Abseits der bekannten Pfade Islands verbirgt sich der Kvernufoss, ein ca. 30 Meter hoher Wasserfall im Süden der Insel, durch den ihr auf einem schmalen Pfad hindurchlaufen könnt. Nur rund 2 Kilometer vom weltberühmten Skógafoss entfernt, liegt er versteckt in einer engen, moosbewachsenen Schlucht – und wird deshalb von den meisten Ringstraßen-Reisenden komplett übersehen. Wir waren im Juni 2021 auf unserem Island-Roadtrip hier und hatten den Wasserfall fast für uns allein, während nur wenige Kilometer entfernt am bekannteren Skógafoss die Touristenbusse parkten. Das Besondere: Ein schmaler Pfad führt euch direkt hinter die Wassermassen, sodass ihr in einer Art natürlichem Felsamphitheater steht – ein Erlebnis, das wir auf unserer gesamten Islandreise nur bei sehr wenigen Wasserfällen hatten. In diesem Artikel zeigen wir euch die Anfahrt, die kurze aber lohnende Wanderung, was ihr für den Besuch braucht und warum sich der kleine Umweg für uns definitiv gelohnt hat.
Zuletzt aktualisiert: September 2026.
Die Lage von Kvernufoss
Der Kvernufoss liegt im Süden Islands direkt bei der kleinen Ortschaft Skógar, nur rund 2 Kilometer östlich des deutlich bekannteren Skógafoss. Anders als sein berühmter Nachbar liegt er versteckt in einer engen, moosbewachsenen Schlucht und wird dadurch von den meisten Ringstraßen-Reisenden übersehen – für uns war genau das der Reiz.
Herkunft des Namens Kvernufoss
Der Name Kvernufoss setzt sich aus den isländischen Wörtern „kverna“ (Mühlstein) und „foss“ (Wasserfall) zusammen. Die genaue Herkunft ist nicht vollständig geklärt, die gängigste Theorie verbindet den Namen mit der schleifenden, erosiven Kraft des Wassers beim Absturz – ähnlich einem Mühlstein, der Getreide mahlt. Überreste einer tatsächlichen alten Mühle, die die Wasserkraft genutzt hätte, sind nicht bekannt.
Anfahrt zum Kvernufoss
Von Reykjavík aus sind es rund 150 km bzw. etwa 2 Stunden Fahrzeit über die Ringstraße (Route 1) Richtung Skógar. Der Startpunkt der Wanderung ist der Parkplatz beim Skógar Museum (GPS 63.5259° N, 19.4931° W). Die Strecke führt komplett über asphaltierte Straße und ist mit jedem Mietwagen ganzjährig gut befahrbar – ein 4×4-Fahrzeug braucht ihr für die Anfahrt nicht. Wer von Vík aus anreist, hat es mit rund 30 Minuten noch kürzer.
Tipp: Für das Parken am Skógar Museum werden ca. 750 ISK (~5€) für PKW über die Parka-App fällig (Kleinbusse 1.500 ISK, große Busse 3.500 ISK). Wenn ihr ohnehin schon am Skógafoss geparkt und dort bezahlt habt, könnt ihr auch von dort zu Fuß rüberlaufen (ca. 40 Minuten einfache Strecke) und spart euch die doppelte Parkgebühr.
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Die Wanderung zum Kvernufoss
Die Wanderung zum Kvernufoss ist mit 1,4 km hin und zurück und rund 57 Höhenmetern kurz und für die meisten Fitnesslevel gut machbar – plant insgesamt 30 bis 45 Minuten ein. Vom Parkplatz führt der Weg zunächst über eine kleine Leiter am Zaun und dann am Fluss entlang durch offenes Gelände, bevor ihr die kleine Schlucht erreicht, in der sich der Wasserfall verbirgt.
Schwierigkeitsgrad
Der Weg ist insgesamt leicht, an einigen Stellen aber uneben und nach Regen rutschig. Festes Schuhwerk ist Pflicht, wer möglichst nah an den Wasserfall bzw. dahinter will, sollte zusätzlich mit Gischt und nassen Felsen rechnen.
Ausrüstung
- Feste, wasserdichte Schuhe – der Pfad ist stellenweise uneben und rutschig.
- Regenjacke, auch wenn es beim Start trocken aussieht – am und hinter dem Wasserfall werdet ihr ordentlich nass.
- Für den Winter: Grödel/Spikes einplanen, der Weg kann vereist sein.
Warum der Kvernufoss so besonders ist
Das Besondere am Kvernufoss ist, dass ein schmaler Pfad hinter den Wasserfall herumführt – ihr steht dann in einer Art natürlichem Felsamphitheater direkt hinter den Wassermassen. Das haben wir auf unserer gesamten Island-Reise nur bei sehr wenigen Wasserfällen erlebt und es war für uns eines der Highlights dieses Tages.
Im Vergleich zum rund 30 km entfernten Seljalandsfoss (60 m hoch, deutlich bekannter und voller) ist der Kvernufoss kleiner, aber dafür fast menschenleer. Wir waren bei unserem Besuch eine ganze Weile komplett allein am Wasserfall – etwas, das ihr am Seljalandsfoss oder Skógafoss kaum noch erlebt.
Fototipps für den Kvernufoss
Die beste Perspektive bekommt ihr, wenn ihr den schmalen Pfad hinter den Wasserfall nehmt und von dort durch die Wassermassen nach draußen fotografiert – dafür solltet ihr eure Kamera oder euer Handy aber unbedingt vor Gischt schützen. Am eindrucksvollsten wirkt der Kvernufoss bei bedecktem Himmel oder in den frühen Morgenstunden, wenn noch kein direktes Sonnenlicht in die enge Schlucht fällt und harte Kontraste entstehen lässt. Wer die Wassermassen weich fließend einfangen möchte, sollte ein Stativ und eine längere Belichtungszeit einplanen.
Beste Reisezeit für den Kvernufoss
Der Kvernufoss ist ganzjährig zugänglich. Im Spätfrühling und Sommer ist die Schlucht saftig grün und der Weg am einfachsten zu gehen, im Winter kann der Pfad dagegen vereist sein – das Laufen hinter den Wasserfall ist dann wegen Eiszapfen und rutschiger Felsen nicht zu empfehlen, teilweise sind Grödel nötig. Wer Wert auf Ruhe legt, ist hier ohnehin fast immer gut bedient, da der Wasserfall im Vergleich zu seinen Nachbarn kaum überlaufen ist.
Weitere Sehenswürdigkeiten in der Nähe des Kvernufoss
Da der Kvernufoss nur einen kurzen Umweg von der Ringstraße entfernt liegt, lässt er sich hervorragend mit anderen Stopps an Islands Südküste kombinieren.
Skógafoss
Der berühmte, 60 Meter hohe Skógafoss liegt nur rund 2 Kilometer entfernt und teilt sich sogar denselben Parkplatz beim Skógar Museum – ein perfekter Kombi-Stopp.
Sólheimasandur Flugzeugwrack
Etwa 10 Fahrminuten weiter Richtung Vík liegt der Parkplatz zum berühmten Flugzeugwrack am schwarzen Sandstrand von Sólheimasandur.
Sólheimajökull
Rund 12 Kilometer bzw. etwa 15-20 Fahrminuten vom Skógar Museum entfernt könnt ihr am Gletscher Sólheimajökull eine geführte Gletscherwanderung oder Eisklettertour unternehmen.
Seljalandsfoss
Der rund 30 Kilometer entfernte Seljalandsfoss ist mit 60 Metern höher und bekannter als der Kvernufoss, dafür aber auch deutlich voller – ein guter Vergleichsstopp auf dem Weg zurück Richtung Reykjavík.
FAQ: Kvernufoss Wasserfall
Wie lang ist die Wanderung zum Kvernufoss?
Die Wanderung ist 1,4 km hin und zurück mit rund 57 Höhenmetern und dauert insgesamt etwa 30 bis 45 Minuten.
Könnt ihr wirklich hinter den Kvernufoss laufen?
Ja, ein schmaler Pfad führt hinter den herabstürzenden Wassermassen entlang – dabei werdet ihr allerdings ordentlich nass.
Was kostet der Besuch des Kvernufoss?
Der Wasserfall selbst ist kostenlos zugänglich, für den Parkplatz am Skógar Museum werden ca. 750 ISK (~5€) für PKW über die Parka-App fällig. Wer bereits am Skógafoss geparkt hat, kann alternativ zu Fuß rüberlaufen (ca. 40 Minuten) und spart sich die zweite Parkgebühr.
Kvernufoss oder Seljalandsfoss – welcher ist besser?
Der Seljalandsfoss ist mit 60 Metern höher und bekannter, dafür aber auch deutlich voller. Der Kvernufoss ist kleiner, dafür ruhiger und dank der engen Schlucht atmosphärisch mindestens ebenso beeindruckend.
Ist der Kvernufoss im Winter zugänglich?
Grundsätzlich ja, allerdings kann der Pfad bei Schnee und Eis rutschig sein. Das Laufen hinter den Wasserfall ist im Winter wegen herabfallender Eiszapfen und vereister Felsen nicht ohne Grödel zu empfehlen.
Habt ihr noch Fragen zum Kvernufoss oder wollt uns einfach einen Kommentar hinterlassen? Immer her damit!


