Am ersten verschneiten Januarwochenende machten wir uns auf ins nördliche Hunsrück bzw. die südliche Eifel und suchten uns eine Wanderung, die wir zusammen mit unserem Hund machen wollten. Wir sind alle keine Topsportler – unser Hund wohl eher als wir – also sollte die Wanderung nicht mehr als 15 Kilometer haben und landschaftlich schön und abwechslungsreich sein. Nach einiger Recherche fand ich die Traumschleife Masdascher Burgherrenweg. Klingt etwas kompliziert, ist dafür aber eine sehr tolle Wanderung in der Region Kastelaun.

Mit Traumschleifen haben wir zwar noch keine Erfahrung, wohl aber mit Traumpfaden. So haben wir letztes Jahr um den Jahreswechsel eine wunderbare Wanderung auf dem Traumpfad Höhlen- und Schluchtensteig Kell in der Eifel gemacht.

Der Wanderung Masdascher Burgherrenweg wurde sogar von der Zeitschrift Wandermagazin im Jahr 2018 zum schönsten Wanderweg Deutschlands gewählt, da fällt die Wahl noch nicht schwer, ob man zu dieser Wanderung aufbrechen soll. Und so waren auch wir schnell überzeugt.

Unsere Anreise zur Tramschleife hätte schöner nicht sein können, nach einer wenig aufregenden Autobahnfahrt fuhren wir durch weiß verschneite Eifeldörfer und schneeweiße Wälder und hofften natürlich, dass unsere Wanderung im Hunsrück auch durch solch ein Winterwunderland führen würde. Aber weit gefehlt: In Mastershausen – dem Startpunkt der Traumschleifen Wanderung – angekommen war alles trocken und leider gar nicht mehr weiß.

Traumschleife Masdascher Burgherrenweg Panorama

Fakten zur Wanderung

  • Länge: 14 km
  • Rundweg: Ja
  • Dauer: 4,5 -5 Stunden
  • Schwierigkeitsgrad: mittel, nicht besonders anspruchsvoll
  • Höchster Punkt: 461 Meter
  • Tiefster Punkt: 257 Meter
  • Steigung/Gefälle: jeweils 465 Meter
  • Hunde erlaubt: Ja

Einen GPS-Track zur Wanderung findet ihr auf der Webseite von outdooractive.de: GPS-Track Traumschleife Masdascher Burgherrenweg

Startpunkt und Parkplatz am Wanderweg

Bei der Anfahrt zum Startpunkt und gleichzeitig dem offiziellen Parkplatz der Wanderung kreuzt ihr einmal den Wanderweg und fahrt dabei auch an einem der Sehenswürdigkeiten der Traumschleife vorbei, der Balduinseck-Ruine.

Ihr fahrt danach durch den sehr kleinen – und bei unserem Besuch wie ausgestorben wirkenden – Ort Mastershausen. Kurz außerhalb des Orts liegt der offizielle Parkplatz der Wanderung. Bei unserem Besuch waren wir die einzigen Besucher auf dem knapp 20 Autos fassenden Platz. Hier findet ihr ihn bei Google Maps.

Direkt hinter der dort befindlichen Grillhütte beginnt die Wanderung und führt Euch über grüne Wiesen direkt in den Wald.

Highlight der Hunsrück Wanderung – Die Burgruine

Das Highlight der Wanderung Masdascher Burgherrenweg ist sicherlich die imposante Burgruine Balduinseck. Sie wurde zwischen 1325 und 1330 vom Trierer Erzbischof Balduin von Luxemburg erbaut. Schon für die damalige Zeit war dies ein wuchtiges und mächtiges Bauwerk. Der viereckige Bau erreicht fast eine Höhe von 18 Metern und seine fast 2.5 Meter dicken Wände bilden eine Grundfläche von ca. 23 x 14 Metern.

Burgruine Balduinseck

Seit 1711 ist die Ruine verwahrlost und seit 1780 ist sie komplett verfallen. Erst 2007 wurde begonnen die Burgruine zu sichern und nach den Regeln des Denkmalschutzes zu restaurieren. So kann die die Ruine noch für viele weitere Jahre direkt neben der Landstraße 203 ein toller Wegpunkt der Wanderung durchs schöne Hunsrück sein.

Die Wanderung Traumschleife Masdascher Burgherrenweg

Wir sind die Wanderung gegen den Uhrzeigersinn gelaufen und die ersten Kilometer durch dichte Nadelwälder und Felder gelaufen. Im weiteren Verlauf sind wir teilweise über enge und steile Wege immer weiter in den dichten Wald hinab gestiegen.

Am tiefsten Punkt angekommen läuft man eine Zeit lang am Mastershausener Bach entlang und überquert diesen über schmale, aber gut begehbare Holzbrücken mehrmals. Wenn es – wie bei uns – zuvor stark geregnet oder geschneit hat, dann ist es auf den unteren Ebenen der Wanderung schon recht matschig. Ihr solltet also gutes Schuhwerk dabei haben und nicht unbedingt Eure beste Sonntagshose tragen.

In der Nähe des dahin plätschernden Baches seht ihr auch einige Überreste längst vergangener Kulturen, seien es Stollen, Gemäuer oder Mühlen aus Kelten-, Römer-, oder Ritterzeiten. Immer ist daneben auch eine Infotafel angebracht, auf der ihr ausführliche Informationen zu dem vorliegenden Objekt findet. Apropos Schilder, generell ist der gesamte Weg auch perfekt ausgeschildert. Ein Verlaufen ist auch ohne GPS oder Handynavigation nahezu ausgeschlossen!

Auch unser Hund Aaro kam bei der Wanderung voll auf seine Kosten: er konnte im Schlamm wühlen, im Bach baden und die teils steilen Abhänge hoch und runter jagen und war am Ende der Wanderung natürlich trotzdem noch viel fitter als wir.

Man erreicht unterwegs mehrere sehr schöne Aussichtpunkte, die – teilweise mit bequemen Bänken ausgestattet – einen tollen Blick über den grünen Hunsrück erlauben. Generell ist der Weg sehr gut mit Bänken und Rastplätzen ausgestattet, so dass ihr genügend Möglichkeiten habt Euer mitgebrachtes Pausenbrot zu verspeisen.

Abzweig zur Geierlay Hängeseilbrücke

Kurz bevor man den letzten Aufstieg des Wanderwegs erklimmen muss, kommt ihr an der Burgruine Balduinseck vorbei. Diese ist imposant anzuschauen und kann auch von innen besichtigt werden. Wir haben uns das aber geschenkt und sind schnurstracks weitergelaufen, da wir noch vor Einbruch der Dunkelheit wieder am Wagen sein wollten.

Direkt hinter der Ruine geht ihr durch einen dunklen Tunnel unter der über Euch verlaufenden Landstraße hindurch während links neben Euch der Masterhausener Bach freudig dahin plätschert. Dann geht es hoch auf den Burgberg, von dem ihr nochmal einen tollen Panoramablick über die Gegend habt. Nicht weit von dort startet übrigens auch der Abzweig zur Geierlay Hängeseilbrücke. Diese ist ein Wahrzeichen in der Gegend und sollte zu einem Ausflug in den Hunsrück definitiv dazu gehören. Aber Achtung: Während der Corona-Einschränkungen ist die Brücke nur in eine Richtung zu begehen. Ihr könnt also nicht mal eben hinüber und wieder zurück laufen, sondern müsst in diesem Fall über einen 5 km langen Wanderweg wieder zum Startort zurück laufen.

Traumschleife Masdascher Burgherrenweg per Drohne

Die letzten Kilometer der Wanderung haben wir aufgrund mangelnder Fitness abgekürzt und sind statt um Mastershausen herum, direkt durch den Ort hindurch gelaufen. Dabei kam uns das Dorf etwas trostlos vor, obwohl es Samstag war und gar nicht mal so schlechtes Wetter. Ob es an Corona lag oder einfach nur daran, dass es in Mastershausen nicht viel zu machen gibt, wissen wir nicht.

Zum Schluss nochmal das volle Winterpaket

Auf dem Rückweg nach Hause haben wir aber dann nochmal kurz im Winterwunderland gehalten. Denn obwohl das Gebiet der Wanderung fast vollkommen schneefrei war, lagen die Wälder nur einige Kilometer weiter unter einer dicken Schicht Zuckerguss begraben. Nicht nur wir haben hier einfach am Waldesrand unser Auto abgestellt und haben den richtigen Winter – den wir im Ruhrgebiet gar nicht kennen – mal so richtig ausgekostet. Und auch unser Aaro hat seine feuchte Nase in den wohl ersten Schnee seines Lebens gesteckt und nach Herzenslust herum getollt.

Fazit der Wanderung

Wir waren echt überrascht, dass wir auf der gesamten Wanderung fast keinem anderem Menschen begegnet sind, in einer Zeit in der die Menschen – dank Corona – bei schönem Wetter eher mehr unterwegs sind und sich an bekannten Hotspots häufen. Das kann aber auch ein Vorteil sein für Wanderer, die lieber mit der Natur alleine sein wollen.

Wir haben bestimmt schon schönere Wanderwege gesehen und sind – vor allem in der nahen Eifel – auch schon spektakulärere Wege gegangen. Aber die Wanderung Traumschleife Masdascher Burgherrenweg ist definitiv die Anreise wert und hat uns auch in Ihren Bann gezogen. Man durchwandert ganz verschiedene Landschaften und auch die Aussichtpunkte und vielen Rastmöglichkeiten machen diesen Wanderweg besonders.

Für uns also nicht einer der schönsten Wanderwege Deutschlands, aber definitiv eine tolle Wanderung mit Kind & Kegel (und natürlich Eurem Hund).

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