Das Cap Corse ist eine schmale, bergige Halbinsel ganz im Norden Korsikas, die vor allem für ihre kurvige Küstenstraßen, alte Fischerdörfer und einsame Buchten bekannt ist – für uns einer der schönsten Abschnitte unseres gesamten Korsika-Roadtrips.
Wir sind die Halbinsel mit unserem Campervan von Pietracorbara an der Ostküste bis nach Saint-Florent komplett abgefahren und zeigen euch hier unsere komplette Route mit allen Orten, Sehenswürdigkeiten und Wanderungen am Cap Corse. Wenn ihr es lieber kompakt mögt, findet ihr unsere persönliche Rangliste der schönsten Orte auch in unserem Artikel zu den Cap-Corse-Highlights.
Zuletzt aktualisiert: September 2026.
Cap Corse Reiseroute
Unsere Route führt euch gegen den Uhrzeigersinn einmal um das Cap Corse und führt dabei an den schönsten Highlights vorbei. Wenn ihr unserer Route folgt, dann fahrt ihr kanpp 130km und braucht dafür mindestens 4 Stunden. Es ist also an einem Tag zu schaffen, dann seid ihr aber fast nur im Auto. Und da die Küstenstraße in ständigen Kurven nach links und wieder nach rechts verläuft, ist die Fahrerei auch ziemlich anstrengend.
Besser ist es 2-3 Tage hier zu verbringen, um stressfrei die Schönheit der Halbinsel zu erleben. Wir haben eine ganze Woche hier verbracht und haben uns nicht gelangweilt.
Hinweise zu den einzelnen Stopps verraten wir euch im nächsten Kapitel. Wollt ihr detailierte Infos zu den Cap Corse Highlights, dann schaut euch unseren Artikel zu den Highlights auf der Halbinsel an
Details der Cap Corse Reiseroute
Stopp A: Bastia
Hier kommt ihr vermutlich mit der Fähre oder dem Flugzeug an und startet dann, anders als die meisten anderen Touristen, eure Route in Richtung Norden. Die meisten Reisenden lassen das Cap Corse nämlich auf ihrer Route durch Korsika aus. Wollt ihr erstmal in Ruhe ankommen, dann schaut euch noch die sehenswerte Altstadt von Bastia an.
Stopp B & C: Ostküste: Erbalunga & Pietracorbara
An der Ostküste des Cap Corse liegen mit Pietracorbara und Erbalunga zwei unserer Lieblingsorte der gesamten Halbinsel.
Unweit von Bastia liegt das kleine, authentische Fischerdorf Erbalunga mit seinem halb verfallenen Genueserturm und engen Gassen, mehr dazu in unserem Artikel zu Erbalunga.
Pietracorbara, das sich etwas weiter nördlich befindet, punktet mit seinem goldgelben Sandstrand und dem total gemütlichen Campingplatz La Pietra, alle Details dazu findet ihr in unserem Artikel zu Pietracorbara.
Stopp D: Tomino
Von Pietracorbara aus sind wir weiter ins Hinterland nach Tomino gefahren, einem kleinen Bergdorf mit nur rund 190 Einwohnern. Tomino ist der einzige Ort an der Ostküste des Cap Corse ohne eigenen Hafen, liegt dafür aber auf einem Höhenzug mit einer wunderbaren Aussicht auf Macinaggio und dessen Strand.
Das Dorf selbst ist für sein architektonisches Erbe bekannt und lohnt einen (sehr) kurzen Zwischenstopp mit Fotopause.
Stopp E: Rogliano & Château San Colombano
Weiter ging es für uns nach Rogliano, einem der größten Dörfer des nördlichen Cap Corse, das sich über mehrere Wohnsiedlungen auf einem Hang verteilt. Oberhalb des Ortes thront die Ruine des Château San Colombano, auch Castellacciu San Colombano genannt, ein im 12. Jahrhundert von der genuesischen Adelsfamilie da Mare erbautes Kastell.

Die Genuesen zerstörten die Burg 1554, seit 1996 steht die Ruine unter Denkmalschutz. Der Aufstieg zur frei zugänglichen Ruine lohnt sich vor allem wegen des Panoramablicks über die grandiose Umgebung.
Stopp F: Barcaggio und der Wanderweg Sentier des Douaniers
Ganz im Norden der Halbinsel befindet sich ein sehr abgelegener Strand, der nur über eine kleine Wanderung erreichbar ist. Ihr solltet aber am Strand nicht aufhören, sondern könnt noch mehrere Kilometer weiterlaufen und habt dabei immer einen spektakulären Blick auf das Meer. Plant hierfür etwa einen halben Tag ein, gerne noch mehr, wenn ihr den Tag am Strand ausklingen lassen wollt.
Alle Details zur Anfahrt, zum Parken und zur Wanderung selbst findet ihr in unserem Artikel zum Sentier des Douaniers ab Barcaggio.

Stopp G: Centuri-Port & Windmühle Moulin Mattei
Von Barcaggio geht es weiter in Richtung Süden an der Westküste entlang. Ihr kommt dabei automatisch an der Moulin Mattei vorbei, einer restaurierten Windmühle auf dem Col de la Serra zwischen Botticella und Centuri. Schon vom Parkplatz aus habt ihr eine richtig schöne Aussicht über die Küstenlinie, hinauf zur Windmühle selbst braucht ihr von dort nur ein paar Minuten zu Fuß.
Hinter der Windmühle führen weitere Wanderwege über das Plateau, hier könnt ihr also auch noch etwas länger spazieren gehen, bevor es weitergeht.
Von der Windmühle sind es nur wenige Kilometer bis zum kleinen, idyllischen Fischerdord Centuri-Port. Legt hier einen kleinen Zwischenstopp ein und trinkt einen Kaffee mit Blick über den Naturhafen.

Stopp H: Albo
Von der Windmühle Moulin Mattei geht es weiter nach Albo, einem kleinen Ort mit einem rund 400 Meter langen, schwarzen Kieselstrand und dem Genueserturm Tour d’Albo an dessen südlichem Ende. Trotz des Kiesels ist der Strand wirklick klasse und aufgrund der Größe findet man hier immer genug Platz für sich. Und besonders die Sonnenuntergänge sind hier sehr beeindruckend.
Alle Details dazu findet ihr in unserem Artikel zu Albo.
Stopp I: Nonza
Nur rund 10 Autominuten von Albo entfernt liegt Nonza, eines der schönsten und bekanntesten Dörfer Korsikas, hoch über einem weiteren schwarzen Kieselstrand gelegen. Sehenswert sind vor allem der Paoli-Turm mit toller Aussicht bis nach Albo sowie die Kirche Sainte-Julie, allerdings ist das Parken im Ort wirklich sehr schwierig.
Alle Tipps dazu findet ihr in unserem Artikel zu Nonza.
Stopp J: Saint-Florent
Am Übergang vom Cap Corse in die Region Nebbio (auf der Hauptinsel Korsikas) liegt Saint-Florent, eines der mondänsten Städtchen Nordkorsikas mit Genueser Zitadelle und großem Yachthafen. Die Stadt ist für einen kleinen Spaziergang definitv geeignet und bietet einen schönen Hafen und viele nette Restaurants und Cafes.
Alle Details dazu findet ihr in unserem Artikel zu Saint-Florent.

Weiterreise durchs restliche Korsika
Nachdem ihr das Cap Corse bereist habt, solltet ihr natürlich noch den Rest von Korsika bereisen. Welche Route ihr dafür am besten nutzt lest ihr in unserem Artikel Reiseroute durch Korsika.
Praktische Tipps zum Cap Corse
Was ist das Cap Corse?
Geografisch ist das Cap Corse eine rund 40 Kilometer lange Gebirgshalbinsel, die sich nördlich von Bastia ins Meer erstreckt und die wegen ihrer Form wird sie auch „Zeigefinger Korsikas“ genannt wird. Die Küstenstraße D80 verbindet dabei kleine Fischerdörfer, alte Genueser Wachtürme und immer wieder spektakuläre Ausblicke aufs Meer.
Die Republik Genua ließ diese runden Wachtürme ab Mitte des 16. Jahrhunderts zum Schutz vor Piratenüberfällen aus Nordafrika errichten, mit Sichtverbindung zum jeweils nächsten Turm konnten sich die Besatzungen per Rauchzeichen vor verdächtigen Schiffen warnen. Auf dem Cap Corse allein sollen einst rund 30 dieser Türme gestanden haben, mehr als in jeder anderen Region Korsikas, mehrere davon (unter anderem in Pietracorbara, Erbalunga und Albo) sind bis heute gut erhalten.
Für die komplette Umrundung des Cap Corse solltet ihr mit Stopps mindestens einen ganzen Tag einplanen, mehr dazu findet ihr auch in unserem Artikel zum Korsika Roadtrip in 14 Tagen.
Anreise Cap Corse
Die meisten Cap-Corse-Rundfahrten starten in Bastia, wohin ihr mit der Fähre vom italienischen Festland (Genua oder Savonna) übersetzt. Wir sind selbst zwei verschiedene Strecken gefahren: einmal tagsüber mit Moby von Genua nach Bastia, die Überfahrt dauert je nach Verbindung rund 5 bis 7,5 Stunden. Ein anderes Mal sind wir mit unserem Hund über Nacht mit Corsica Ferries von Savona nach Bastia gefahren und haben dafür eine Kabine gebucht, die Fahrt dauert hier rund 6 bis 9 Stunden.
Für längere oder nächtliche Überfahrten empfehlen wir grundsätzlich eine Kabine, gerade mit Hund war das für uns die deutlich entspanntere Variante als die Sitzplätze auf dem Deck, so konnten wir beide ausgeruht in Bastia ankommen und direkt am nächsten Morgen mit der Cap-Corse-Rundreise starten.
Tipp: Bucht eure Fähre gerade in der Hochsaison frühzeitig, die Verbindungen sind schnell ausgebucht.

Was noch wichtig ist
Der Handyempfang war für uns in den meisten Orten am Cap Corse gut, nur in einzelnen abgelegeneren Abschnitten der Küstenstraße gab es kurze Lücken. Einkaufsmöglichkeiten sind auf der Halbinsel eher rar gesät, in den kleineren Orten findet ihr aber meist einen kleinen Laden oder Spar-Markt für das Nötigste.
Auch Tankstellen gibt es nur wenige, wir würden euch daher empfehlen, vor der Rundfahrt einmal vollzutanken. Fahrt idealerweise von Bastia aus zunächst die Ostküste Richtung Norden und dann die Westküste zurück, dann wird das Panorama entlang der Küstenstraßen immer spektakulärer. Grundsätzlich lässt sich das Cap Corse an einem Tag umrunden, wir würden euch aber empfehlen, euch ruhig ein paar Tage Zeit zu nehmen, die Orte sind einfach zu schön, um nur daran vorbeizufahren.
Gerade auf der Westküste wird die Straße streckenweise sehr eng und kurvig, mit einem großen Wohnmobil solltet ihr hier besonders vorsichtig und langsam fahren, an einigen engen Kurven kann es mit Gegenverkehr knapp werden.
Weinregion Muscat du Cap Corse
Mehrere Orte entlang unserer Route liegen mitten in der Weinregion Muscat du Cap Corse, einem süßen Likörwein aus der Rebsorte Muscat blanc à petits grains, der seit 1993 als eigene AOC (Appellation d’Origine Contrôlée) anerkannt ist. Zum Anbaugebiet zählen unter anderem Rogliano, Tomino, Pietracorbara und Saint-Florent, also fast alle Orte, die wir auf unserer Route besucht haben.
Die Weinberge liegen meist auf kalkhaltigen Böden nah am Meer, wo der Wind für trockene Trauben und damit weniger Pilzbefall sorgt. Haltet also ruhig Ausschau nach kleinen Weingütern mit Verkostung, gerade rund um Rogliano gibt es einige davon direkt an der Strecke.
Übernachten am Cap Corse
Campingplätze
Übernachtet haben wir nur an den Orten, an denen wir tatsächlich länger geblieben sind, für die reinen Tagesstopps wie Tomino, Rogliano, die Moulin Mattei oder Saint-Florent gibt es bei uns daher keine eigene Campingplatz-Empfehlung. Zum Start unserer Cap-Corse-Route haben wir auf dem großen Campingplatz La Pietra in Pietracorbara übernachtet, alle Details dazu findet ihr in unserem Artikel zu Pietracorbara.
Danach ging es weiter zum Parkplatz beim Strandrestaurant Paillote Les Tamaris in Barcaggio, wo wir ebenfalls übernachtet haben, mehr dazu in unserem Artikel zum Sentier des Douaniers. Von dort ging es weiter nach Albo an der Westküste des Cap Corse, auf den bislang einzigen kostenlosen Wohnmobilstellplatz, den wir auf ganz Korsika gefunden haben. Der von der Gemeinde betriebene Platz liegt nur rund 2 Minuten vom Strand entfernt, bietet Dusche und Wasserhahn gegen Jetons für 2 Euro sowie einen Bouleplatz und einen kleinen Spielplatz.
Hotels
Wenn ihr mit dem Mietwagen reist und 2-3 Tage auf Cap Corse verbringen wollt, dann würden wir euch einen Übernachtungsstopp im Norden bei Macinaggio oder Centuri empfehlen und dann bei Bedarf nochmal in Saint Florent.

Häufige Fragen zum Cap Corse
Wie lang ist die Küstenstraße rund um das Cap Corse?
Die D80 umrundet die gesamte, rund 40 Kilometer lange Halbinsel, für die komplette Rundfahrt mit Stopps solltet ihr mindestens einen ganzen Tag einplanen. Wenn ihr unserer Route folgt, dann fahrt ihr kanpp 130 km und braucht dafür mindestens 4 Stunden.
Wo startet der Sentier des Douaniers am Cap Corse?
Der bekannteste Startpunkt ist die Plage de Barcaggio an der Nordspitze der Halbinsel.
Wo gibt es am Cap Corse einen kostenlosen Wohnmobilstellplatz?
In Albo an der Westküste, direkt am schwarzen Kieselstrand und nur rund 10 Autominuten von Nonza entfernt.
Warum ist Nonza für Camper schwierig?
Weil es im Ort nur sehr wenige Parkplätze gibt. Kommt am besten vormittags oder am späten Nachmittag, oder parkt auf der D80 in einer der Haltebuchten und lauft dann entlang der Straße nach Nonza.
Wie kommt ihr mit der Fähre nach Bastia?
Zum Beispiel tagsüber mit Moby von Genua (ca. 5 bis 7,5 Stunden) oder über Nacht mit Corsica Ferries von Savona (ca. 6 bis 9 Stunden), für Nachtfahrten empfiehlt sich eine Kabine.
Gibt es am Cap Corse genug Einkaufsmöglichkeiten und Tankstellen?
Beides ist eher rar gesät, in den kleineren Orten gibt es aber meist einen kleinen Laden oder Spar-Markt. Tankt am besten vor der Rundfahrt einmal voll, da es nur wenige Tankstellen gibt.
Wächst am Cap Corse Wein?
Ja, mehrere Orte auf unserer Route wie Rogliano, Tomino und Pietracorbara gehören zur seit 1993 anerkannten AOC Muscat du Cap Corse, einem süßen Likörwein.

