Die Wanderung durch die Schlucht Gola di Gorropu im Supramonte-Gebirge Sardiniens ist eines der großen Wander-Highlights im Golf von Orosei und liegt nur rund 30 Autominuten vom Touri-Ort Cala Gonone entfernt. Auch wenn die Wanderung durch die Schlucht nicht sehr lang ist, um zur Schlucht zu kommen, braucht ihr mehrere Stunden. Welchen Startpunkt der Wanderung ihr wählen solltet und worauf ihr sonst noch achten müsst, erfahrt ihr jetzt.

Zuletzt aktualisiert: Oktober 2026

Fakten zur Gola di Gorropu
Beste Reisezeit: Mai–Juni & Sept.–Okt., früh starten
Lage: Supramonte-Gebirge
Startpunkt: Pass Genna Silana oder Ponte Sa Barva
Weitere Infos: Sardinien Roadtrip in 7 Tagen.

Highlights
Bis zu 500 m hohe Kalksteinwände
Zwei sehr unterschiedliche Startpunkte
Klettern über Felsen
Perfekt kombinierbar mit Cala Gonone

 
 

 

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Gola di Gorropu: Europas tiefste Karstschlucht

Im Supramonte-Gebirge, zwischen den Gemeinden Urzulei und Orgosolo, hat sich der Fluss Riu Flumineddu im Lauf der Jahrtausende tief in den Kalkstein gegraben und dabei eine der tiefsten und stellenweise schmalsten Schluchten Europas geschaffen.

An ihrer imposantesten Stelle ragen die Wände bis zu 500 Meter in die Höhe, weiter hinten verengt sich die Schlucht auf nur noch wenige Meter Breite. Die Gola di Gorropu gehört damit zu den absoluten Highlights im Golf von Orosei – gleich neben Buchten wie Cala Luna oder Cala Goloritze.

Gola di Gorropu Schlucht: Der beste Startpunkt zur Wanderung (2026)

Dieses Sardinien Highlight solltet ihr euch auf eurem Roadtrip nicht entgehen lassen. Die Gorropu-Schlucht ist aber keineswegs leicht erreichbar. 1-2 Stunden müsst ihr mindestens wandern, um zum Eingang dieses spektakulären Canyons zu kommen. Wie genau ihr hin kommt und was ihr beachten solltet, erfahrt ihr im nächsten Abschnitt.

Die Wanderung zur Gola di Gorropu

Gola di Gorropu Wanderung | Kurzinfo

Bei dieser Wanderung erlebt ihr eine der tiefsten und schmalsten Schluchten Europas und eines der größten Highlights Sardiniens. Es gibt 2 Startpunkte, deren Vor- und Nachteile wir später noch beleuchten werden.

Variante #1: Pass Genna Silana

  • Länge: ca. 9,3 km
  • Rundweg: nein
  • Höhenmeter: 716 m
  • Dauer: 3-4 Stunden (ohne den Besuch der Schlucht)
  • Schwierigkeitsgrad: schwer
  • Startpunkt der Wanderung: siehe Google Maps
  • Route als GPX: Download

Variante #2: Ponte Sa Barva

  • Länge: ca. 12,6 km
  • Rundweg: nein
  • Höhenmeter: 337m
  • Dauer: ca. 4 Stunden (ohne den Besuch der Schlucht)
  • Schwierigkeitsgrad: mittel
  • Startpunkt der Wanderung: siehe Google Maps
  • Route als GPX: Download

Zwei Startpunkte – welche Route solltet ihr wählen?

Das Wichtigste vorab: Es gibt zwei komplett unterschiedliche Wege zur Schlucht, und die Wahl des Startpunkts entscheidet maßgeblich darüber, wie eure Wanderung wird.

Variante #1: Pass Genna Silana – steiler, aber die schönere Route

Oben auf dem Pass Genna Silana an der SS125 beginnt der meistgenutzte Zugang. Von hier geht es sehr steil rund 700 Höhenmeter hinab ins Tal. Der Weg ist zwar gut ausgebaut, aber dennoch geht das ganz schön in die Beine.

Dafür habt ihr auf dem gesamten Weg einen schönen Blick ins Tal und auf das Supramonte-Gebirge. Ein Vorteil: Hier auf dem Pass zahlt ihr keine Parkgebühr. Der Nachteil ist der Aufstieg zurück – wer sich den nicht zu Fuß antun will, kann sich für rund 18 € pro Person mit einem Jeep-Taxi wieder hochfahren lassen.

Der Abstieg geht mit 1-1,5h relativ schnell. Für den Aufstieg müsst ihr ca. das doppelte rechnen

Der Jeep Transport

Ihr könnt den Jeep-Transport (entweder hin & zurück (24€) oder nur zurück (18€)) oben an einem kleinen Büdchen am Parkplatz buchen. Wenn ihr in die Schlucht hinab steigt und euch nur wieder hochfahren lassen wollt, dann befindet sich ca 2 km vom Eingang der Schlucht entfernt der Treffpunkt für den Jeep Transfer. 

Dort werdet ihr eingesammelt und nach oben zur Passstraße gefahren. Von dort wird jeweils nur eine Person pro Gruppe mit einem Minibus weiter zum Pass gebracht. Dort müsst ihr dann in euer Auto steigen und eure Mitfahrer einsammeln. 

Variante #2: Brücke Ponte Sa Barva – flacher, länger & weniger Panorama

Der zweite Zugang führt über die Ponte Sa Barva, wo es einen kostenpflichtigen Parkplatz gibt. Höhenmeter habt ihr hier kaum, dafür geht der Weg auf mehreren Kilometern ständig leicht hoch und runter und ist dabei insgesamt rund 2 km länger als die Route ab dem Pass.

Ein schönes Panorama gibt es auf diesem Abschnitt nicht, dafür spart ihr euch die anstrengenden Höhenmeter fast komplett. Diese Variante sind wir bei unserem Besuch der Schlucht gegangen. Der Parkplatz kostet hier 10 € für den Tag und es gibt keine Alternative dazu. Wollt ihr an diesem Stellplatz noch mit eurem Camper oder Wohnmobil übernachten, dann zahlt ihr insgesamt 15€. 

Die Wanderung ab der Ponte Sa Barva dauert pro Strecke ca 2 Stunden und ist sehr gut ausgeschildert, verlaufen könnt ihr euch praktisch nicht. Es gibt zwischendurch immer mal wieder Möglichkeiten im Fluss zu baden (je nach Wasserstand).

Unsere Empfehlung für den Startpunkt

Wenn ihr nicht auf eine sportliche Herausforderung aus seid und trotzdem eine schöne Wanderung haben wollt, dann würden wir euch Variante 1 empfehlen und für den Rückweg auf den Jeep-Transport ausweichen. Die Kosten dafür holt ihr euch teilweise wieder rein, da ihr fürs Parken nichts zahlen müsst.

Die Wanderung zur & durch die Schlucht

Egal für welchen Startpunkt ihr euch entscheidet, die letztem knapp 2 km zur Schlucht sind bei beiden Wanderungen identisch. Ihr lauft über Stock und Stein durch einen dichten Wald bis ihr am Eingang der Schlucht ankommt. Hier kauft ihr euer Ticket (6€ in bar) und wartet auf eine kurze Einweisung, danach könnt ihr auf eigene Faust durch die Schlucht wandern.

Im Frühjahr kann es sein, dass das Flussbett in der Schlucht Wasser führt und ihr somit gar nicht die komplette Schlucht besichtigen könnt. Im Sommer oder Herbst sollte der Fluss aber trocken sein und euch nicht behindern.

Gola di Gorropu Schlucht: Der beste Startpunkt zur Wanderung (2026)

Ein besonderer Vorteil der Wanderung durch den Canyon ist die Flexibilität: Jeder kann selbst bestimmen, wie weit er in die Gola di Gorropu gehen möchte. Bereits der erste Abschnitt bietet spektakuläre Eindrücke und ist für die meisten Wanderer gut zu bewältigen. Mit zunehmender Tiefe der Schlucht wird das Gelände jedoch deutlich anspruchsvoller und erfordert Trittsicherheit sowie etwas Klettergeschick.

Die Schlucht ist dafür farblich markiert: in einen grünen, einen gelben und einen roten Bereich. Insgesamt ist der begehbare Bereich der Schlucht nur wenige hundert Meter lang – rechnet für die Besichtigung samt Fotos etwa eine halbe Stunde ein

Dadurch, dass der Weg über, unter und manchmal auch direkt durch die Felsen hindurch führt, ist man aber keineswegs schnell unterwegs. Man ist immer dabei sich den richtigen Weg zu suchen und dabei auch nicht das Staunen über die Naturgewalt über einem zu vergessen.

Der grüne Bereich dauert vermutlich noch am längsten. Der gelbe Bereich wird dann nochmal schmaler und ist durch einen gelben Punkt auf einem Felsen markiert. Hier werden die Felsen größer und da diese sehr rutschig sind, ist es nicht sehr einfach sie zu erklimmen. 

Nach wenigen Minuten seid ihr dann schon am roten Bereich, den ihr offiziell nicht alleine betreten dürft. Manche machen es natürlich trotzdem. Der Weg wird hier aber sehr schwierig und sogar gefährlich, da ihr hier teils über mehrere Meter hohe – und ebenfalls sehr rutschige –  Felsen klettern müsst

Praktische Tipps zur Gola di Gorropu Wanderung

Öffnungszeiten & Eintritt

Der Eintritt kostet 6 € für Erwachsene und 4 € für Kinder (6–17 Jahre), bezahlt wird bar direkt am Infopoint am Schluchteneingang. Bei unserem Besuch im Oktober war der letzte Einlass um 15:45 Uhr, geschlossen wurde um 16:45 Uhr. Im Hochsommer gelten teils längere Öffnungszeiten. So oder so solltet ihr aber sehr früh loslaufen. Im Sommer erspart ihr euch dann die Mittagshitze und müsst die Schlucht nur mit wenigen anderen teilen. 

Welcher Startpunkt ist einfacher – Genna Silana oder Ponte Sa Barva?

Keiner der beiden ist wirklich „einfach“: Ab Genna Silana habt ihr rund 700 Höhenmeter auf kürzerer Strecke, ab der Ponte Sa Barva kaum Höhenmeter, dafür knapp 2 km mehr und wenig Aussicht. Wer die Höhenmeter sparen will, kann ab Genna Silana auch nur für den Rückweg ein Jeep-Taxi nehmen (18 € pro Person).

Hat man Handyempfang in der Schlucht?

Ja, erstaunlich, aber wahr: Mitten in der engen Schlucht hatten wir überall erstaunlich guten 5G-Empfang.

Kann man in der Gola di Gorropu baden?

In der Schlucht selbst nicht wirklich, je nach Jahreszeit führt aber der Fluss Riu Flumineddu entlang der Route zur Ponte Sa Barva etwas Wasser zur Erfrischung. Im Frühjahr kann die Schlucht teilweise so hoch unter Wasser stehen, dass ihr nicht bis in den gelben Bereich kommt.

Ist die Gola di Gorropu auch für Familien geeignet?

Der grüne und der gelbe Bereich sind grundsätzlich auch für Familien machbar, der Zustieg mit mehreren Stunden Wanderung und teils steilem Gelände ist aber vor allem ab dem Pass Genna Silana anspruchsvoll. Für kleinere Kinder dürfte die flachere Route über die Ponte Sa Barva die bessere Wahl sein.

Ihr kombiniert die Gola di Gorropu am besten mit einem Aufenthalt in Cala Gonone, wo auch die Bootstouren zur Grotta del Bue Marino und nach Cala Luna starten. Für die ganz große Tour durch den Süden und Osten der Insel findet ihr alle Infos in unserem Sardinien Roadtrip in 7 Tagen.

Darf man Hunde mit in die Gola di Gorropu Schlucht nehmen?

Ja das ist absolut kein Problem. Wir hatten auch unseren Hund dabei. Wenn euer Vierbeiner die anstrengende Wanderung schafft, dann darf er natürlich auch (ohne Kosten) die Schlucht betreten. 

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