Freies stehen in der wunderschönen Natur Sardiniens ist wohl eines der schönsten Erlebnisse bei einem Roadtrip mit Wohnmobil oder Camper, die man in Sardinien haben kann. Wir sind selbst begeisterte Freunde des Wildcampens und haben schon in vielen tollen Ländern Europas frei in der Natur gestanden, z.B in Norwegen, in Nordspanien oder in Portugal.

So speziell wie in Sardinien ist die Gesetzeslage aber nirgendwo in Europa, noch nicht einmal im Rest von Italien. 
Was das genau bedeutet und wann ihr wie in Sardinien wild campen dürft, erfahrt ihr jetzt. 

Wildcampen auf Sardinien | Die Gesetzeslage

Grundsätzlich in Wildcamping in Italien, und damit auch auf Sardinien, verboten. Es wird aber häufig toleriert bzw. geduldet. Dies aber nur unter engen Voraussetzungen, die wir gleich erklären werden.

Parken vs. Campen

Es macht einen großen Unterschied beim Freistehen in Sardinien, ob ihr nur parkt oder wirklich campt. Einfaches Parken über Nacht wird fast immer toleriert, aber beim Campen in der Natur ist die Polizei meistens weniger entspannt. Aber was ist der Unterschied zwischen Parken über Nacht und Camping?

Ganz einfach: Beim Parken über Nacht steht Euer Wohnmobil oder Campervan einfach irgendwo (auf einem Parkplatz oder in der Natur) und es sieht so aus wie ein parkendes Fahrzeug. Beim Camping hingehen benehmt ihr euch so, als würdet ihr auf einem Campingplatz stehen: ihr fahrt die Markise aus, stellt Klappstuhl und Campingtisch auf die Wiese und stellt Euren Wagen auf Keile, damit er gerade steht.

Wildcamping Sardinien | Was ist erlaubt & worauf müsst ihr achten?

Was ist Campingverhalten?

Auf Sardinien nimmt die lokale Polizei das Thema Campingverhalten extrem genau. Als verbotenes Campingverhalten wird nicht nur das oben beschriebene rausstellen von Campingstühlen oder Tischen gewerten, sondern schon viel banalere Dinge. In Gesprächen mit anderen Campern oder durch eigenes Erleben können wir folgende Punkte nennen, die von der Polizei als Campingverhalten gedeutet werden:

  • Das Rauslegen einer Fußmatte
  • Wenn Eure Schuhe vor dem Camper stehen
  • Wenn eure Aufstellfenster geöffnet sind
  • Wenn Euer Stand Up Paddle neben dem Wohnmobil liegt
  • Ihr Kleidung oder Handtücher auf einer Wäscheleine trocknet
  • Das öffnen eines Dachzelts oder Hubdachs

Ihr seht also, wenn ihr auf Nummer sicher gehen wollt, dann solltet ihr auf Sardinien niemals Campingverhalten zeigen, sondern einfach nur normal parken. Dann sollte das Wildcamping auf Sardinien kein Problem sein.

Strafe für das Wildcampen auf Sardinien

Wenn ihr das oben beschriebene Campingverhalten zeigt und von der Polizei kontrolliert werden, dann fordern euch die Beamtem im besten Fall nur auf das Verhalten zu unterlassen. Also die Fußmatte in den Van zu legen oder die Markise wieder einzufahren. 

Wenn es schlimmer läuft, dann werdet ihr von der Polizei des Platzes verwiesen mit dem Hinweis, dann wildes Camping nicht erlaubt ist.
Läuft es richtig schlimm für euch, dann kann die Polizei auch ein Bußgeld von knapp 90 € verhängen.

Wichtige Tipps zum Freistehen & Wildcamping auf Sardinien

Müllentsorgung auf Sardinien

Leider ist es auf Sardinien nicht so einfach wie z.B. auf Korsika seinen Müll unterwegs loszuwerden. Auf Korsika stehen sehr häufig neben der Straße große Mülltonnen, in denen ihr den Müll aus eurem Camper entsorgen könnt.

Auf Sardinien gibt es so etwas gar nicht, selbst in Ortschaften gibt es nur sehr selten Mülleimer. AUch vor großen Supermärkten gibt es, anders als bei uns in Deutschland, keine Mülleimer.

Die einzige Möglichkeit euren Müll abseits von Campingplätzen loszuwerden sind kleine Mülleimer, die sich in Städten (an Laternen bzw. Straßenecken) befinden bzw. größere Mülltonnen an öffentlichen Stränden oder in Parks.

Entsorgung von Grauwasser oder Schwarzwasser

Dies ist leider auch sehr schwierig. Es gibt nur eine handvoll legale und kostenlose Entsorgungsstationen für Grau- bzw. Schwarzwasser. In den allermeisten Fällen seid ihr also auf Campingplätze angewiesen.

Duschen & Toiletten beim Wildcampen in Sardinien

Ähnlich wie z.B. in Kroatien gibt es auf Korsika viele Yachthäfen (Marinas) auf denen es meistens kostenlose Toiletten und kostenpflichtige Duschen gibt, die auch von Gästen benutzt werden können. Ihr findet diese meistens in der App Park4Night.

Zudem gibt es in touristischen Orten häufig öffentliche Toiletten.

Wäsche waschen beim Freistehen auf Sardinien

Ein weiteres Problem beim Freistehen in der Natur ist die Wäsche, die irgendwann mal gewaschen werden will. Man will ja auch nicht jedes T-Shirt dreimal tragen. Abhilfe schaffen hier öffentliche Waschsalons bzw. Wasch-Stationen, die es in den meisten touristischen Orten Sardiniens gibt.

Ein Waschgang in solchen Maschinen dauert in der Regel nicht viel länger als 30 Minuten. Zudem ist das ganz wirklich nicht teuer (5-8€ pro Waschgang bzw. Trocknung) und super praktisch.

WLAN beim Sardinien Wildcamping 

Um das Datenvolumen unserer Handys nicht vollends zu überlasten nutzen wir, wo es geht, öffentliche und kostenlose WLAN-Hotspots. Diese sind meistens nicht so einfach zu finden. Manchmal haben größere Supermärkte ein kostenfreies WLAN, aber dies ist leider relativ selten.

Wildcamping Sardinien | Was ist erlaubt & worauf müsst ihr achten?

Die beste App für kostenlose Stellplätze

Aber wie findet man die schönsten Stellplätze mitten in der Natur? Eine App, die uns bei der Suche nach einem tollen Stellplatz zum Wildcampen sehr geholten hat war Park4Night. Hier sind super viele Übernachtungsmöglichkeiten von Stellplätzen direkt am Meer, mitten im Wald oder auch direkt an der Straße aufgelistet. Zusammen mit Fotos und aussagekräftigen Bewertungen.

Für uns war das eine super Hilfe bei der abendlichen Suche nach einem geeigneten Stellplatz. Besonders die Aktualität der Daten macht diese App so wertvoll, denn ein Stellplatz der letztes Jahr noch erlaubt war, kann dieses Jahr schon nicht mehr existieren. Daher solltet ihr in der App immer auf die neuesten Kommentare achten.

Unsere Bitte: Lasst Euren Stellplatz sauberer zurück als ihr ihn vorgefunden habt

Wildcamping ist unter anderem deswegen so in Verruf geraten, weil viele Camper ihren Müll und ihre Exkremente einfach so zurücklassen. Wenn ihr mal an einem schönen Stellplatz hinter einen Busch gegangen seid, dann wisst ihr was ich meine: Berge von Taschentüchern und andere Hinterlassenschaften. Das ist nicht nur eklig, sondern schadet auch der Umwelt.

Wir nehmen unseren eigenen Müll immer mit und lassen nichts zurück. Zusätzlich versuchen wir noch etwas Müll zu sammeln (besonders auch an Stränden), um den Platz sauberer zu hinterlassen als wir ihn vorgefunden haben. Manchmal nehmen wir sogar eine Mülltüte mit, um besonders viel kleinteiligen Müll zu sammeln. Wenn jeder unterwegs nur etwas Müll sammelt, dann würde die (Camping-) Welt bald schon ganz anders aussehen.

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