern vor Ort.

Lange Rede kurzer Sinn, es gelang den Mechanikern nicht das Problem zu lösen, es wäre wohl ein “mechanisches Problem”. Was auch immer das heißen mag.

Uns wurde aber von den Mechanikern vor Ort und telefonisch auch von Wicked versichert, dass unsere Strecke auch ohne Allradantrieb zu bewältigen wäre und man uns im Notfall auf jeden Fall helfen werde. Na, ob das mal stimmen würde.

Wir bekamen dann noch die Zusage, dass wir den Wagen einen weiteren Tag kostenlos behalten können. Na, immerhin!

Chile Vanlife
Vanlife in Chile

Unser Fazit zu Wicked

Insgesamt muss man sagen, dass wir wirklich sehr zufrieden waren mit Wicked Campers, was die Abwicklung der Vermietung im Vorhinein betrifft als auch die Kommunikation bei Problemen während man unterwegs ist. Wobei manche Probleme, wie z.B. ein kaputter Allradantrieb, natürlich gar nicht erst auftreten sollten.

Wir haben im Vorfeld recht viel Negatives über Wicked Campers im Internet gelesen. Nicht nur, aber auch über die Stationen in Chile. Im Nachhinein sind wir aber froh bei ihnen gebucht zu haben, denn nicht nur hat Wicked die günstigsten Preise auf dem Markt (bezogen auf Campervans), sondern wir haben wirklich nur positive Erfahrungen gesammelt.

Der Buchungsprozess über die Webseite ging super easy und auch später war die Kommunikation mit den Mitarbeitern super positiv. Wir haben einige Wochen vor unserer Reise eine Email bekommen in der uns mitgeteilt wurde, dass unser Wagen nun leider doch nicht zu unseren Reisedaten verfügbar wäre. Wir dachten schon, wir müssten uns was anderes suchen. Aber uns wurde völlig kostenlos ein Upgrade auf ein besseres Fahrzeug angeboten. Das fanden wir schon mal klasse.

Auch bei technischen Problemen bekommt man Hilfe

Und auch als wir unterwegs ein technisches Problem mit dem Wagen hatten (der Allradantrieb ging nicht) wurde uns von allen Seiten so gut geholfen, wie es eben ging. Es gibt eine Hotline mit einer Roadside Assistance, also eine telefonische Hilfe wenn mal was nicht funktioniert. Mit dieser netten Dame hatten wir per Telefon und Whatsapp Kontakt und auch die Englischkenntnisse waren ausreichend, um uns bei unserem Problem zu helfen.

Da wir durch die Reparaturversuche einen ganzen Tag in Cafayate verplempert hatten, wurde uns auch angeboten, dass wir entweder einen zusätzlichen Tag oder einen Teil der Miete erstattet bekommen. Was will man mehr?

Auch die Mitarbeiter an der Verleihstation in San Pedro de Atacama waren super freundlich und haben sehr gutes Englisch gesprochen.

Generell können wir hier eine volle Empfehlung aussprechen. Die Preise bei Wicked Campers sind zwar relativ hoch, aber das sind sie bei allen Mietwagenanbietern in Chile. Von daher ist Wicked immer noch die beste Wahl.


Wollt ihr mehr zu unserem Roadtrip durch den Norden Chiles und den Nordwesten Argentiniens erfahren, dann lest doch unseren separaten Reisebericht dazu:


Habt ihr noch weitere Fragen zu Mietwagen in Chile oder Argentinien? Habt ihr andere Erfahrungen gesammelt? Schreibt uns gerne einen Kommentar unter unseren Reisebericht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.