Wir machten eine Radtour durch das atemberaubende Valle de la Luna in San Pedro de Atacama und es war ziemlich anstrengend mit dem Rad durch die staubtrockene Hitze zu fahren. Aber die mondartige Landschaft und die Möglichkeit anhalten zu können wann und wo man will, entschädigen definitiv für die Anstrengungen.

Die Fakten

San Pedro de Atacama

Die staubige Stadt ist der Ausgangspunkt für unterschiedliche Touren in der Atacama Wüste und daher ziemlich touristisch. Es gibt viele Restaurants, Touranbieter, Souvenirläden, Bars und alles was das Backpackerherz begehrt. Als touristische Hochburg ist das Preisniveau leider auch relativ hoch.
Abendessen bekommt man ab ca. 8000 CLP (ca. 10 Euro), ein Bier oder Kaffee kostet ca. 4 Euro. Übernachtungen bekommt man ab 30 Euro im Doppelzimmer.
San Pedro ist das Einfallstor in die Atacama Wüste und in die Uyuni-Region des benachbarten Bolivien. Aber auch in die Puna de Atacama in Argentinien kommt man von hier sehr gut.

Die Region um San Pedro de Atacama hat generell sehr viel zu bieten und man kann zahlreiche Ausflüge bei Tour-Anbietern buchen bzw. auch auf eigene Faust unternehmen. So z.b. auch eine Fahrradtour in das Valle de Luna.

Fahrrad mieten

In San Pedro de Atacama kann man überall Fahrräder mieten. Die Räder kosten in der Regel 3000 CLP (4 Euro) für 6 Stunden bzw. 6000 CLP (8 Euro) für 12 Stunden. In der Miete enthalten sind Fahrradhelme, Flickzeug, Fahrradschloss und eine schöne, gelbe Warnweste. Die Räder sind meistens gut in Schuss und haben zumindest auch eine Federgabel. Es macht trotzdem Sinn ein paar Anbieter zu vergleichen und auch eine kurze Probefahrt zu machen bevor man sich für ein Fahrrad entscheidet. Man will ja nicht mit einem defekten Rad in der Wüste liegenbleiben.

Was sollte man mitnehmen?

Auf jeden Fall viel zu trinken. Unterwegs kann man nichts kaufen. Wir empfehlen 2 Liter pro Person… Mindestens! Auch sollte man sich gut vor der Sonne schützen. Diese brennt nämlich erbarmungslos vom Firmament und es gibt fast keinen Schatten unterwegs. Daher sollte eine Mütze, und gerne auch lange Klamotten (falls ihr sehr empfindlich auf Sonne reagiert) zur Eurer Ausrüstung gehören. Und natürlich gute Sonnencreme. Ich habe mir auf den Rückweg auf meinen Waden leider einen heftigen Sonnenbrand geholt, denn wer denkt schon daran sich seine Waden einzucremen? ^^

Was sollte man nicht mitnehmen?

Hunde! Klingt komisch, aber ist leider so. Wenn man in San Pedro oder auch unterwegs auf der Strecke Hunde füttert bzw. streichelt laufen diese einem gerne hinterher, auch wenn man mit dem Fahrrad fährt. Und nicht umsonst gibt es am Eingang zum Nationalpark ein Schild, das einem die Einfahrt mit Fahrrädern und begleitenden Hunden verbietet (kein Scherz!). Falls Hunde einem ins Mondtal folgen, können diese dort sehr schnell verdursten und haben dort bestimmt keine schöne Zeit in der Hitze. Von daher achtet bitte darauf, dass euch keine Hunde folgen.

Anfahrt zum Valle de la Luna

Vom San Pedro fährt man knapp 30 Minuten auf der Straße Richtung Calama und biegt bei einem gut sichtbaren Schild etwas außerhalb der Stadtgrenze links ab zum Eingang des Nationalparks. Die Anfahrt ist relativ einfach. Am Anfang geht es kurz bergauf. Danach geht es auf befestigten Straßen kontinuierlich leicht bergab und man erreicht den Eingang schnell und ohne große Anstrengung.

Eintritt

Am Eingangstor zum Valle de la Luna zahlt man 2500 CLP (vor 13 Uhr) bzw. 3000 CLP (4 Euro) nach 13 Uhr. Als Radfahrer darf man nur bis 13 Uhr in den Park einfahren. Vormittags sind schon recht viele Fahrräder unterwegs. Nachmittags eher Reisegruppen mit Bussen und Jeeps bzw. Touristen mit normalen Mietwagen. Will man also den vorbei rasenden Autos entgehen sollte man früh hinfahren, was auch den Vorteil hat, dass die Hitze erst mittags einsetzt.

Die Strecke durch den Park

Die Strecke durch den Park ist keine Rundstrecke. Es führt eine Hauptstraße durch das Tal, die man bis zum Ende durchfährt und dann umdreht, um wieder zurück zum Eingang zu kommen.

Man kann sich also nicht verfahren. Man fährt zuerst 7 km bis zum ersten Aussichtspunkt (große Düne). Dann sind im Abstand von wenigen Kilometern weitere Aussichtspunkte anzufahren. An Kilometer 11 befindet sich der letzte Aussichtspunkt. Danach fährt man den gleichen Weg wieder zurück. Der Hinweg verläuft oft bergauf und ist somit deutlich anstrengender als der Rückweg.

Aussichtspunkte

Zuerst kommt die Duna Mayor (große Düne). Man läuft dort ca. 30 min. bergauf. Oben hat man phantastische Ausblicke auf die umliegende Umgebung und eben auf große Sanddünen.

Der zweite Ausblick ist der Mirador Achachnes. Zum eigentlichen Aussichtspunkt läuft man ca. 20 Minuten bergauf. Danach kann man noch einige Zeit dem Trampelpfad weiter folgen bis zur endgültigen Spitze der Klippen. Auch hier hat man wieder den Ausblick auf die eigentümlichen Felsformationen mit der Vulkankette am Horizont.

Der dritte Stopp ist die Mina de Sal Victoria. Diese liegt nur rund einen Kilometer hinter der dem Mirador Achachnes. Die Mina de Sal Victoria ist dabei lediglich ein wenig spektakuläres Loch im Boden und kann unserer Ansicht nach ausgelassen werden.

Wir sind an dieser Stelle umgekehrt und wieder zurück Richtung Eingang gefahren. Wer jetzt noch Energie hat (oder mit dem Auto da ist) kann noch zum letzten Punkt der Strecke fahren und sich die Tres Marias anschauen. Hierbei handelt es sich um, durch Erosion gestaltete, ca. 1 Million Jahre alte Felsformationen

Die Parkplätze auf der Strecke

Man kann dort immer sein Fahrrad abstellen, abschließen und läuft dann die entsprechende Strecke. Am ersten Aussichtspunkt gibt es sogar Toiletten mit fließendem Wasser.

Wichtig: Sonnenschutz!

Ausreichend Wasser und Sonnencreme mitnehmen. Am besten auch einen Hut und ggf. lange Klamotten. Man ist die ganze Zeit der brennenden Sonne ausgesetzt. Schattige Plätze gibt es nur sehr wenige.

Unsere Fahrradtour ins Valle de la Luna

Das Erlebnis begann für uns direkt nachdem wir San Pedro de Atacama verlassen hatten und uns auf dem Highway Richtung Valle de la Luna befanden.
„Schatz, ist das nicht völlig verrückt, dass wir mit dem Fahrrad durch die Wüste fahren?“
Ja, für uns war es genau das. Denn wann fährt man bitte schön mal mit einem Fahrrad durch eine Wüste. Und dann noch in Chile. Das hört sich doch fast unglaublich an.

Die Anfahrt zum Nationalpark brachten wir recht entspannt und locker hinter uns und freuten uns schon über unsere weitere Tour. Aber erstmal musste das organisatorische erledigt werden. Also schnell das Ticket gekauft, den Plan mit der freundlichen Mitarbeiterin besprochen (die extra seehr langsam spanisch mit uns gesprochen hat), eine letzte Pinkelpause und schon konnte es losgehen.

Unmittelbar nach dem Eingang wechselte die schön geteerte Straße in eine Schotterpiste, die immer mal wieder von kurzen Strecken über Kopfsteinpflaster unterbrochen wird. Auch hatte die Buckelpiste eine geringe Steigung die es erfordert, dass man kontinuierlich in die Pedale tritt. Da es vormittags noch nicht soooo warm war, war das kein Problem. Außerdem hatten wir die Möglichkeit immer wieder anzuhalten und Fotos zu machen, während die anderen Leute mit ihrem geführten Touren die Fotos lediglich aus den fahrenden Autos herausmachen konnten. Später sollten wir aber doch ein klitzekleines bißchen neidisch auf diese Leute sein.

Nach den ersten Kilometern fanden wir den ersten für uns tollen Fotospot direkt neben der Straße. Der trockene Boden hatte kachelartige Muster gebildet, die wir aus der Nähe anschauen mussten. Für die Wüste ist sowas normal. Wir hatten so etwas zuvor noch nie live gesehen.

Danach ging es bergauf, bergab und wieder steil bergauf. Auch die Sonne brannte inzwischen erbarmungslos und gab uns in Kombination mit der dünnen Luft den Rest. Also mussten wir erstmal eine Pause machen und danach das Fahrrad schieben. Und so zog sich der Weg bis zum ersten Aussichtspunkt ganz schön in die Länge. Hoffnung kam wieder auf als uns zwei Radfahrer entgegenkamen und sagten, dass wir das erste Ziel fast erreicht hätten. Also sammelten wir noch mal jegliche Motivation und traten für die restlichen Meter in die Pedale.

Duna Mayor

Und da war er endlich: Der Parkplatz zum ersten Aussichtspunkt des Valle de la Luna. Also schnell die Räder abgestellt und schon ging es den markierten Weg entlang zum Aussichtspunkt. Das erste Stück führte dabei an einer großen Düne vorbei, wo auch direkt ein Schild daraufhin wies, dass man diese nicht betreten darf… dieses Schild sollten wir noch des Öfteren zu sehen bekommen. Nach ein paar Minuten konnten wir in weiter Entfernung schon ein paar Menschen oben auf dem Felskamm entdecken, womit klar war, dass wir noch einige Minuten laufen müssen… und dass nach der ganzen Anstrengung beim Radeln. 😀

Aber es war klar, dass es sich lohnen würde. An der Weggabelung sind wir links abgebogen und dann immer weiter Richtung Aussichtspunkt gelaufen. Und die Aussicht am Ende war der Hammer. Man konnte kilometerweit über die Wüste schauen und hatte die weißen, roten und braunen Felsen im Blick. Der Blick nach rechts zeigte eine große Düne in einem schmalen Canyon.

Nach einigen Fotos gingen wir weiter oben entlang zur großen Düne, die allerdings nicht betreten werden darf. Hier gönnten wir uns eine kleine Verschnaufpause bevor der Abstieg uns zurück zu unseren Rädern brachte.

Mirador Achachnes

Nach ca. einem weiteren Kilometer auf dem Fahrrad, der uns mit seiner Aussicht wieder die Sprache verschlug ging es zum zweiten Aussichtspunkt. Hier konnten wir wieder unsere Fahrräder abstellen, um dann den Weg für ca. 15 Minuten leicht bergauf zu gehen. Die Sonne brannte und so kamen uns die 15 Minuten doppelt so lange vor. Ich hatte glücklicherweise mein Cappi dabei, Andreas hat weiterhin den Fahrradhelm getragen (ja, das sah komisch aus), um etwas Schutz vor der Sonne zu suchen. Oben angekommen gab es kleinere Abschnitte mit Schatten während man immer weiter auf die Spitze zuging.

Das Panorama war wieder unglaublich. Es verschlägt einem immer wieder die Sprache. So standen wir da, machten ein paar Fotos, genossen die Aussicht und versuchten die Eindrücke in uns aufzusaugen. Der Blick auf die Uhr sagte uns aber leider, dass wir weiter mussten… also schnell wieder zurück zu den Rädern und weiter.

Mina de Sal Victoria

Der dritte und für uns letzte Punkt sollte die Mina de Sal Victoria sein. Ein letztes Mal stellten wir unsere Räder an dem kleinen Haltehäuschen ab und folgten dem Weg. Zuerst ging es an einigen alten Minengerätschaften und verfallenen kleinen Hütten vorbei. Ein paar Meter weiter folgte der Eingang zur Mine. Dies war jedoch einfach nur ein Loch im Boden mit einer alten Metallleiter, die wenig vertrauenerweckend aussah. Zudem gab in dem Loch auch keinen Gang, dem man hätte folgen können.

Etwas enttäuscht machten wir uns so wieder auf dem Rückweg. Eigentlich fährt man am Schluss noch zu einem Aussichtspunkt um den Sonnenuntergang dort anzusehen. Da wir aber so k.o. waren, haben wir das ausgelassen. Immerhin lagen noch ein paar Kilometer bis San Pedro de Atacama vor uns. Deshalb sind wir auch nicht mehr weiter zum letzten Aussichtspunkt, den Tres Marias gefahren.

Der erste Teil des Rückweges war schnell erledigt, da es die meiste Zeit bergab ging. Aber die Strecke nach dem Eingang zog sich für uns ohne Ende. Wir waren einfach nur noch müde und kaputt. Wir traten so gut es ging in die Pedale und waren heilfroh, als wir die Stadt erreichten und die Fahrräder wieder abgeben konnten. So endete dann unser erster, aufregender Tag in Chile.

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