Für den Abschluss unseres Roadtrips durch die Quebreda Las Conchas haben wir uns in Cafayate noch etwas besonderes ausgesucht. Wir wollten einfach wieder etwas Grünes sehen, nachdem wir die letzten Tage nur viel Rotbraun und Grau beim Blick aus dem Fenster erblickten. Was natürlich nichtsdestotrotz wunderschön anzusehen war.

Als wir den Hinweis zu der Wanderung am Rio Colorado in unserem Reiseführer entdeckten, hatten wir eigentlich keine besonderen Vorstellungen. Wir hatten weder Bilder gesehen noch wussten wir genau wo die Wanderung anfängt.
Mit unserem Halbwissen machten wir uns also auf zum mutmaßlichen Startpunkt der Wanderung am Rio Colorado und fragten uns wieviel Wasser dieser Fluss wohl in dieser trockenen Region wohl führen würde.

Am Ende der Wanderung waren wir nicht nur total im A*****, sondern auch total geflasht von der fast schon paradiesischen Natur am Rio Colorado.

Die Fakten zur Wanderung

Der Parkplatz

Man muss ca. 6 km von der Stadtmitte von Cafayate Richtung Berge fahren, direkt zu einem kleinen Campingplatz, an dem es einen kostenpflichtigen Parkplatz gibt.

Wir haben einen “freiwilligen” Beitrag fürs parken von 100 ARS (2€) gezahlt.
Den Parkplatz findet ihr hier am Ende einer sehr langen Schotterpiste: Link zu Google Maps

Die Eintrittskosten

Zu den 100 ARS fürs Parken kamen bei uns zwei noch zusammen 150 ARS (3€) für den Eintritt dazu. Und zwar aufgeteilt auf einmal 100 ARS und einmal 50 ARS. Warum auch immer. Dafür kriegt man dann Toiletten, heißes Wasser, Informationen zur Wanderung und man wird am Eingang mit Namen, Telefonnummer und Passnummer registriert. Falls doch mal was schief laufen sollte und man nicht zurück kommt.

Dass man zurück kommt, dafür kann ein Guide sorgen, den man nochmal extra bezahlen muss. Da wir beide uns einiges zutrauen, wollten wir das Geld sparen und uns auf eigene Faust auf die Wanderung machen. Und bis auf eine Überquerung eines kleinen, aber steilen Hügels geht das auch ganz gut.

Länge und Dauer der Wanderung

Die Wanderung bis zum großen Wasserfall hat bei uns knapp 4 Stunden gedauert. Zusammen für Hin- und Rückweg. Pro Strecke muss man ca. 3 km laufen. Es geht auf dem Hinweg immer leicht bergauf und es stellt sich einem auf dem Weg nur ein großer, steiler Hügel in den Weg, den man überqueren muss.

Man sollte daher auch schon vormittags los laufen, um zurück am Parkplatz zu sein, bevor die Sonne untergeht.

Tipps zur Wanderung

  • Gute Wanderschuhe/-Sandalen anziehen: Man muss immer wieder über Felsen klettern und durch den Fluss laufen.
  • Genügend Wasser und Proviant mitnehmen. Man ist viel der Sonne ausgesetzt und die Wanderung ist sehr kräftezehrend.
  • Sonnenschutz: Cremt euch gut ein und tragt ggf. einen Hut. Die Sonne brennt erbarmungslos.
  • Kleidung: Man muss auf der Strecke immer wieder durch Sträucher und an Pflanzen vorbei die einige Kratzer auf der Haut hinterlassen. Trägt am besten eine lange Hose auf der Wanderung.
Unsere Erfahrungen auf der Wanderung zum Rio Colorado

Der kleine Rinnsal, der einen die ersten paar hundert Meter auf dem Weg begleitet, lässt einen gar nicht erahnen, was für ein schöner Fluss weiter bergauf noch daraus erwachsen sollte. Nichtsdestotrotz lässt sich die kommende Schönheit dieses Weges hier schon erahnen. Es grünt und blüht die ganze Zeit und direkt am Wasser stehen Unmengen von Pampasgras.

Beim weiteren Wandern wird alles immer grüner und lebendiger und links, rechts und vor einem türmen sich hohe, grün bewachsene Felsen auf.

Mehrere Male muss man den Fluss überqueren. Manchmal ist es offensichtlich, manchmal dann wieder nicht so sehr. Hier käme dann die Erfahrung eines Guides ins Spiel, der den richtigen Weg natürlich genau kennt. Wobei, einen richtigen Weg gibt es hier eigentlich gar nicht. Oft ist es egal auf welcher Seite des Flusses man sich durchschlägt. Man muss dann im Zweifel nur etwas dichteres Schilf durchqueren, als auf der anderen Seite. Nur an einigen Stellen blockiert die Felswand den weiteren Weg  komplett und man muss eventuell einige Meter zurück gehen, um trockenen Fußes ans andere Ufer zu gelangen.
Dies ist meistens möglich. Ganz selten muss man wirklich durchs knöchelhohe Wasser waten, um hinüber zu gelangen.

Da sich der Rio Colorado mal Linksrum mal Rechtsrum durch das enge Tal windet, hat man immer andere Ausblicke auf die tolle Landschaft. Die Wanderung ist wirklich super idyllisch und eigentlich auch für weniger fitte Menschen zu schaffen. Wäre da nicht da nicht die eine krasse Steigung über einen Hügel, die man zu überwinden hat.

Die Steilwand
Dort ist es nämlich gar nicht einfach den richtigen Weg hoch zu finden. Wenn man den falschen Weg aussucht, dann ist es wirklich gefährlich. Ich (Andreas) habe mir bei meinen Aufstieg leider einen viel zu steilen Weg ausgesucht. Und würde ihn definitiv nicht noch einmal gehen.

Der richtige Weg ist der ganz links an der Steilwand. Dieser ist auch relativ einfach zu gehen. Es gibt wie gesagt noch mindestens 2 andere Wege, die aber viel steiler und auch gefährlicher sind. Auf der anderen Seite muss man dann noch etwas mehr als einen Kilometer über fast ebene Wege laufen, bis endlich das Tagesziel, der Wasserfall, erreicht ist.
Natürlich nicht der schönste oder größte Wasserfall im Südamerika. Aber verbunden mit der wunderschönen Wanderung und als Ziel der ganzen Anstrengung doch ein wunderbarer Anblick.

Wer hartgesotten genug ist und keine Scheu vor eiskaltem Wasser hat, der kann auch vor dem Wasserfall, wie an ganz vielen Stellen auf der Wanderung selbst, baden gehen. Es ist zwar bitterkaltes Bergwasser, aber bei der Hitze hat diese Abkühlung einfach nur gut getan.

Falls ihr auch einen kleinen Ausflug in Cafayate machen wollt dann können wir euch die Wanderung am Rio Colorado nur wärmstens empfehlen!

Habt ihr Fragen oder andere Tipps zur Wanderung? Dann ab in die Kommentare damit.

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