Zur Norwegen Übersicht

Wie kommt man eigentlich zum Trolltunga und wo parkt man am besten, um sich unnötige Lauferei zu ersparen? Genau diese Fragen haben wir uns während unseres 2 wöchigen Roadtrips durch Norwegen auch gestellt. Unserer Antworten verraten wir euch in diesem Artikel! Schaut euch doch auch unsere Tipps & Tricks für Norwegen sowie unsere Packliste an.

Nachdem wir Trolltunga eigentlich an 2 Tagen bezwingen wollten, haben wir uns aus diversen Gründen entschieden, die Wanderung doch an einem Tag zu machen. So mussten wir zwar nicht die schwere Ausrüstung inklusive Zelt mitschleppen, verzichteten dafür aber auch auf die Gelegenheit in romantischer Einsamkeit einen Sonnenuntergang bzw. -aufgang auf Trolltunga zu erleben.

Wie wir später feststellen sollten wären wir da oben aber auch bei einer Übernachtung wahrscheinlich nicht wirklich alleine gewesen.

Mit dem Bus, dem Auto oder zu Fuß zum Trolltunga?

Nach einer Übernachtung auf dem eher mäßigen Odda Campingplatz (zu voll, zu klein, zu unpersönlich) machten wir uns um 6 Uhr morgens auf mit dem Auto zum Trolltunga Parkplatz in Skjeggedal. Wir hatten auch überlegt den Shuttle-Bus zu nehmen, der auch direkt vom Campingplatz losgefahren wäre. Aber wenn man eh schon einen (Miet-)Wagen parat hat, dann ist der Shuttlebus wenig sinnvoll, da er 150 NOK für die Hinfahrt kostet und nochmal 100 NOK für die Rückfahrt… und das pro Person! Damit ist man bei 500 NOK – also über 50€ – für 2 Personen. Das Parken direkt am Skjeggedal Parplatz kostet aber nur 300 NOK pro 12h. D.h es lohnt sich auf jeden Fall selbst zu fahren und oben zu Parken. So ist man auch weniger abhängig vom Busfahrplan.

Das Parkticket ist nicht wirklich teurer als das Ticket für den Bus.

Eine weitere Möglichkeit ist es auch nicht ganz bis zum Skjeggedal zu fahren, sondern direkt am Beginn der Privatstraße (ein paar km vor Skjeggedal) am Tyssedal Parkplatz zu parken. Dieser kostet nur 150 NOK pro 12h, aber man ist dann auch wieder auf den Bus angewiesen, um weiter zu kommen. Oder man versucht wie manche per Anhalter weiter zu kommen.

8 km Ersparnis durch eine neue Straße

Daher hatten wir uns entschieden direkt bis zum Skjeggedal Parkplatz zu fahren. Als wir dann oben angekommen waren, haben wir eine Werbetafel gesehen, die einen neuen Parkplatz und eine neue Serpentinenstraße anpries, mit der man sich 4 km (pro Strecke) spart und direkt oben auf dem Berg parken kann.

Man hat nämlich jetzt nur noch die Möglichkeit die alte Strecke durch den Wald zu laufen, was aber anscheinend niemand mehr macht. Oder man läuft zu Fuß die neue Serpentinenstraße hoch. Das ist nämlich kostenlos. Und so wie es aussieht machen dies auch die meisten Wanderer! Die alte Funicular – mit der früher viele Leute die Strecke abgekürzt haben – ist übrigens durch diese neue Serpentinenstraße durchschnitten worden und kann nun nicht mehr begangen werden.

Wir haben uns nun also dafür entschieden insgesamt 8 km Weg zu sparen und die 500 NOK zu bezahlen, die dafür verlangt werden, die Serpentinenstraße hoch zufahren und oben auf einem der 40 Parkplätze zu parken. Man sollte also auch früh an der Schranke sein, da die 40 Plätze schnell voll sind.

Die Wanderung

Vom oberen Parkplatz ging die eigentliche Wanderung endlich los. Schon von Anfang an sind uns die Massen an Menschen aufgefallen, die hinter, vor und manchmal auch neben uns waren. Und die alle das gleiche Ziel hatten wie wir… die bekannte Trollzunge zu sehen. Zeitweise fühlten wir uns etwas gehetzt, da wir nicht die schnellsten Wanderer sind und so ziemlich häufig Leute vorbei gelassen haben. Immer wieder hört man die näher kommenden Schritte und die Geräusche der Wanderstöcke, welche einen bei der Wanderung antreiben.

Nachteil der Trolltunga Wanderung

Das war unserer Meinung nach auch der größte Nachteil dieser Wanderung: die vielen anderen Leute. Aber es sind nicht nur sehr viele Wanderer mit uns in Richtung Trollzunge gelaufen, uns sind auch eine große Anzahl an Hikern entgegen gekommen. Das bedeutet also, dass eine nicht wirklich kleine Menge an Wanderern auch die Nacht auf dem Berg verbracht hat. Diese hatten vermutlich (wie wir auch) gedacht mit nur wenigen anderen den Sonnenaufgang bzw. Sonnenuntergang auf dem Berg bestaunen zu können. Bei der Anzahl an Leuten, die uns entgegen kamen, ist man durch eine Übernachtung am Berg wahrscheinlich nicht mit weniger Leuten auf der Felsspitze, als wenn man morgens früh los läuft.

Der Wanderweg

Die Wanderung hat es auch wirklich in sich. Die insgesamt 22 km für Hin- und Rückweg läuft man auch als normal fitter Mensch nicht mal eben so. Insbesondere am Anfang der Wanderung gilt es einige Höhenmeter zu bezwingen, die dafür sorgten, dass wir auf den ersten Metern mehrere Pausen einlegen mussten. Danach ist die Wanderung an sich recht einfach und eher aufgrund der Länge anstrengend. Aber für diese Anstrengung wird man belohnt. Wenn man ganz vorne am Abgrund des Trolltunga steht ist es schon ein ganz besonderes Gefühl. Dieses Gefühl, diese Belohnung nach der Wanderung, kann man aber leider nicht sehr lange genießen. Die anderen Touristen und Wanderer warten schon und sind natürlich auch froh, wenn man sich mit seinem Foto nicht allzu viel Zeit lässt.

Weitere Artikel zu Norwegen

Tipp #1: Früh loslaufen!

Das ist dann auch der größte Tipp, den ich geben kann, wenn man sich für ein Foto am Trolltunga anstellen will (denn man muss sich immer anstellen): Lauft so früh wie möglich los!

Nach etwas über 4 Stunden und 11 km hatten wir das heiß ersehnte Ziel um ca. 11:30 Uhr erreicht. Die Schlange, an die man sich anstellen musste, reichte schon bis an die Leiter heran, die herunter zur Trollzunge führte. Ich stellte mich brav in die Reihe und nach ca. 45 Minuten war ich dran und konnte mich von Sabrina fotografieren lassen.

Mit der Drohne zu fliegen ist am Trolltunga übrigens verboten, aber natürlich haben wir trotzdem welche fliegen sehen.

Tipp #2: Pärchenbilder

Ein guter Tipp übrigens ist es, ein anderes Pärchen in der Schlange hinter einem zu finden, mit dem man dann einen Foto-Pakt schließt. Einer von denen beiden fotografiert Euch, einzeln und zusammen. Und wenn die an der Reihe sind läuft einer von euch hoch und schießt die entsprechenden Bilder von ihnen. So muss keiner stundenlang mit der Kamera am Fotopunkt verharren und man muss sich als Pärchen auch nicht zweimal anstellen.

Nach dem wir noch etwas die Atmosphäre genossen haben sind wir um ca. 13 Uhr auf den Rückweg aufgebrochen. Zu diesem Zeitpunkt war die Schlange schon etwa dreimal so lang wie am Anfang. Und auf unserem Rückweg sind uns auch immer noch viele Leute entgegen gekommen.

Unser Fazit zur Trolltunga Wanderung

Abschließend können wir sagen, dass man diese Wanderung sicherlich gegangen sein muss, wenn man in Norwegen Urlaub macht.  Ein Foto auf der Felsspitze gehört in jedes Norwegen-Fotobuch. Trotzdem fanden wir die Wanderung landschaftlich weitaus weniger spannend als vermutet und auch weniger beeindruckend als z.B. unsere Wanderung am Knutshoe. Außerdem waren nach unserem Geschmack eindeutig zu viele Menschen auf der gleichen Route wie wir. Ständig hat man das Geklacker der Wanderstöcke im Nacken. Man fühlt sich getrieben und kann die eigentlich atemberaubende Atmosphäre nicht richtig genießen. Wir sind lieber auf den Routen unterwegs, wo wir fast die einzigen Menschen sind.

Was habt ihr für Erfahrungen auf Eurer Wanderung gemacht? Berichtet es uns in den Kommentaren!

_______________________________________________________________________________________

Unser Reiseführer für Norwegen

Lonely Planet Norwegen

Als Reiseführer haben wir uns für den Lonely Planet entschieden. Ich finde die Reihe sowieso sehr gut und greife nur in Ausnahmefällen zu anderen Verlagen. Wir haben uns hier auch, wie meistens, für die digitale Ausgabe entschieden. Da muss man nichts schleppen und kann sogar unterwegs auf seinem Handy darin nach bestimmten Begriffen suchen und muss nicht stundenlang blättern.

🛒 Lonely Planet Norwegen

9 Idee über “TROLLTUNGA Wanderung | Tipps zur Anreise & zum Parken

  1. Pingback: KNUTSHØE – DIE BESSERE ALTERNATIVE ZU BESSEGGEN – Roadtripsta Travel Blog

  2. Pingback: Buarbreen Gletscher in Odda – Roadtripsta · Travel Blog

  3. Thomas Löbenbrück sagt:

    Hallo Andreas, Danke für den schönen Reiseblog zu Norwegen, ich habe sofort wieder die Sommerbilder vor Augen. Ein kleiner Tip zur Trolltunga: Ich war Ende Juni/Anfang Juli dort, am Wochenende. Bin Freitag ca 16.00 Uhr vom Parkplatz los (die neuen Serpentinen waren noch im Bau, also erstmal steil, steinig und teils glitschig hoch). In meiner Richtung war kaum jemand unterwegs und je höher ich kam, ebbte auch der Strom der Entgegenkommenden ab, ca. 21.00 Uhr war ich am Ziel. Auf dem weitläufigen Gebiet zwischen Trollzunge und Hütte verteilten sich ca. 10 kleine Zelte, die Zunge war komplett für mich “reserviert”. Die Nacht war ein Genuss im Zelt auf dem weichen Moos und am nächsten Morgen bekam ich nochmals tolle Fotos in einer ganz anderen Lichtstimmung (alles ohne Gedränge oder gar Wartezeit). Ca. 11.00 Uhr am Samstag wurde es voll und ich machte mich auf den Rückweg. Übrigens, einige 100 m hinter der Trollzunge gibt es auch noch sehr schöne Ausblicke (der “kleine Preikestolen”). Also, Abends und Morgens kann man sogar in der Ferienzeit diesen Hotspot in Ruhe genießen, ein absolutes Highlight der Reise.

    Herzliche Grüße
    Thomas

    • Andreas sagt:

      Hallo Thomas,

      ja das hätte ich aber nicht gedacht, dass man trotz der vielen Wanderer eine Gelegenheit hat dort fast für sich alleine zu sein. Muss ein ganz besonderes Gefühl gewesen sein.

      Uns kamen sogar noch Leute entgegen, als wir schon fast wieder am Parkplatz waren. Die müssen dann entweder verdammt schnell gelaufen sein, oder weit vor dem Ziel übernachtet haben.

      Das mit dem kleinen Preikestolen hatten wir auch schon gelesen, aber wir waren so schon froh den Weg zurück zum Parkplatz wieder geschafft zu haben! 😀

      Noch viele schöne Reisen wünschen,
      Andreas und Sabrina

  4. Pingback: Unser 2 Wochen Roadtrip durch den Süden Norwegens | inkl. Reiseroute - Roadtripsta

  5. Paul Pflüger sagt:

    Hallo zusammen ,
    ich möchte im Juli auch die Trolltunga Tour gehen. Möchte gerne von Euch wissen – kann man die Gebühr für den oberen Parkplatz vorher bezahlen oder direkt an der Schranke ?
    Die Tour möchte ich ab 5:00 Uhr beginnen .
    Gute Zeit und vielen Dank

    Paul Pflüger

    • Andreas sagt:

      Hallo Paul,
      soweit wir wissen und auch laut deren Webseite kann man die Gebühr nur direkt vor Ort bezahlen. siehe: http://www.trolltunga-road.com/

      Dort heißt es auch: first come – first serve. Da die Plätze wirklich sehr begrenzt sind sollte man sehr früh dort sein. Die Straße macht aber auch erst um 6 Uhr auf. Also falls du früher loswandern willst dann musst du unten parken und zu Fuß hoch laufen. Die Parkplätze unten kann man am Parkautomaten bezahlen. Wann genau die Parkplätze unten aufmachen kann ich aber leider nicht sagen.

      Ich hoffe ich konnte dir etwas helfen und wünsche dir viel Spaß in Norwegen!

      LG Andreas

      • Paul Pflüger sagt:

        Hallo Andreas ,
        vielen Dank für die schnelle Antwort. Dein Schreiben und die neuen Internetseiten sind sehr Informativ – ich weiß jetzt die Vorgehensweise besser.
        Nochmals Danke

        Paul Pflüger

        • Andreas sagt:

          Hi Paul,
          sehr gerne. Kein Problem. Falls noch Fragen offen sind, wir versuchen gerne zu helfen.
          Viel Erfolg noch bei der Reiseplanung
          Lg,
          Andreas

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.