Beim Manuel Antonio Nationalpark haben wir während unseres Costa Rica Roadtrips immer wieder überlegt, ob wir diesen besuchen sollen oder nicht. Die Bewertungen im Netz sind in Bezug auf die Masse an Menschen oft sehr negativ. Viel zu viele und laute Touristen sollen den Park regelrecht überrennen. Da haben wir eigentlich keinen Bock drauf.

Schlussendlich haben wir uns aber doch dazu entschieden (unser Host Ron im Bolita Rainforest Hostel hatte uns überzeugt) in den Manuel Antonio Nationalpark zu gehen und haben es in keinster Weise bereut. Es waren zwar, trotz Nebensaison, eine größere Anzahl an Touristen im Park. Aber die vielen Tiere, die teilweise direkt neben den Wegen zu sehen waren, und die genialen Strände haben uns dafür definitiv entschädigt.

Die Fakten

Der Park

Der Manuel Antonio Nationalpark ist einer der berühmtesten Nationalparks in ganz Costa Rica. Hier vereint sich der Regenwald mit seiner bunten Tierwelt mit dem Badevergnügen am weißen Sandstrand. Die Infrastruktur am Park und auch im angrenzenden Ort sind gut ausgebaut.

Einige wichtige Infos:

  • Am vollsten ist der Park von Mitte Dezember – April und Juli/August. Ruhige Zeiten sind September – November.
  • In der Regenzeit ist es meistens Vormittags sonnig und es regnet am Nachmittag. Versucht also früh hinzufahren, um die Chancen auf gutes Wetter zu erhöhen.
  • Die allermeisten Wege sind gut ausgebaut und sehr einfach zu gehen. Ihr geht nicht direkt durch den Wald, sondern immer über Holzstege bzw. befestigte Wege
  • Ihr braucht keine Wanderschuhe oder geschlossene Schuhe für den Manuel Antonio Park. Wir haben sogar Leute mit FlipFlops gesehen. Wir waren aber mit unseren Wandersandalen gut beraten.

Öffnungszeiten

Dienstags – Sonntags 7.00 – 16.00 Uhr

Montags ist der Park geschlossen!

Die Anreise

Die Anreise erfolgt am besten über den Ort Quepos. Von dort aus kann man einerseits mit dem regelmäßig fahrenden Bus anreisen (ca. 300 Colones – 0,50€) oder ihr fahrt selbst mit dem Auto. Vor dem Manuel Antonio Nationalpark gibt es dafür zahlreiche (kostenpflichtige) Parkplätze.

Von San Jose zum Manuel Antonio
Manuel Antonio ist knapp 3h von San Jose entfernt. Von San Jose könnt ihr zum Quepos Airport fliegen oder den Bus nach Quepos nehmen (6 Uhr, 9 Uhr, 12 Uhr, 14:30 Uhr, 18 Uhr and 19:30 Uhr vom Terminal Transportes Tracopa) und dann den Bus von Quepos nach Manuel Antonio nehmen. Oder ihr mietet in San Jose einen Wagen und fahrt die Strecke selbst. Die Route geht komplett über asphaltierte Straßen und ist gut zu fahren.

Parkplätze

An der Straße vor dem Manuel Antonio werden schon in einigen hundert Metern Entfernung die ersten Parkplätze angeboten. Die Mitarbeiter der Parkplätze gehen dabei regelrecht rabiat vor und wollen mit allen Mitteln versuchen einen zum Anhalten zu bewegen. Fahrt einfach an denen vorbei, auch wenn diese wie offizielle Parkwächter aussehen.

Kurz vor dem Eingang des Parks (ihr erkennt das daran, dass die Dichte an Restaurants und Hotels höher wird) gibt es dann noch einige Parkplätze von denen fast jeder der “letzte Parkplatz vor dem Eingang” ist. Fahrt einfach bis zum Ende durch und nehmt den letzten Parkplatz. Die Preise sind überall gleich (2000 Colones, 3 Euro).

Eintrittskosten

Der Eintritt beträgt pro Person 9.500 Colones (ca. 14,50 Euro). Der Eintritt ist vor dem Eingangstor auf der rechte Seite bei der Coopealianza zu bezahlen. Dort bekommt man sein Ticket und kann sich dann nach dem Tor auf der linken Seite anstellen. Wenn es voll ist und ihr zu zweit seid, lohnt es sich, wenn einer die Tickets holt und sich der andere schon am Eingang anstellt. So spart ihr Wartezeit.

Wir waren in den Nebensaison (Ende Mai) morgens gegen 8 Uhr dort und mussten bei beiden Schaltern kaum anstehen.

Was man dabei haben sollte:

  • ausreichend Wasser. Es gibt aber vereinzelt Wasserspender im Park
  • Verpflegung (im Park gibt es nur ein einziges Restaurant, wo man sich was zu essen/trinken kaufen kann)
  • Badesachen (kann man zur Not auch im Shop kaufen)
  • Handtuch
  • Sonnencreme
  • Fernglas
  • Anti-Mosquito Spray

Guide: Ja oder nein?

Agouti im Manuel Antonio ParkDa wir gerne alles auf eigene Faust machen, haben wir uns gegen einen Guide entschieden. Die Wege im Park sind gut ausgebaut, so dass man für die Wanderung an sich keinen Guide benötigt.

Wenn ihr mehr über die Tiere erfahren wollt und diese auch durch wirklich sehr gute Ferngläser sehen wollt, macht ein Guide Sinn. Außerdem haben diese geschulte Augen und Ohren und finden Tiere, die wir auch leicht übersehen. Ihr könnt es aber auch so machen wie wir, und einfach immer dort hin gucken, wo die anderen Touristen mit Guides hingucken. So wisst ihr zumindest ungefähr wo es was zu sehen gibt.

Unsere Wanderung durch den Park

Wenn man sich die Bewertungen bei Google anschaut, liest man immer wieder davon wie überfüllt der Park von Touristen ist. In der Hauptsaison mag das auch der Fall sein, aber in der Nebensaison und unter der Woche kann man einen entspannten Tag im Manuel Antonio Nationalpark verbringen.

Auf dem ersten Weg unmittelbar nach dem Eingang hat es sich auch bei unserem Besuch etwas gestaut. Aber trotz der vielen Touristen haben wir unmittelbar nach dem Eingang schon die ersten Tiere gesehen.

Eine Gruppe Affen hangelte sich über uns von Ast zu Ast, während auf dem Boden ein Agouti an uns vorbeihuschte. Während wir noch darüber staunten, stand auf der anderen Seite eine Reh, welches genüsslich auf ein paar Blättern kaute. Wow, gerade erst im Park, waren wir schon jetzt von den Tiersichtungen beeindruckt.

Nach einigen Metern konnten wir uns zwischen dem Schotterweg und einem Weg über Holzstege entscheiden. Die Gruppen mit den Guides haben den Schotterweg benutzt, so dass wir uns für die Holzstege entschieden haben und diesen Weg komplett für uns allein hatten.
Neben dem Holzsteg saßen immer wieder kleine und große Krabben mit ihren knallroten Scheren und beobachteten uns. Sobald man den Krabben jedoch zu Nahe kam nahmen sie reißaus und verstecken sich unter einem Blatt oder in einem Erdloch.

Krabben im Manuel Antonio Park

Auch hörten wir immer wieder einzelne Geräusche aus den Bäumen und Büschen. Während wir noch nach der Ursache suchten, schlich sich heimlich still und leise ein Waschbär an uns an. Jetzt ist Vorsicht geboten, denn wir haben immer wieder gelesen, dass die Waschbären gerne bei den Touristen stibitzen. Dieser war jedoch ganz friedlich und hat uns nur kurz beschnuppert um direkt danach weiterzuziehen.

Am Ende des Holzsteges führte der Weg wieder auf den Schotterweg, wo sich schon die Guides und Touristen versammelten und gebannt in die Bäume starrten. Als ein Guide sich kurz von der Gruppe entfernte, nutzen wir die Chance um durch das Fernrohr des Guides zu blicken…. und da war es. Das erste Faultier auf unserer Costa Rica Reise. Völlig überwältigt bestaunten wir das Fellknäuel, was dort oben zwischen den Ästen hing und vom den Trubel der Touristen nichts mitbekam. Wir dafür umso mehr. Also entfernten wir uns von den Gruppen und gingen weiter.

An dieser Stelle des Parks befindet sich auch ein Shop, in dem ihr sowohl was zu Essen und Getränke sowie Eis und Badesachen kaufen könnt. Geht ihr an dieser Stelle rechts den Weg herunter kommt ihr an die großen Strände des Parks, wo sich auch die meisten Touristen tummeln. Geht ihr links den kleinen Weg hinter dem Shop entlang, könnt ihr auf den weniger frequentierten Wanderwegen laufen, auf denen ihr an mehrere Aussichtspunkte gelangt sowie an einen weiteren kleinen Strand.

Wir sind zuerst über den linken Sendero Wanderweg zum Aussichtspunkt gelaufen. Auf dem Weg haben wir noch ein weiteres Faultier gesehen. Dieses Mal hing es nicht ganz soweit oben und versteckt in den Bäumen, so dass wir es mit bloßem Auge erkennen und bestaunen konnten.

Am Ende des Sendero Weges wartet der erste Aussichtspunkt. Hier bekamen wir den ersten Blick auf das strahlend türkisblaue Meer. Da es inzwischen immer heißer und heißer wurde, hatten wir bei dem Anblick nur noch den Wunsch ins kühle Nass zu springen.

Unser nächstes Ziel sollte daher der kleine und recht ruhige Strand sein. Nach knapp 30 weiteren heißen Minuten der Wanderung über den Wanderweg kamen wir am Playa Gemelas an. Hier gibt es zwei kleine Strandabschnitte die durch einige Felsen am Strand getrennt sind. Um etwas mehr Ruhe zu haben, entschieden wir uns für den hinteren Abschnitt.

Auch am Strand waren wir dem Tierreich wieder ganz nahe. Während wir entspannten, beobachteten wir, wie sich die Affen an die Iguanas anschlichen, um die umherliegenden Früchte vom Boden aufzusammeln. Einer der Affen trug dabei die ganze Zeit sein Baby auf dem Rücken herum. Nach dieser tierischen Begegnung, einem Nickerchen am weißen Sandstrand und einer Erfrischung im herrlich blauen Meer, ging es weiter. Erst zurück zur Gabelung mit dem Shop und dann weiter zu den beiden großen Stränden (Playa Manuel Antonio & Playa Espadilla Sur), wo sich auch die anderen Touristen tummelten.

Die beiden großen Strände trennen in der Mitte nur ein paar Meter und am Ende beider Strände befindet sich eine kleine Halbinsel mit einem kleinen Hügel auf dem man einen ca. 30 minütigen Rundweg, den Sendero Punta Catedral, begehen kann. Hier gibt es mehrere Aussichtsplattformen die einen immer wieder einen Blick auf das Meer erlauben.

An einem der Aussichtspunkte kletterte eine Horde Affen auf den Bäumen herum und wir konnten nur einen Meter von Ihnen entfernt den Affen beim Spielen und Klettern zusehen.

Neben den Aussichtspunkten bietet der Weg auch Zugang zu einer kleinen Bucht, die bei unserem Besuch von einigen Iguanas bewohnt wurde. Da es schon Nachmittag war wurde das Meer immer unruhiger und die Flut war dabei den Strand zu überspülen. Die Wellen klatschten immer wieder gegen die Felsen und die Gischt spritzte immer höher und höher.

Um uns noch eine kleine Abkühlung zu gönnen, bevor der Park um 16 Uhr schließen sollte, wechselten wir auf den volleren Hauptstrand (Playa Manuel Antonio) und ließen den wundervollen Tag im Manuel Antonio gemütlich ausklingen, bevor wir uns auf den Rückweg begaben.

Lohnt sich der Park? Unser Fazit und Tipps

Auch wenn wir anfänglich Zweifel hatten, so haben wir den Besuch keines Falls bereut. Es waren zwar recht viele Touristen vor Ort (und in der Hauptsaison werden es noch viel mehr sein), aber die Anzahl der Tiere, die man im Park sieht, sind es definitiv wert. In keinem anderen Park auf unserer Costa Rica Rundreise haben wir so schnell und so nah so viele (größere) Tiere gesehen.

Wenn Euch Menschenmassen nicht abschrecken und ihr viele Tiere sehen wollt, dann solltet ihr diesen Park bei eurem Costa Rica Roadtrip definitiv einplanen.

Tipps zum Manuel Antonio Nationalpark:

  • versucht früh morgens schon da zu sein
  • fahrt bis zum wirklich letzten Parkplatz durch und lasst euch nicht von den rabiaten Parkwächtern verwirren
  • Wenn sich schon eine lange Schlange vor dem Park befindet sollte einer die Tickets kaufen und der andere sich schon in die Schlange des Parks anstellen
  • geht zu den weiter entfernten Stränden () wenn ihr etwas mehr Ruhe haben wollt

Warst du auch im Manuel Antonio Nationalpark? Dann hinterlasse uns doch einen Kommentar und erzähl uns wie du es gefunden hast.

2 Idee über “Manuel Antonio Nationalpark in Costa Rica – Viele Touristen, viele Tiere!?

  1. Tanja sagt:

    Wirklich sehr informativ für mich und gut zu wissen, dass es im Manuel Antonio Nationalpark viele Tiere, aber auch viele Besucher gibt. Da wo es schön ist, wollen halt alle hin 😉 Affen, Faultiere, Leguane, Agoutis… an einem einzigen Tag! Wow! Ich selber war noch nicht in Costa Rica, wünsche es mir aber sehr in naher Zukunft wegen den Tieren, die es dort gibt.

    Danke für die Informationen!
    LG, Tanja

  2. Christian sagt:

    Schöner Artikel, da deckt sich vieles mit unseren Erfahrungen. Die diebischen Waschbären, der letzte Parkplatz, die Affenhorden, die leeren Wege abseits der Trampelpfade.

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