Bonifacio ist mit seinen auf Kalksteinklippen thronenden Häusern die wohl eindrucksvollste Stadt Korsikas und war für uns tatsächlich der Höhepunkt des gesamten Roadtrips, noch vor Calvi und den Stränden im Nordwesten der Insel. Wir zeigen euch hier alles Wichtige zu Zitadelle, Treppe des Königs von Aragon, Parkplätzen, Bootstouren und der Überfahrt nach Sardinien.
Zuletzt aktualisiert: Oktober 2026.
Highlights von Bonifacio
Zitadelle & Altstadt von Bonifacio
Bonifacio thront auf einem schmalen Kalksteinplateau an der Südspitze Korsikas, die Klippen erreichen dabei eine Höhe von über 100 Metern und Das Plaeteau erstreckt sich dabeiüber 900 Meter. Die Befestigungsmauern der Zitadelle ziehen sich um dieses gesamte Plateau herum. Dies bedeutet auch, dass die Zitadelle eigentlich den gesamten Bereich der Altstadt einnimmt.

Die Zitadelle wurde im 12. Jahrhundert ursprünglich von den Genuesern befestigt, durch das alte Genueser Tor gelangt ihr in die Oberstadt mit ihren engen, hohen Gassen. Euch erwartet ein Labyrinth aus engen, mittelalterlichen Gassen und alten Kirchen. Ihr könnt hier herrlich umher schlendern.
Sehenswert in der Altstadt der sind die Bastion de l’Étendard mit einem kleinen Museum zur Stadtgeschichte sowie die Kirche Sainte-Marie-Majeure aus dem 12. Jahrhundert, deren überdachte Loggia früher als Versammlungsort für Ratsherren diente. Ein Spaziergang entlang der Befestigungsmauer der Zitadelle bietet immer wieder neue Ausblicke auf das Meer und die gegenüberliegende Küste Sardiniens, die an klaren Tagen gut zu erkennen ist.
Übrigens ist der einzige Teil von Bonifacio, der historisch gesehen nicht zur Zitadelle gehört, ist das Hafenviertel unten am Fuße der Klippen.
Der Naturhafen von Bonifacio
Der Naturhafen von Bonifacio gilt als einer der spektakulärsten und am besten geschützten Häfen im gesamten Mittelmeerraum. Er erstreckt sich wie ein schmaler Fjord über eine Länge von fast 1,5 Kilometern tief in die weißen Kalksteinklippen hinein.

Treppe des Königs von Aragon
Die Treppe des Königs von Aragon führt über 187 in den Fels gehauene Stufen von der Oberstadt hinunter fast bis zum Meeresspiegel. Der Legende nach wurde sie in nur einer Nacht von den Truppen des aragonesischen Königs Alfons V. während der Belagerung Bonifacios im Jahr 1420 in den Kalkstein geschlagen, um die Wasserversorgung der Stadt zu kappen.
Historisch belegt ist das nicht, die Treppe diente vermutlich eher dem Zugang zu einer Zisterne am Fuß der Klippe. Der Abstieg ist steil, aber machbar, rechnet für Hin- und Rückweg mit Fotostopps etwa 20 bis 30 Minuten ein. Tickets kosten 5€ pro Person und können einfach vor Ort erworben werden.
Tipp: Geht früh am Morgen oder am späten Nachmittag hinunter, in der Mittagshitze steht ihr auf den Stufen völlig ungeschützt in der prallen Sonne.
Wanderung entlang der Klippen
Direkt von der Zitadelle aus startet ein spektukulärer Wanderweg entlang der Kalksteinklippen. Ihr habt von hier den besten Blick auf die ikonischen direkt auf der Klippe thronenden Häuser. Ihr könnt direkt von der Altstadt loslaufen (Google Maps) oder etwas weiter außerhalb kostenlos am Straßenrand parken und dann in Richtung Altstadt wandern (Google Maps). Achtung, hier gibt es nur sehr wenige Parkolätze.

Ausflüge ab Bonifacio
Bootstour zu Grotten und Klippen
Vom Naturhafen (Google Maps) am Fuße der Oberstadt aus starten mehrere Anbieter Bootstouren entlang der Klippen, die kleine Rundfahrt dauert etwa eine Stunde und kostet ab rund 18,50 Euro pro Erwachsenem. Sie führt vorbei am Leuchtturm La Madonetta in die Grotte du Sdragonato, deren offene Felsdecke von oben betrachtet an die Umrisse Korsikas erinnern soll.
Wer mehr Zeit hat, bucht eine der rund zweistündigen Touren durch das Naturschutzgebiet der Bouches de Bonifacio mit einem Stopp zum Schwimmen und Schnorcheln.
Tipp: In der Hochsaison legen die Boote oft im 30-Minuten-Takt ab, spontan am Hafen zu buchen ist meist problemlos möglich.
Ausflug zu den Lavezzi-Inseln
Rund 30 bis 40 Bootsminuten südlich von Bonifacio liegen die Lavezzi-Inseln, ein Naturschutzgebiet mit türkisfarbenen Buchten zwischen bizarr geformten Granitfelsen. Größere Rundtouren kombinieren die Lavezzi-Inseln oft mit einem Stopp an der Nachbarinsel Cavallo und einer Badepause am Kap Sperone.
Für eine reine Bootsfahrt ohne Landgang plant ihr etwa eine Stunde ein, mit Aufenthalt auf der Insel entsprechend mehr. Organisierte Tagestouren inklusive Mittagessen kosten rund 100 Euro pro Erwachsenem, Kinder zahlen meist die Hälfte.
Buchen könnt ihr das ganze hier bei Getyourguide*.
Wanderung zum Capo Pertusato
Vom Ende der Halbinsel an der Zitadelle führt ein Weg zum Leuchtturm von Pertusato, unterwegs habt ihr immer wieder freien Blick auf die Klippen und die Stadt in ihrer spektakulären Lage. Hinter dem Leuchtturm Fanale di Pertusatu (Google Maps) zweigt ein schmalerer Pfad ab, der euch in etwa 15 Minuten steilem Abstieg zum Strand von Saint-Antoine bringt, einer schroffen Buchten-Landschaft mit einer großen, offenen Meereshöhle.
Der Weg entlang der Klippen hat an mehreren Stellen keinerlei Absicherung, mit Kindern solltet ihr besonders vorsichtig sein. Die Wanderroute (inkl GPX) findet ihr z.b hier.
Tipp: Nehmt für die Wanderung ausreichend Wasser mit, auf dem gesamten Weg gibt es keine Möglichkeit, etwas zu kaufen.
Warum ist die Landzunge von Bonifacio eigentlich nicht komplett bebaut?
Wenn man sich Drohnenbilder von Bonifacio anschaut, dann bemerkt man, dass die ikonischen Gebäude, die direkt an der Steilklippe stehen, nicht bis zur westlichen Spitze der Landzunge reichen. Aber warum eigentlich?
Dass sich die Wohnbebauung der historischen Altstadt (Haute Ville) nicht bis an das äußerste, westliche Ende der Kalkstein-Halbinsel von Bonifacio erstreckt, hat eine Kombination aus strategischen, klimatischen und praktischen Gründen. Die Spitze der Landzunge, das sogenannte Plateau du Bosco, wurde historisch stets für andere Zwecke freigehalten.

- Militärische Verteidigung und freies Schussfeld
Bonifacio war jahrhundertelang eine stark umkämpfte Festungsstadt und ein militärischer Vorposten der Genueser. Das äußerste Ende der Halbinsel bildete den wichtigsten strategischen Aussichtspunkt: Von hier aus ließ sich sowohl die schmale Einfahrt in den Naturhafen als auch die Meerenge zwischen Korsika und Sardinien perfekt überwachen. Um Kanonen abfeuern zu können, Befestigungsanlagen zu errichten und den Feind frühzeitig zu erkennen, brauchte das Militär ein absolut freies Schuss- und Sichtfeld. Wohnhäuser hätten der Verteidigung buchstäblich im Weg gestanden.
- Schutz vor extremen Winden
Die Spitze der Landzunge ragt schutzlos in das Meer hinein und ist den extremen Winden der Region (wie dem Mistral und dem Libeccio) schonungslos ausgeliefert. Das Leben dort vorne wäre auf Dauer äußerst ungemütlich und bisweilen auch gefährlich gewesen. Die Bürger der Stadt bauten ihre Häuser daher weiter hinten dicht an dicht in die Höhe und umgaben sie mit hohen Mauern. So schufen sie ein in sich geschlossenes, windgeschütztes Mikroklima in den engen Gassen, das auf dem offenen Plateau du Bosco nicht möglich gewesen wäre.
- Platz für überlebenswichtige Infrastruktur
Da Bonifacio häufig monatelangen Belagerungen standhalten musste, benötigte die Stadt Flächen innerhalb des Verteidigungsrings, um sich selbst zu versorgen. Auf dem Plateau am Ende der Halbinsel wurden daher Ende des 13. Jahrhunderts Windmühlen errichtet (deren Ruinen teilweise noch heute stehen). Sie waren essenziell, um bei einer Blockade Korn mahlen zu können. Die Wohnbebauung durfte der Windzufuhr dieser Mühlen nicht im Weg stehen.
- Die Entstehung der „Stadt der Toten“
Im 19. Jahrhundert verlangten neue Hygienegesetze, dass Friedhöfe aus dem direkten, engen Wohnkern der Städte ausgelagert werden. Das unbebaute Plateau du Bosco bot sich als idealer Ort an. So entstand dort der heute berühmte Meeresfriedhof (Cimetière Marin), der sich vor allem nach dem verheerenden Schiffsunglück der Fregatte Sémillante (1855) schnell füllte.
Heute ist das Ende der Halbinsel also keineswegs leer, sondern gewissermaßen das Spiegelbild der Altstadt: Wo die dichte Stadt der Lebenden endet, beginnt mit den Hunderten weißen, dicht aneinandergereihten Mausoleen eine regelrechte kleine „Stadt der Toten“.

Praktische Tipps für Bonifacio
Übernachten & Camping rund um Bonifacio
Es gibt in Laufweite der Altstadt einige Campingplätze, die leider auch direkt an der Straße liegen (z.B. Camping L’Araguina). Wir würden empfehlen einen ruhigen Campingplatz etwas außerhalb zu wählen und dann per Fahrrad oder Camper in die Stadt zur Besichtigung zu fahren.
Hotels finden sich sehr viele in der Altstadt. Günstige Preise findet ihr bei Booking.com*
Wir haben während unseres Aufenthalts auf dem Campingplatz Rondinara übernachtet, der zwischen Bonifacio und Porto-Vecchio an einer der schönsten Buchten Korsikas liegt. Mehr zu diesem und unseren anderen Lieblings-Campingplätzen findet ihr in unserem Artikel zum Camping auf Korsika, dort erfahrt ihr auch, warum Wildcamping und Freistehen auf der Insel keine gute Option sind.
Mit der Fähre nach Sardinien
Von Bonifacio aus legen mehrmals täglich Fähren nach Santa Teresa Gallura auf Sardinien ab, die Überfahrt dauert rund 50 Minuten. Je nach Anbieter, Saison und Buchungszeitpunkt kosten die Tickets ab etwa 32 Euro pro Person, in der Hochsaison und für die Mitnahme eines Fahrzeugs deutlich mehr.
Ein Tagesausflug oder ein kurzer Abstecher nach Sardinien lässt sich damit gut in einen Korsika-Roadtrip einbauen, mehr zu unserer gesamten Route findet ihr in unserem Artikel zum Korsika Roadtrip in 14 Tagen.
Parken in Bonifacio
Einen kostenlosen Parkplatz gibt es in Bonifacio nicht. In der Stadt selbst liegen mehrere gebührenpflichtige Parkplätze zwischen Hafen und Oberstadt, etwa am Hafen (Parking de la Marine) oder beim Cimetière Marin am Ende der Halbinsel, hier zahlt ihr je nach Parkplatz meist um die 20 Euro für den Tag.
Günstiger und besser für größere Fahrzeuge geeignet sind die etwas außerhalb gelegenen Parkplätze Monte Leone und Valli rund einen Kilometer von der Marina entfernt, hier kostet der Tag rund 10 Euro, am Monte-Leone-Parkplatz fährt in der Saison zusätzlich alle 30 Minuten ein kleiner Shuttlebus ins Zentrum.
Tipp: Kommt in der Hauptsaison möglichst früh am Morgen an, die zentralen Parkplätze sind ab dem späten Vormittag oft schon voll.
Häufige Fragen zu Bonifacio
Wieviel Zeit brauche ich für Bonifacio?
Da die Altstadt war sehr sehenswert, aber nicht sehr groß ist, reichen hier 1-2 Tage völlig aus.
Wie viele Stufen hat die Treppe des Königs von Aragon?
Die Treppe hat 187 in den Fels gehauene Stufen und führt von der Oberstadt fast bis zum Meeresspiegel hinunter.
Wie hoch sind die Klippen von Bonifacio?
Laut offizieller Tourismusseite der Stadt erreichen die Klippen eine Höhe von über 100 Metern.
Wie lange dauert die Fähre von Bonifacio nach Sardinien?
Die Überfahrt nach Santa Teresa Gallura dauert rund 50 Minuten, Tickets gibt es je nach Saison ab etwa 32 Euro. Bei 2 Personen und Auto/Camper zahlt ihr für eine einfache Überfahrt etwa 150-200€.
Was kostet eine Bootstour ab Bonifacio?
Die kleine Rundfahrt zu den Grotten dauert etwa eine Stunde und kostet ab rund 18,50 Euro, ein Tagesausflug zu den Lavezzi-Inseln inklusive Mittagessen liegt bei rund 100 Euro pro Erwachsenem.

