Die Strecke zwischen Salta und Cafayate über die RN68 gehört zu einer der schönsten Strecken Argentiniens, liest man überall… und ja, wir können dem nur zustimmen. Die ca. 200 km lange Strecke lässt einen kontinuierlich staunen über die Wunderwerke der Natur. Die Farben tendieren ins rotbraun-lehmige und bilden immer neue Formen links und rechts der Straße. Dazu fließt in der Mitte der Schlucht der – je nach Wasserstand – mehr oder weniger reißende Rio las Conchas und gibt dem ganzen nochmal eine ganz besondere Atmosphäre.

Wir haben diesen kleinen Roadtrip im Rahmen unserer Langzeitreise 100 Tage in Lateinamerika unternommen und waren dort während unserer Rundreise durch den Norden Chiles und Argentiniens unterwegs. Mehr dazu könnt ihr in folgendem Artikel nachlesen:

Puna de Atacama | Im Campervan 2 Wochen durch Chile und Argentinien

Infos zur Strecke

Auf der Strecke zwischen Salta im Norden und Cafayate im Süden kann man auch immer wieder gut abseits der Straße wild campen. Der schöne Teil der Strecke beginnt knapp 1h Fahrt südlich von Salta und endet kurz vor Cafayate. Wobei wir Cafayate an sich auch total schön und – obwohl relativ touristisch – auch sehr entspannt fanden.

Wir haben insgesamt 2 Tage und 2 Nächte auf der Strecke verbracht, für die man eigentlich nur 3-4 Stunden braucht, wenn man wenig Zeit hat. Es werden auch von Salta und Cafayate aus geführte Touren angeboten, bei denen man innerhalb eines Tages durch die zahlreichen Sehenswürdigkeiten geschleust wird. Wenn man auf mehr Privatsphäre steht, dann sollte man sich in Cafayate oder Salta einen Mietwagen nehmen und die Strecke auf eigene Faust fahren. Die Straßen sind in super Zustand und sind daher auch mit einem kleinen Mietwagen gut zu fahren.

Wir haben euch eine kleine Übersicht der Sehenswürdigkeiten sowie unserer 2 Campsites erstellt.

Unsere Campingplätze

Wir sind die Strecke mit unserem Wicked Camper gefahren und haben dabei große Teile des nördlichen Chile und Argentinien bereist. Dieser Teil unseres Roadtrips und auch die Stellplätze, an denen wir übernachtet haben, gehörten aber sicherlich zu den Highlights unserer Rundreise. So idyllisch und ruhig in einer Schlucht am Fluss wie hier, haben wir nirgends sonst gecampt.

Die Temperaturen sind hier – im Vergleich zu unserer restlichen Route durch Argentinien und Chile – auch nachts sehr angenehm, so dass wir es im Zelt sehr gut ausgehalten haben.

Wir haben uns auch absichtlich mehr Zeit hier genommen, als man normalerweise für diese Strecke benötigen würde, da für uns einerseits der Weg das Ziel ist und wir natürlich auch einige Stunden pro Tag mit unserem Campervan mit Dachzelt relaxen und die Landschaft genießen wollten. Das haben wir mit unseren Campingplätzen unterwegs erreicht. Es war wunderschön dort und wir wollen Euch die beiden Stellen natürlich nicht vorenthalten.

Campsite 1 – Dort wo die Esel wohnen

Unser erstes Campsites lag ganz am Anfang der Strecke durch das Tal auf der Ruta National 68. An dieser Stelle war das ausgedörrte Flussbett sehr weitläufig und vor einiger Zeit verlief die Straße noch gerade durch das Flussbett. An zwei Seiten gab es noch die Überreste der abgebrochenen Straßen zu sehen. Daneben verlief ein aufgeschütteter Weg, über den wir mit unserem Geländewagen ins Flussbett hinunterfahren konnten. Am Ende des Weges lag zwischen den Bäumen ein sehr schöner – von der Straße blickgeschützter – Platz, der auch vorher schon als Campsite (mit Lagerfeuer) genutzt wurde. Hier verbrachten wir unseren ersten Nachmittag mit einem Spaziergang entlang des Flusses und einer ersten entspannten Nacht.

Der nervöse Esel
Naja sagen wir fast komplett entspannte Nacht. Denn wir hatten schon, als wir unser Zelt aufgeschlagen hatten, früh mehrere Esel im weitläufigen Flussbett gesehen. Auch eine Mutter mit ihrem kleinen Fohlen. Tagsüber sah das noch sehr idyllisch aus. Aber abends, als wir dann noch mal das Zelt verlassen mussten, um zu pinkeln, waren die Eselgeräusche nicht mehr so süß. Wir hörten beim Verlassen des Zeltes ganz heftige und immer näher kommende Galoppier-Geräusche und dazu ein lautes und aufgeregtes Schnaufen.

Das Gruselige dabei war, dass man natürlich nichts gesehen hat in der stockdunklen Nacht. Man hörte also nur den – mutmaßlichen – Esel aufgeregt näher galoppieren und wir hätten uns dabei das Pinkeln fast schon gerne verkniffen. Aber so einfach ist das nun mal nicht. Also wurden die Pinkelpausen auf ein Minimum beschränkt. Wir wollten die Eselmama, die wahrscheinlich nur auf ihr Baby aufpassen wollte, nicht noch mehr in Aufregung versetzten.

Den Platz findet ihr hier auf Google Maps: Campingplatz 1

Campsite 2 – Camping mit eigenem Strand

Unser Campsite für die zweite Nacht befand sich zwischen dem Obelisken und Los Castillos. Auch hier konnten wir wieder über einen Schotterweg in das Tal hinunterfahren und hatten unseren Platz etwas abseits der Straße. Theoretisch kann man mit dem Wagen bis an den Fluss heranfahren, um dann direkt am Fluss (und damit auch am Strand) zu übernachten. Wir haben uns aber dazu entschlossen unter einem Baum zu parken und dort kurz vor dem Fluss unser Zelt aufzuschlagen. Da der Allradantrieb unseres Geländewagens nicht funktionierte, wollten wir das Schicksal nicht herausfordern.

Da das Wetter perfekt war, haben wir uns direkt die Badesachen angezogen, uns im Fluss abgekühlt und dann noch am Sandstrand vor dem Fluss entspannt. Hier lohnt es sich wirklich früh am Campsite zu sein und die tolle Aussicht und etwas Entspannung am Fluss zu genießen.

Wenn man sich überlegt wie nah man hier an der Stadt Cafayate ist und wie schnell man einen bei den Top Sehenswürdigkeiten der Quebreda de los Conches ist, dann ist man hier mit seinem Zeltplatz mit Privatstrand an einem sehr idyllischen Fleckchen Erde angekommen. Wir wollten hier eigentlich gar nicht mehr weg.

Den Campingplatz findet ihr hier bei Google Maps: Campingplatz 2

Unsere Highlights

Die Strecke ist an sich ja schon ein Highlight und allein beim links und rechts aus dem Fenster gucken sieht man schon eine Menge wunderschönes. Aber ab und zu lohnt es sich anzuhalten und ein paar Meter zu laufen, auch wenn es bisweilen natürlich recht touristisch werden kann. Aber das gehört eben dazu. Wir haben bei den meisten Sehenswürdigkeiten angehalten und haben sie uns genauer angeschaut. Die restlichen – weniger interessanten – haben wir zumindest aus dem Auto im Vorbeifahren gründlich in Augenschein genommen.

Die Sehenswürdigkeiten haben wir übrigens in chronologischer Reihenfolge von Salta nach Cafayate notiert.

Garganta del Diablo

Der Garganta del Diablo war die (von Salta aus gesehen) erste große und sehr touristische Sehenswürdigkeit auf der Strecke. Es gibt einen Parkplatz und einige Souvenirverkäufer unmittelbar neben dem Parkplatz. Der Eintritt sowie das Parken ist an dieser und allen anderen Sehenswürdigkeiten kostenlos.

Der Garganta del Diablo ist ein beeindruckender Felsspalt den man betreten kann. Bis zur ersten kleinen Steilwand tummeln sich die Touristen. Wenn man jedoch die kleine Steilwand hochklettert kann man noch etwas näher zum Ende des Canyons gehen und hat diesem Bereich nahezu für sich allein. Das Schild an der (sehr leicht zu überwindende) kleinen Steilwand verbietet nicht dem Eintritt, sondern warnt vor Coyoten.
Wir haben dort aber keinen gesehen. Ehrenwort!

El Anfiteatro

Am Anfiteatro, welches sich kurz hinter dem Garganta del Diablo befindet, gibt es wieder einen Parkplatz. Man kann sich etwas zu essen kaufen (z.B. Tortillas con queso: 50 Peso), Schmuck und selbstgeflochtene Körbe.

Bei der Sehenswürdigkeit handelt es sich um eine runde, wie ein Theater geformte, rote Felseinbuchtung (daher auch der Name). Die Theaterathmosphähre wird durch einen Gitarrenspieler untermauert, der die Umgebung unablässig mit argentinischen Klängen beschallt. Auch hier stehen die roten Felswände wieder in einem perfekten Kontrast zum strahlend blauen Himmel und bieten ein tolles Fotomotiv.

Los tres Cruces

Dieser Aussichtspunkt, der sich quasi am höchsten Punkt direkt neben der Straße befindet, ist ein absolutes Highlight auf der Strecke. Man bekommt eine spektakuläre Aussicht auf den Fluss der sich durch das Tal schlängelt und die umliegenden, roten Bergketten. Man sollte die Aussicht nicht nur vom Parkplatz genießen sondern auf jeden Fall rechts die Anhöhe heraufgehen. Von dort oben ist der Ausblick noch viel besser. Auch wenn es dort relativ windig sein kann, so kann man doch einige Zeit damit verbringen das rotbraune Tal vor einem zu bewundern.

La Yesara

La Yesera bezeichnet eine kurze Wanderung durch ein kleines Tal mit unterschiedlich farbigen Bergen. Die Wanderung dauert ca 30 Minuten je Strecke und bietet einen phänomenalen Ausblick auf verschieden gefärbte und geformte Felsen. Die Wanderung ist größtenteils ohne Steigung. Am Ende kann man einen kleinen Berg erklimmen, um eine noch bessere Aussicht zu haben.

Wenn man gut zu Fuß ist, kann man wahrscheinlich noch etwas weiter in das weite Tal wandern. Man sollte aber auf Sonnenschutz und genügend zu trinken achten. Denn es gibt keinerlei Schatten in diesem Areal!

Ein paar hundert Meter weiter befindet sich übrigens ein gleichnamiges Restaurant, das kalte Getränke und Snacks verkauft. Es laufen auch einige süße Hunde rum und auch Alpakas kann man dort – wenn auch angebunden – besichtigen.

El Sapo

El Sapo ist ein Felsen der eine gewisse Ägnlichkeit mit einem Frosch aufweist. Das ist allerdings auch schon alles. Wir fanden diesen Punkt eher unspektakulär und haben noch nicht mal für ein Foto angehalten.

El Obelisc

Der Obelisk ist ein in die Höhe ragender Felsen, der komplett umzäunt ist. Auch den Obelisc fanden wir wenig spannend und sind daran vorbeigefahren. Da sich dieser aber, genau wie der Sapo, direkt neben der Straße befindet, kann man ihn auch sehr gut im Vorbeifahren besichtigen.

Los Castillos

Los Castillos ist ein Aussichtspunkt mit einem tollen Blick auf die roten Felsklippen und dem davor entlang fließenden Fluss. Hier kann man eine kurzen Fotostopp an der Straße einlegen. Eine Wanderung ist hier nicht möglich.

Los Colores

Bei den Los Colores handelt es sich um rote Felsformationen die durch jahrelange Erosion entstanden sind. Hier kann man eine kleine Wanderung entlang der Felsen machen. Das Hinaufklettern ist nicht gestattet, das die Felsen sehr porös sind. Wenn man dem Trampelpfad folgt kann man einen grauen Felsen zwischen den Roten Felsen hinaufklettern und hat in beide Richtungen einen tollen Ausblick. Einerseits auf die grün-grauen und rötlichen Felsen und andererseits auf das grüne wachsende Tal mit dem Fluss.

An dieser Stelle kann man noch weiter laufen um sich die Gegend anzuschauen. Da wir noch die Wanderung am Rio Colorado geplant hatten, sind wir noch kurz an den ca. 2,5 m großen Kakteen vorbeigegangen und dann wieder zurück zum Parkplatz.

Los Medanos

Wenn man an der Straße parkt erreicht man die Sanddüne in ca. 10 Minuten zu Fuß. Die Sanddüne ist von der Straße aus nur aus Richtung Cafayate ausgeschildert und nicht, wenn man aus Richtung Salta die Straße entlang fährt. Man kann sich jedoch gut bei Google Maps orientieren. Dort ist der Pfad zur Düne eingezeichnet. Die Düne an sich ist ganz schön und man hat einen guten 360° Blick über die umliegende Umgebung… aber ansonsten ist es auch einfach nur ein Haufen Sand und nicht so mega spektakulär. Wenn man daran vorbeifährt und etwas Zeit hat kann man sich die Düne ansehen.

Die Los Medanos sind der letzte Aussichtspunkt auf der Ruta 68 von Salta und Richtung Cafayate. Für uns gehörte die Strecke zum Highlight unsere kurzen Reise durch Argentinien. Wenn ihr auch nach Cafayate fahrt solltet ihr dort auf jeden Fall die Wanderung am Rio Colorado machen. Diese haben wir in einem eigenen Artikel beschrieben:

Flusswanderung am Rio Colorado | Cafayate, Argentinien

Fazit

Für uns gehört diese Strecke sicherlich zu den Highlights im nördlichen Argentinien und sollte auf jeden Fall – auf eigene Faust oder mit einer Tour – bereist werden, wenn man in der Gegend ist. Die Route zwischen Salta und Cafayate hat super viel zu bieten und ist dabei touristisch gar nicht so überlaufen, wie man denken mag.

Es bieten sich zahlreiche Möglichkeiten abseits der Strecke zu stoppen, um Fotos zu machen oder sogar zu zelten. Die Temperaturen sind hier Nachts sehr angenehm und lassen diesen Teil unseres Roadtrips uns in sehr guter Erinnerung bleiben. Wenn ihr die Zeit – und einen Mietwagen – habt, dann genießt die Strecke und hetzt nicht so durch. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, um weitere Wanderungen zu machen und so die Landschaft noch mehr genießen zu können.


Seid ihr auch die Ruta National 68 entlang gefahren? Falls ja, hinterlasst uns doch einen Kommentar, was euch dort am besten gefallen hat.

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